«Jupiter Ascending»

02. Juli 2014 06:54; Akt: 02.07.2014 06:54 Print

Luzerner spielt Musik für Hollywood-Film ein

von Philipp Portmann - Dirigent Ludwig Wicki spielte den Soundtrack für den neusten Science-Fiction-Film «Jupiter Ascending» der Wachowski-Geschwister ein. Zu dem Job kam er über Nacht.

«Jupiter Ascending» mit Channing Tatum und Mila Kunis kommt am 19. Februar 2015 in die Deutschschweizer Kinos. Hier als Vorgeschmack der Trailer.
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Eines Abends erhielt Ludwig Wicki einen Anruf aus Hollywood. Am Apparat war Oscar-Preisträger und Komponist Michael Giacchino, der fragte, ob er nach London kommen könnte, um die Aufnahmen zum Soundtrack von «Jupiter Ascending» zu dirigieren. «Ich musste nicht lange überlegen und habe sofort meine Termine umorganisiert», erzählt der 53-Jährige.

Seit seiner Kindheit ist Ludwig Wicki ein grosser Filmmusik-Fan. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen auf dem elterlichen Bauernhof im Entlebuch, schien Hollywood ein unerreichbares Ziel. Später studierte Wicki Posaune, dirigierte an den Konservatorien in Luzern und Bern, bis er schliesslich Künstlerischer Leiter des 21st Century Symphony Orchestra wurde. Als dieses den Film «Star Trek» live aufführte, lernte er Komponist Giacchino kennen, der ihn jetzt für «Jupiter Ascending» engagierte.

Schlaflose Nacht

Zwei Wochen später war Wicki in London, wo er in der Nacht vor seinem ersten Einsatz kaum schlafen konnte. «Die Abbey Road Studios gehören zu den bekanntesten Studios mit den weltbesten Musikern, dagegen bin ich ein Greenhorn», erinnert sich Wicki. «Aber ich sagte mir, ich kann nicht mehr, als mein Bestes geben, und machte mich auf den Weg.»

Die Partitur konnte er morgens um 8 Uhr in der Studio-Cafeteria durchgehen, um 10 Uhr begannen bereits die ersten Aufnahmen. «Das ist so üblich, weil die Regisseure bis zur letzten Sekunde Szenen umstellen. Direkt über dem Studio befindet sich ein Büro, in dem die Noten permanent angepasst, kopiert und verteilt werden. Wenn man mit diesem Tempo nicht mithalten kann, ist man verloren», ist sich Wicki sicher.

Treffen mit den Wachowskis

Gedreht wurde der Film in London, Chicago und Los Angeles. Wicki konnte an einem Drehtag in den Warner Studios dabei sein. Er wurde freundlich aufgenommen und sass schliesslich mit Lana und Andy Wachowski am Regiepult, den Kult-Regisseuren, welche für Filme wie «Matrix» oder «Cloud Atlas» verantwortlich zeichnen. «Die Wachowski-Geschwister sind warmherzige Menschen, die jeden Mitarbeiter beim Namen kennen. Ich war beeindruckt.»

Die Musik, die Giacchino für «Jupiter Ascending» komponierte, beschreibt Wicki so: «Wuchtig, schnell und kraftvoll.» Auf die Frage, ob jetzt sein grösster Traum wahr wurde, sagt Wicki bescheiden: «Nein, denn ich hatte nie gewagt, von einem solchen Job zu träumen. Jetzt werden plötzlich Dinge wahr, die ich nie für möglich gehalten habe.»