Kinostarts der Woche

17. Oktober 2019 20:35; Akt: 30.10.2019 18:25 Print

Mehr Lust auf Udo Jürgens oder Julianne Moore?

von Mohan Mani - Neu im Kino lassen das Filmmusical «Ich war noch niemals in New York» und das Gefühlsdrama «After the Wedding» bitten.

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Für die erfolgsverwöhnte TV-Moderatorin Lisa Wartberg (Heike Makatsch) ist im Musical «Ich war noch niemals in New York» die Arbeit wichtiger als ihre Mutter Maria (Katharina Thalbach). Bis diese nach einem Unfall ihr Gedächtnis verliert, ins Krankenhaus kommt … und partout nach New York will, indem sie als blinder Passagier auf einem Luxus-Dampfer mitreist. Gemeinsam mit ihrem Maskenbildner Fred (Michael Ostrowski) macht sich Lisa auf die Suche nach ihrer Mutter und spürt sie tatsächlich auf der «MS Maximiliane» auf. Doch bevor die beiden Maria wieder von Bord bringen können, legt der Ozeandampfer ab und die Drei finden sich auf einer unfreiwilligen Reise über den Atlantik wieder.

Spass trotz Anlaufschwierigkeiten

Während man bei klassischen Musicals oft stundenlang auf einen Ohrwurm-Song warten muss, geniessen Jukebox-Musicals wie «Mamma mia!» den Vorteil, Hit an Hit zu reihen. Dennoch benötigt der «Winnetou»-Regisseur Philipp Stölzl einige Zeit, um die richtige Tonart zu finden und seine bewusst in Studio- und Computerkulissen gedrehte Hommage an die Songs des Schlagerstars Udo Jürgens (1934-2014) ins Feelgood-Fahrwasser zu hieven. Die gesanglichen Leistungen sind mal besser (Pasquale Aleardi), mal schlechter (Moritz Bleibtreu), aber letztlich haben alle Beteligten sichtlich ihren Spass.

Ebenfalls neu im Kino: «After the Wedding» mit Julianne Moore

Isabel (Michelle Williams) führt im indischen Kalkutta ein Waisenhaus für Kinder. Um es vor dem finanziellen Ruin zu retten, fliegt sie nach New York um einen Gönner kennenzulernen. Dieser erweist sich als resolute Geschäftsfrau namens Theresa (Julianne Moore), die Isabel auch gleich zur Hochzeit ihrer Tochter Grace (Abby Quinn) einlädt. Da prallen nicht nur Welten aufeinander, sondern auch alte Wunden brechen auf.

Routiniertes Gefühlsdrama

Für sein englischsprachiges Remake von Susanne Biers dänischem Oscar-Preisträger «Efter Brylluppet» hat der Regisseur Bart Freundlich die Männerrollen (Mads Mikkelsen/ Rolf Lassgård) durch Frauen (Michelle Williams/ Julianne Moore) ersetzt. Der Geschlechtertausch führt zu neuen Figurenkonstellationen und dramaturgischen Erklärungen, die stellenweise gar konstruiert wirken. Es bleibt ein routiniert gemachtes Drama für Fans von Julianne Moore & Co.

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