Kinostarts der Woche

27. März 2019 17:55; Akt: 27.03.2019 19:30 Print

Mit Dumbos Segelohren einen Zirkus retten

von Mohan Mani - Am Donnerstag gibts im Kino «Dumbo» à la Tim Burton, «Captive State»-Aliens, Tote Hosen und deutsche Liebelei.

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Die Geschwister Milly und Joe sind in Tim Burtons «Dumbo»-Update schockiert, als sie ihren Vater und Kriegsheimkehrer, den einstigen Zirkusstar Holt Farrier (Colin Farrell), nurmehr mit einem Arm aus dem Zug steigen sehen. Der Zirkusbesitzer Max Medici (Danny DeVito) stellt ihn ein, um für einen neugeborenen Elefanten zu sorgen, dessen übergrosse Ohren ihn zur Zielscheibe für Hohn und Spott machen. Doch als Holts Kinder herausfinden, dass Dumbo fliegen kann, setzt nicht nur die angeschlagene Zirkustruppe ihre Hoffnungen in den kleinen Dickhäuter.

Für Kids zu wenig Jöö-Story

Da die meisten heutigen Kinogänger den Walt-Disney-Trickfilmklassiker «Dumbo» aus dem Jahre 1941 sowieso nicht mehr kennen, konnten sich der «Scream 3»-Autor Ehren Kruger und Regisseur Tim Burton nach Herzenslust austoben. Statt der Konzentration auf die Jöö-Story eines Elefantenbabys, das von seiner Mutter getrennt wird, erzählen sie von Big-Business-Typen (Alan Arkin) und Machtmenschen («Batman»-Star Michael Keaton), die mit ihrem «Dreamland»-Park ans Walt Disney World erinnern. Aller visueller Wucht zum Trotz sucht man hier echte Gefühle vergeblich. Das «Dumbo»-Update hat zwar viele Stärken (wie etwa Eva Green als Trapezkünstlerin), aber dem Streifen fehlt letztlich just jene Seele, welche Kinderherzen trotz Dumbos Kulleraugen und Segelohren zum Glühen bringen.

Ebenfalls ab Donnerstag im Kino: «Captive State»

Die Erde ist seit zehn Jahren von ausserirdischen Invasoren besetzt, welche die Welt vor Armut Arbeitslosigkeit und Verbrechen befreit haben. Dafür steht die Menschheit unter aufoktroyierter Kontrolle ohne Internet und Handy. In Chicago formiert sich eine Rebellengruppe, wobei auch eine «Mata Hari» (Vera Farmiga) und ein Cop (John Goodman) die Hände im Spiel haben. – Trotz simpler Handlung erzählt sie der Autor und Regisseur Rupert Wyatt unnötig verworren. Der offene Filmschluss legt zudem eine Fortsetzung nahe, die einen nicht interessiert. Statt dessen fühlt man sich nach dem Kinobesuch wie nach dem Anschauen einer neuen, aber unbefriedigenden Streaming-Serie … und wünscht sich die ausgeharrten 111 Minuten Laufzeit zurück.

Deutsche Musikdoku vs. Liebeskomödie

«Weil du nur einmal lebst: Die Toten Hosen auf Tour» erweist sich als intime, aber oberflächliche Schulterklopf-Doku von und für Fans. Unbedingt sehenswert ist dagegen die deutsche Liebeskiste «Wie gut ist Deine Beziehung?». Eine spielfreudige Besetzung, herrliche Ironie und der Verzicht auf plumpen Slapstick-Humor machen das Lustspiel um einen folgenschweren Beziehungstest sehr amüsant.

Mehr Kino-Infos und Sternli-Bewertung in der «20 Minuten»-Printausgabe vom Donnerstag