«Brothers»

06. April 2005 19:53; Akt: 06.04.2005 20:28 Print

UN-Soldat irrtümlich für tot erklärt

Erneute Filmperle aus Dänemark – mit dem «Festen»- und «Inheritance»-Star Ulrich Thomsen in einer Paraderolle.

Fehler gesehen?

Der Schrecken sitzt tief, als die zweifache Mutter Sarah (Connie Nielsen, «One Hour Photo») vom Tod ihres Mannes Michael (Ulrich Thomsen) erfährt, der bei einem Helikopter-Einsatz in Afghanistan ums Leben gekommen ist.

Um Sarah und die Kids aus dem Gefühlstief zu befreien, kümmert sich Michaels Bruder Jannik (Nikolaj Lie Kaas) um die Familie. Erstmals muss der Taugenichts, der wegen eines Banküberfalls im Gefängnis sass und seit der Entlassung seinen Platz im Leben sucht, Verantwortung übernehmen. Sarah nimmt seine Hilfe dankend an, fällt jedoch erneut aus allen Wolken, als sie wenig später erfährt, dass Michael noch immer lebt und nach Hause kommt.

Doch bereits nach dem freudigen Abholen vom Flughafen muss sie erkennen, dass aus dem einst strahlenden UN-Soldaten Michael ein fremder und traumatisierter Mann geworden ist. Was um alles in der Welt ist in Afghanistan bloss geschehen? – Nichts ist mehr so, wie es einmal war: Die dänische Filmemacherin Susanne Bier («Open Hearts») hat mit «Brothers» ein zutiefst ergreifendes Heimkehrer-Drama geschaffen, das im wahrsten Sinne des Wortes durch Mark und Bein geht.

Befreit von den rigiden Dogma-Regeln erzählt die Regisseurin von ganz normalen Menschen und ihren Verwundungen der Seele: schlicht, einfach, gross-artig. Chapeau! Neu im Arthouse Movie