Kinostarts der Woche

21. November 2018 21:36; Akt: 21.11.2018 21:36 Print

Lust auf Powergirl-Action oder Love-Comedy?

von Mohan Mani - Der Actionthriller «The Girl in the Spider's Web: Verschwörung» mit Claire Foy und die Nick-Hornby-Verfilmung «Juliet, Naked» locken ab Donnerstag ins Kino.

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Nicht zuletzt wegen ihrer schlimmen Kindheit sind Lisbeth Salander (Claire Foy) all jene Männer ein Dorn im Auge, die Frauen schlecht behandeln oder ausbeuten. Nebst ihrem Hacker-Leben zieht sie darum nachts durch die Stockholmer Strassen, um sich an der bösen Männerwelt zu rächen und sich privat lieber mit Frauen zu verlustieren. Die einzige männliche Vertrauensperson ist der Journalist Mikael Blomkvist («Borg/ McEnroe»-Star Sverrir Gudnason), der aber in seiner eigenen Zeitung einen immer schwereren Stand hat. Als Lisbeth ein Computerprogramm stiehlt, das alle Nuklearrakteten steuern kann, hat sie nicht nur die NSA am Hals, sondern auch ganz finstere Gestalten.

Immer weniger Spannung

Nach der schwedischen Filmtrilogie «Verblendung», «Verdammnis» und «Vergebung» (mit Noomi Rapace) und David Finchers amerikanischem «Verblendung»-Remake (mit Rooney Mara) überzeugt nun «The Crown»-Serienstar Claire Foy als Powergirl Lisbeth Salander, wobei sie der Figur ihren eigenen Stempel aufdrückt. So dicht wie das im Filmtitel angesprochene Spinnennetz ist die Story nicht gestrickt. Zwar blendet das Drehbuch in Lisbeths frühe Kindheit an der Seite ihrer Schwester zurück und sorgt für einen starken Filmbeginn, doch mit zunehmender Laufzeit nimmt die Spannung merklich ab.

Routinierter Actionthriller

Dem «Evil Dead»-Regisseur Fede Alvarez gelingen zwar starke Bilder und immer wieder gekonnte Actionszenen, aber letztlich ist Lisbeth Salander zur austauschbaren Actionheldin geworden, wie man sie auch aus DC- und Marvel-Comics kennt. Schade auch, dass ihr früherer Sparring-Partner Mikael Blomkvist zur Randfigur degradiert wurde. Es bleibt ein routiniert gemachter Actionthriller, dem aber die neuen Impulse fehlen.

Ebenfalls ab Donnerstag im Kino: «Juliet, Naked»

Nach 15 Jahren scheint die Beziehung zwischen Annie (Rose Byrne) und ihrem Freund Duncan (Chris O’Dowd) am Ende zu sein. Während sie sich insgeheim ein Kind wünscht, flüchtet sich Duncan in die Musik seines grossen Idols, des Indie-Rockers Tucker Crowe (Ethan Hawke). Obwohl dieser vor Jahren abgetaucht ist, betreibt Duncan aktiv einen Fan-Blog im Internet. Als Annie trotzig einen Verriss über Crowes neues Album «Juliet, Naked» veröffentlicht, meldet sich der Star höchstpersönlich zu Wort.

Comedy à la Nick Hornby

Schon mit «About a Boy» und «High Fidelity» hat Nick Hornby ideale Buchvorlagen für Top-Kinokomödien geliefert. So auch hier. Der versierte TV-Serienmacher Jesse Peretz («Glow») verfilmte «Juliet, Naked» mit einer handverlesenen Besetzung und viel Sinn für Dialogwitz und absurde Situationskomik. Insbesondere das Spiel ums Aufeinanderprallen von Superfan, Superstar und Superkritikerin macht Spass.