Kinostarts der Woche

24. Januar 2019 12:29; Akt: 25.01.2019 15:17 Print

Von Animation-Held Ralph und Box-Ikone Rocky

von Mohan Mani - Die Animationskomödie «Chaos im Netz» und «Creed II» zeigen ab Donnerstag, wie gut Kinofilmfortsetzungen sein können.

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Ein kaputtes Videogame-Lenkrad zwingt den einstigen Computerspiel-Bösewicht Randale-Ralph (US-Stimme: John C. Reilly) und seine Vorlaute Freundin Vanellope von Schweetz (Sarah Silverman), via WLAN-Router erstmals in die unendlichen Weiten des World Wide Web vorzudringen, um schnellstmöglich einen Ersatz zu besorgen und das klassische Automatenspiel «Sugar Rush» zu retten.

Als sie das Teil auf einer Auktionsplattform für 27'001 Dollar ersteigern, bleiben genau noch 24 Stunden Zeit, um das Geld im Internet zu beschaffen. Denn danach wird die Auktion annulliert.

Besser als Teil 1

So schrill und schräg wie diese Story ist der ganze Film. Persiflierte das Original «Wreck-It Ralph» liebevoll die nostalgische Arcade-Videospielwelt, so rechnet die Fortsetzung mit dem Internet inklusive Pop-up-Fenster, Viral-Videos, Links und Likes ab.

Wo thematisch ähnliche Animation-Movies wie etwa «Emoji – Der Film» kläglich scheiterten, wartet dieses Sequel mit einer ungeahnten Fülle origineller Ideen, irrwitziger Situationen und sympathischer Figuren auf. Absolutes Highlight ist Vanellopes Begegnung mit allen Walt-Disney-Prinzessinnen, bei der sie gar mehr über sich selbst erfährt.

Grosse Gefühle gibt’s etwa dann, wenn sich Ralph mit haufenweise Hass-Kommentaren konfrontiert sieht. Solche Szenen zeugen vom Können des Regieduos Phil Johnston und Rich Moore, das Teil 1 glatt übertrifft.

Ebenfalls ab Donnerstag im Kino: «Creed II» mit Sylvester Stallone

Rückblende ins Jahr 1985: «Rocky IV» ist ein oberpatriotischer Sportfilm, der den Kalten Krieg zwischen Ost und West auf einen Boxkampf zwischen Rocky Balboa (Sylvester Stallone) und dem Russen Ivan Drago (Dolph Lundgren) reduziert und wunderbar die Ära des US-Präsidenten Ronald Reagan widerspiegelt.

«Creed 2» knüpft zwar dort an, wählt aber bewusst eine andere Tonart: Als Adonis Creed (Michael B. Jordan) gleich zu Filmbeginn zum neuen Schwergewichtsweltmeister gekürt wird, fordert ihn die einstige Kampfmaschine Ivan Drago zum Schaukampf gegen seinen Sohn Viktor (Florian Munteanu) auf. Rocky rät vom Duell ab, weil Ivan einst Adonis’ Vater Apollo Creed im Ring getötet hat.

Diese düstere Vorgeschichte hängt wie ein Damoklesschwert über den Hauptfiguren, bestimmt ihr Denken und Handeln. So gesehen ist es nur logisch, dass «Creed 2» weniger als purer Boxfilm, sondern vielmehr als nuanciertes Familiendrama mit viel Schuld und Sühne daherkommt, das nebst einigen lauten auch ganz viele stille Szenen zulässt. Denn gerade in Gefühlsfragen werden gar die härtesten Jungs oft zu schieren Angsthasen.

Mehr Kino-Infos in der «20 Minuten»-Printausgabe vom Donnerstag.