Zurich Film Festival

01. Oktober 2011 20:57; Akt: 02.10.2011 09:23 Print

Schweizer Filme räumen zwei Preise ab

Die vier Hauptpreise des 7. Zurich Film Festivals sind an die USA, Österreich und die Schweiz gegangen. Den Publikumspreis gewann das Schweizer Werk «Unter Wasser atmen - das zweite Leben des Dr. Nils Jent».

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Eigentlich interessierte die Dame rechts am meisten am Eröffnungsabend - dabei hatte sie nicht einmal direkt mit dem Zürcher Filmfestival zu tun: Melanie Winiger bestritt den Spiessrutenlauf mit Freundin und Topmodel Nadine Strittmatter (links) ... ... denn jeder wollte mit ihr über die Trennung von Stress sprechen. Doch Winiger gab keinen Kommentar. Die hohe Prominenz des 7. Zurich Film Festivals sah so aus: Festivalorganisatoren Nadja Schildknecht (links) und Karl Spoerri (rechts) konnten den US-Schauspieler Laurence Fishburne als diesjährigen Jurypräsidenten verpflichten. Im Kino Corso in Zürich wurde als erster Film demnach Fishburnes neuer Streifen «Contagion» gezeigt. Bundesrat Didier Burkhalter vertrat die hohe Politik - und posierte mit seiner Familie für die Fotografen. Cosma Shiva Hagen kannte das Zurich Film Festival bisher nicht und liess «alles auf sich zukommen». Für Aufsehen sorgte das gewagte Outfit von Nadine Vinzens ... ... wenigstens käme sie in ihrem Chanel-Kleid nicht ins Schwitzen, meinte die Ex-Miss-Schweiz. Beat Schlatter fand es schade, dass so wenig Schweizer Filme am Zurich Film Festival gezeigt würden. Baschis Traumrolle: «Ich wäre der perfekte Schweizer James Bond!» Augenweide: Sarina Arnold konzentriert sich lieber aufs Modeln statt aufs Schauspielern: «Das tun schon genug andere», sagte sie. Ex-Miss-Schweiz Tanja Gutmann im pinken Cocktailkleid: «Als Melanie Winiger wäre ich heute Abend nicht gekommen. Aber sie weiss ja, was sie erwartet.»

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Das Festival geht am Sonntag zu Ende.

Die Spielfilme «Take Shelter» von Jeff Nichols (USA) und «Atmen» von Karl Markovics (Österreich) sowie die Dokumentarfilme «Buck» von Cindy Meehl (USA) und «Darwin» von Nick Brandestini (Schweiz) bekamen von den jeweiligen Wettbewerbjuries ein «goldenes Auge» zugesprochen.

Die Auszeichnung ist mit je 20 000 Franken in bar und je 60 000 Franken für die Promotion des Films im Schweizer Kino dotiert, wie die Organisatoren am Samstag mitteilten.

«Take Shelter» gewinnt erneut

Der US-Thriller «Take Shelter» hat vor Zürich bereits die Jurys anderer Festivals begeistert: Er war auf der diesjährigen Berlinale und dem Sundance Film Festival gefeiert worden und gewann am American Film Festival von Deauville (F) den Hauptpreis.

Der Film erforsche «auf intime Art und Weise die Intuition, die alle Menschen besitzen, aber oft genug ignorieren», würdigte die Jury von Zürich das Werk. «Take Shelter» handelt von einem Familienvater aus einen kleinen Dorf in Ohio, der von Albträumen über einen apokalyptischen Wirbelsturm geplagt wird. Er beginnt hinter seinem Haus einen Schutzkeller auszuheben.

Die Internationale Dokumentarfilmjury vergab ihr Goldenes Auge an den US-Erstling «Buck» über einen Cowboy mit «Pferdeflüsterer»- Fähigkeiten. Sie lobte den Film als «bewegendes Porträt einer charismatischen Persönlichkeit».

Als bester deutschsprachiger Spielfilm wurde der österreichische Erstlingsfilm «Atmen» von Karl Markovics ausgezeichnet. Die Jury liess sich vom «poetischen Minimalismus» des Films, der «ungemein stilsicher komponiert» sei, überzeugen. «Atmen» handelt von einem 19- jährigen Jugendstraftäter, der nach seiner Haft bei einem Bestattungsunternehmen arbeitet und so den Weg zurück ins Leben findet.

Heitere Geschichte

Den Preis in der Kategorie deutschsprachiger Dokumentarfilm gewann der Schweizer Nick Brandestini mit seinem Erstlingswerk «Darwin». Im Film wird eine kleine Siedlung mitten in der kalifornischen Wüste porträtiert. Jurymitglied Güzin Kar lobte den Film als eine «heitere Geschichte über den American Way of Life» und über «die grossen Themen des Lebens, erzählt in unglaublich starken Bildern».

Der Critic's Choice Award des Schweizerischen Verbands der Filmjournalistinnen und Filmjournalisten für den besten Erstlingsfilm in einem der beiden Spielfilmwettbewerbe ging an den norwegischen Film «Happy, Happy» von Anne Sewitsky.

Schicksal erzählt

Den Publikumspreis, den die Zuschauer durch Stimmkarten in den Kinos bestimmen konnten, gewinnt der Schweizer Dokumentarfilm «Unter Wasser atmen - das zweite Leben des Dr. Nils Jent» von Andri Hinnen und Stefan Muggli.

Das Erstlingswerk der beiden Filmer beschreibt, wie sich ein junger Mann nach einem schlimmen Motorradunfall ins Leben zurück kämpft. Seine Behinderungen - er ist vollständig gelähmt, erblindet und der Sprache beraubt - können ihn nicht daran hindern.

(sda)