Quartz-Vergabe in Luzern

13. März 2011 11:01; Akt: 13.03.2011 11:45 Print

Schweizer Filmpreis - die Gewinner

Scherwin Amini aus «Stationspiraten» wurde als bester Darsteller geehrt, den Preis für den besten Film holte erwartungsgemäss «La petite chambre».

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Das Drama von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond galt als aussichtsreichster Anwärter auf den Quartz in der Königsklasse. Der in der Westschweiz auch an den Kinokassen erfolgreiche Film setzte sich unter anderem gegen «Sennentuntschi», die neue Komödie «Der Sandmann» und «Stationspiraten» durch.

Den Preis überreichte Bundesrätin Doris Leuthard. Sie bezeichnete Filme als wichtiges Mittel, um das Leid anderer Menschen zu verstehen. Sie gedachte in diesem Zusammenhang den Opfern nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan.

Die Regisseurinnen von «La petite chambre» konnten am Samstag auch den Quartz für das beste Drehbuch in Empfang nehmen. Das Erstlingswerk der beiden Waadtländerinnen, das von einem störrischen Rentner und seiner traurigen Pflegerin handelt, kommt am 24. März in die Deutschschweizer Kinos.

Überraschende Darstellerpreise

Beim Quartz für den besten Hauptdarsteller setzte es die grösste Überraschung des Abends ab: Schwerin Amini erhielt den Preis für seine Darstellung eines krebskranken Jugendlichen in «Stationspiraten» von Mike Schaerer.

Amini setzte sich gegen Andrea Zogg («Sennentuntschi») und Fabian Krüger («Der Sandmann») durch, was der 1992 geborene Luzerner mit einer sympathischen, schwungvollen Rede verdankte.

Isabelle Caillat wurde zur besten Darstellerin gekürt. In dem poetischen Werk «All That Remains» spielt sie eine etwas mysteriöse Tramperin. Ein Kinostart ist noch nicht festgelegt. Neben Caillat waren Sabine Timoteo («Sommervögel») und Linda Osansky («Zu Zweit) für den Quartz nominiert.

Einen weiteren grossen Preis heimste «Cleveland vs. Wall Street» von Jean-Stéphane Bron ein: Nach dem Prix de Soleure gewann der eindrückliche Dokfilm über die Aufarbeitung der Finanzkrise jetzt auch einen Quartz.

«Sennentuntschi», der erfolgreichsten Schweizer Film des Vorjahres, muss sich mit einer Nebenauszeichung begnügen: Den nicht von der Filmakademie, sondern von einer Jury verliehene Spezialpreis für eine herausragende technische und künstlerische Leistung erhielt Gerald Damovsky für das Szenenbild.

Verfahren wird einfacher

Die Show im Luzerner KKL erwies sich wie in den Vorjahren als gutgelaunte Mischung aus Glamour und Familientreffen. «Ich will einen roten Teppich, aber bleibe auf dem Boden», rappte Steff La Cheffe dazu. Bester Stimmung zeigte sich die Westschweizer Bühnenfigur Marie-Thérèse Porchet, die als Präsentatorin den Mash- Song «Ewigi Liebi» etwas abänderte: «Viele Quartzli», wünschte sie sich.

Die Entscheide über die Preisträger wurden dieses Jahr zum letzten Mal in einem zweistufigen Verfahren gefällt. Die vom vom Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) eingesetzte Jury, deren Aufgabe es bislang war, die Wahl der Preisträger durch die Schweizer Filmakademie abzusegnen, gibt es künftig nicht mehr.

Allein die aktuell rund 350 Mitgleider der Filmakademie werden in Zukunft entscheiden, welche Streifen und Filmschaffenden die höchste Ehrung der hiesigen Branche entgegennehmen können.

(sim/sda)