Kinostarts der Woche

15. Mai 2019 21:35; Akt: 15.05.2019 21:35 Print

Lust auf Teen-Love, Party-Dudes oder Film Français?

von Mohan Mani - Am Donnerstag starten «The Sun is Also a Star», der Dude-Trip «The Beach Bum» und das französische Melodrama «Photo de famille».

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Für ausländische Immigranten weht im heutigen Amerika ein eisiger Wind. Und so kommts, dass die Familie der in Jamaika geborenen, aber in New York City aufgewachsenen Natasha in der Romanze «The Sun is also a Star» nur noch 24 Stunden hat, bevor sie das Land verlassen muss. Kein Wunder, bricht für die junge Frau eine Welt zusammen … und sucht sie fieberhaft nach einer Last-Second-Rettung aus der Misere. Als sie vom Anwalt Jeremy Martinez (John Leguizamo) erfährt, der schon in ähnlichen Fällen «pro bono» das Schlimmste verhindern konnte, hofft Natasha auf ein Happy-End in letzter Minute. Doch just in diesem Moment trifft sie auf den US-Koreaner Daniel (Charles Melton). Und ja: Es ist zwar Liebe auf den ersten Blick … aber im denkbar dümmsten Moment.

Happy-End oder nicht?

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans der «Everything, Everything»-Autorin Nicola Yoon wäre eine klassische Lovestory, wenn nicht ständig das Damokles-Schwert der baldigen Ausschaffung über Natashas Kopf schweben würde. Im Gegensatz zu ihren Eltern ist ihr die amerikanische Lebensart längst lieb geworden. Und nie und nimmer möchte sie sich davon trennen. Ob’s letztlich gut kommt oder nicht, sei an dieser Stelle nicht verraten. Die Inszenierung, Besetzung und Grundthematik folgt aber ganz dem heutigen Zeitgeist.

Matthew McConaughey als «Beach Bum»

Eigentlich ist Moondog (Matthew McConaughey) in der Aussenseiterballade «The Beach Bum» bemitleidenswert. Denn unter seiner Fassade aus Parties, Sex und Marihuana-Trips verbirgt sich eine gescheiterte Existenz. Als angeblich genialer Literat hat er schon lange nichts mehr veröffentlicht. Als seine steinreiche Gattin Minnie (Isla Fisher) stirbt, zwingt sie ihn per Testament, einen neuen Roman zu publizieren. Andernfalls geht ihr ganzes Erbe an die gemeinsame Tochter.

Sound zum Saufen und Siffen

So zielstrebig die Handlung, so episodenhaft inszeniert sie der Independent-Movie-Regisseur Harmony Korine («Spring Breakers»). Anders als etwa Jeff Bridges als Dude in «The Big Lebowski» ist Moondog kein Sympathieträger. Und dennoch zieht seine Schicksalsgeschichte in ihren Bann. Hier etwas Abhängen, dort etwas Saufen und Siffen. Der Soundtrack brummt, die Bilder sind sonnendurchflutet und alle Weichen scheinbar gestellt: Was will man(n) mehr?

Ebenfalls ab Donnerstag: «Photo de famille»

Just am Tag der Beerdigung ihres Gatten gibt die demente Grossmutter Mamie (Claudette Walker) bekannt, in einem Dorfkaff in der französischen Provinz ihren Lebensabend verbringen zu wollen. Und so müssen sich ihre drei erwachsenen Enkelkinder Gabrielle (Vanessa Paradis), Elsa (Camille Cottin) und Mao (Pierre Deladonchamps) ebenso zusammenraufen, wie ihr Sohn Pierre (Jean-Pierre Bacri) und seine Lebensgefährtin Claudine («Monsieur Claude»-Star Chantal Lauby).

Spielfreudige Besetzung

Dank spielfreudiger Besetzung und tragikomischer Situationen kommt dieses Alltagsmelodrama unterhaltsam, aber allzu oberflächlich daher. Hier gäbe es Stoff für vier Filme.