«Mir ist schlecht»

27. Januar 2019 14:06; Akt: 27.01.2019 16:22 Print

Die neue Michael-Jackson-Doku schockiert die Fans

Die Dokumentation «Leaving Neverland» sorgte bei der Premiere für entsetzte Reaktionen. Der Film zeigt die Berichte zweier Männer, die Michael Jackson Missbrauch vorwerfen.

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Eine neue Dokumentation von Regissuer Don Reed (Mitte) sorgt in den USA gerade für schockierte Gesichter. Der vierstündige Film «Leaving Neverland», der am Freitag am Sundance Festival Premiere feierte, handelt von Michael Jacksons mutmasslichen Missbrauchsopfern Wade Robson (36, links) und James Safechuck (40). Die beiden ... ... Männer behaupten, sie seien vom Popstar in den 80er-Jahren auf seiner Neverland Ranch sexuell missbraucht worden. «Ich verstehe, dass es schwer zu glauben ist, was passiert ist. Auch wir waren Jackson-Fans», soll Safechuck während der Filmvorführung laut «Bild» gesagt haben. Vor der Premiere im Egyptian Theatre in Park City im US-Bundesstaat Utah, wo die Dokumentation gezeigt wurde, streiften Polizisten mit Hunden durch die wartenden Zuschauer. Vor dem Kino ... ... platzierten sich nämlich vereinzelt Demonstranten mit grossen Schildern. Darauf zu sehen: Ein Foto von Michael Jackson und die Aufschrift «Suche nach der Wahrheit» oder «Lügen laufen Sprints, aber die Wahrheit läuft Marathons» – ein Zitat des King of Pop. Einige Jacko-Fans verteilten sogar Flyer, um für ihren bereits verstorbenen Star einzustehen. «Beschützt Michael. Er ist nicht hier, um sich zu wehren», war auf der Vorderseite zu lesen. Wie viel Wahrheit hinter den Aussagen von Robson und Safechuck im Film wirklich steckt, ist unklar. Fest steht: Die beiden sagten 2005 im Missbrauchsprozess gegen Jackson zugunsten des Sängers aus. Erst nach dessen Tod im Jahr 2009 zogen sie ihre Aussagen zurück und forderten umgerechnet 1,6 Milliarden Franken Schmerzensgeld. Sie scheiterten aber vor Gericht.

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Am Freitag feierte die zweiteilige Dokumentation «Leaving Neverland» am Sundance Film Festival in Park City im US-Bundesstaat Utah Premiere. Und liess einige Zuschauer schockiert zurück. Der vierstündige Film von Regisseur Don Reed (55), der im Frühling vom amerikanischen Sender HBO ausgestrahlt wird, schildert nämlich die Geschichte der mutmasslichen Missbrauchsopfer des 2009 verstorbenen Popstars Michael Jackson.

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Wade Robson (36) und James Safechuck (40) behaupten, vom Sänger in den 80er-Jahren über Jahre hinweg sexuell missbraucht worden zu sein. Es wird erzählt, dass es auf der Neverland Ranch versteckte Zimmer mit Betten gegeben habe und laut Safechuck soll Jackson immer neue Orte gesucht haben, um sich an den Jungs zu vergehen.

Um nicht überrascht zu werden, habe Jackson sogar ein Warnsystem bestehend aus bunten Glöckchen installiert. Näherte sich jemand dem Versteck, alarmierten ihn die Glocken. Das berichtet «Bild», die mit einem Journalisten bei der Vorführung anwesend war.

Psychotherapeut in der Lobby

Die Anschuldigungen gegen den Sänger seien so schockierend, dass sich viele Zuschauer die Augen zugehalten hätten, anderen seien Tränen übers Gesicht gelaufen. Ein Besucher stand sogar auf und verliess den Saal. Der Leiter des Festivals, John Cooper (62), habe vorsichtshalber Psychotherapeuten organisiert, mit denen die Zuschauer in der Lobby sprechen konnten.

«Mir ist schlecht, nachdem ich den ersten Teil der ‹Leaving Neverland›-Doku gesehen habe. Die Zeugen und Missbrauchsopfer von Michael Jackson wirken sehr glaubhaft», schrieb «Us Weeky»-Journalistin Mara Reinstein auf Twitter.


Im Missbrauchsprozess für Jackson ausgesagt

Am Ende des Films soll Robson zu wartenden Menschen gesagt haben: «Wir können nicht ändern, was uns passiert ist, aber vielleicht hilft unsere Geschichte anderen Opfern. Es war Zeit, die Wahrheit zu sagen.»

Die Ironie: Im Missbrauchsprozess gegen Michael Jackson im Jahr 2005 sagten sowohl Robson als auch Safechuck für den Sänger aus. Erst nach dessen Tod zogen sie ihre Aussagen zurück und forderten Schmerzensgeld in Höhe von umgerechnet 1,6 Milliarden Franken. Beide scheiterten vor Gericht.

Weitere Anschuldigungen

Im Zuge der Filmvorführung meldete sich nun ein weiterer Mann, der von Jackson im Alter von 14 Jahren missbraucht worden sein soll. Michael Jacobshagen, der vom Popstar den Spitznamen «Rubba-Rubba-Junge» bekam, war mit Michael Jackson drei Wochen auf Tour.

Nun erhebt er erstmals schwere Anschuldigungen gegen den Sänger und spricht über die bizarre Beziehung. «Ich bin jetzt im gleichen Alter wie Michael, als wir uns trafen», verrät Jacobshagen exklusiv dem «Sunday Mirror». In diesem Alter ein Bett mit einem Kind zu teilen, sei absolut nicht richtig, das habe er nun realisiert. Für Jackson sei es das aber gewesen.

Nackt im Whirlpool

«Er hat mich immer gebeten, in seinem Bett zu schlafen. Ich sagte ‹Nein, Michael, ich kann in meiner eigenen Suite schlafen›, aber er sagte ‹Bitte, bitte, für Michael Jackson.›» Da er mittlerweile selbst Vater sei, sehe er nun, wie falsch diese Situation war.

Jacobshagen wirft dem Superstar vor, ihn unsittlich berührt zu haben, nachdem er sich im Bett an ihn gekuschelt hatte oder er sich nackt auszog, als sie sich einen Whirlpool teilten. Der Sänger habe ihm auch ein Buch mit Fotos voller nackter Jungs gegeben und soll sein Schweigen und das seiner Mutter mit teuren Geschenken gekauft haben.

(kao)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realistischer Darwin am 27.01.2019 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Entweder oder

    Selbst wenn der Missbrauch der beiden stattgefunden hat: finde es mehr als stossend, dass zuerst zu Gunsten von MJ ausgesagt, dies dann nach seinem Tod widerrufen und horrende Entschädigung verlangt wurde. Da ist ja vermutlich schon mal viel Geld geflossen. Die wollen wohl den 5er und das Weggli. Reine Geldgier und Profilierungssucht.

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  • maxi am 27.01.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    und wie immer geht es ums Geld.

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  • Moondance am 27.01.2019 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam und weshalb jetzt nochmal?

    Etwas ist da faul, das Buch als Beweismittel wohl nicht vorhanden. Vor Gericht entlasten sie MJ. Kann ja jeder etwas behaupten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R.B. am 28.01.2019 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaputte Welt

    Unsere Welt ist so kaputt! ...mich wundert und schockiert überhaupt nichts mehr!

  • Zodi am 28.01.2019 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ruhe

    Nicht mal im Tod findet er seine Ruhe.

  • Gio Perez am 28.01.2019 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Wo ist bei der Umfrage die Möglichkeit "Sicher nicht". Die würde auf mich zutreffen. Es interessiert mich nicht, und ich mag Jackson nicht.

  • Theo von Rüsselsheim am 28.01.2019 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Mumpitz!

    Unheimlich stark, jemanden zu verurteilen, der tot ist und sich nicht rechtfertigen kann! Ich halte heute, wie damals nichts von diesen Anschuldigungen. Alles reine Geldmacherei! Die wahren Fans wissen wie er war! Alle Anderen sollen denken was sie wollen!

  • Omid am 28.01.2019 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    King of Musik

    King. Michael Jackson isch King of Musik.