Neues Filmprojekt

09. September 2011 13:24; Akt: 09.09.2011 15:27 Print

Mad Mel widmet sich den «f***ing Jews»

Noch vor ein paar Jahren maulte er über die «verdammten Juden». Nun dreht Mel Gibson einen Film über den jüdischen Freiheitskämpfer Judas Makkabäus.

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Sein Privatleben ist weiterhin turbulent: Gibsons letzter öffentlicher Auftritt war am 31. August 2011 in Los Angeles vor Gericht, als es um Scheidungsvereinbahrungen ging. Gibson bezahlt seiner Exfrau Oksana Grigorieva 750 000 Dollar und erhält gemeinsames Sorgerecht für die zweijährige Tochter. (Bild: Reuters)

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Von allen möglichen Filmemachern, welche die Geschichte des Judas Makkabäus erzählen könnten, würde man kaum Mel Gibson zuoberst auf die Liste setzen. So gesehen ist diese neuste Nachricht, die uns aus Hollywood erreicht, so etwas wie eine Chanukka-Überraschung.

Mel Gibson und Warner Brothers sollen gemeinsam an einem Filmprojekt arbeiten, das die Geschichte vom Freiheitskämpfer Judas Makkabäus erzählt, der eine Revolte gegen die mächtigen seleukidischen Heeren anführte und - unter anderem - Jerusalem befreite und im Jahr 164 vor Christus den dortigen Tempel neu weihte (was heute noch mit Chanukka, dem Lichterfest, gefeiert wird). Gibson soll den Film produzieren und dabei vermutlich auch Regie führen.

In vino veritas

Eine ungewöhnliche Wahl, zumal Gibsons Jesus-Schocker aus dem Jahr 2004 «The Passion of the Christ» von allen Seiten kritisiert wurde wegen der angeblichen antisemitischen Tendenzen im Film. Obwohl sich Gibson davon distanzierte («Antisemitisch zu sein ist eine Sünde für einen Christen») wurde er zwei Jahre später dabei erwischt, wie er in betrunkenem Zustand den «fucking Jews» die Schuld an allen Kriegen in der Welt zuschob.

Laut Gibsons Pressesprecher arbeitet der Regisseur schon seit zehn Jahren an der Makkabäus-Geschichte. Ursprünglich wollte er das Projekt gleich nach «The Passion» anpacken.

«Schlichtweg eine Beleidigung»

Jüdische Gruppierungen sind wenig erfreut über diese Nachricht. Rabbi Marvin Heir vom Los Angeles Simon Wiesenthal Center sagte gegenüber dem «Hollywood Reporter»: «Mel Gibson hat bisher nichts als Antagonismus und Respektlosigkeit gegenüber Juden gezeigt. Da waren etwa seine vielen antisemitischen Bemerkungen oder die Darstellung der Juden in ‹The Passion›. Alle Juden, die Christus nicht akzeptierten, wurden darin als Idioten, Blödmänner oder Tyrannen dargestellt – ein sehr unfaires Porträt. […] Ihn als Regisseur oder Star von Judas Makkabäus zu casten ist wie Madoff als Leiter der Securities and Exchange Commission einzusetzen oder einen Rechtsextremen Martin Luther King spielen zu lassen. Es ist schlichtweg eine Beleidigung für Juden.»

(obi)