Kinostarts der Woche

20. März 2019 17:47; Akt: 20.03.2019 17:47 Print

Von Doppelgängern, Mond-Nazis und Goldfischen

von Mohan Mani - Ab Donnerstag kämpfen der Horrorfilm «Us», das Trash-Sequel «Iron Sky: The Coming Race» und die Komödie «Die Goldfische» um Kinofans.

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Was wäre, wenn ein böswilliger Doppelgänger vor der Eingangstüre steht? – Genau so ergehts Adelaide (Lupita Nyong'o) und Gabe Wilson (Winston Duke) und ihren zwei Kindern im Horrortrip «Us». Wer sind die Eindringlinge, die ihnen so ähnlich sind, aber kaum sprechen können? Was wollen sie? Und wie wird man sie wieder los?

Sonnen- vs. Schattenmenschen

Nach seiner originellen, satirischen und gruseligen Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus im Publikums- und Kritikerhit «Get out» zelebriert Jordan Peele mit «Us» die menschliche Urangst eines Doppelgängers, der einem die eigene Existenz streitig machen will: Sonnen- vs. Schattenmenschen, Reich gegen Arm, US-Ami gegen US-Ami. Nur schon mit der nächtlichen Joggging-Sequenz hat Peele in «Get Out» gezeigt, wie er das Spiel mit Licht und Schatten, aber auch simpler Effekthascherei beherrscht. «Us» geht diesbezüglich in der zweiten Filmhälfte gar noch mehrere Schritte weiter und lässt einem die Nackenhaare gleich mehrmals zu Berge stehen. Wer klassischen Splatter- und Zombie-Grusel erwartet, der sollte anderswo schauen. Peele überfrachtet seine Handlung einmal mehr mit religiösen, popkulturellen und gesellschaftskritischen Verweisen vom T-Shirt bis hin zur Farbe Rot, bereichert aber das Genre um einen Horrortrip, wie man ihn wahrlich nicht alle Tage sieht.

Ebenfalls ab Donnerstag im Kino: «Iron Sky: The Coming Race»

Seit die Erde nach einem Atomkrieg mit den Mond-Nazis unbewohnbar geworden ist, haben sich die letzten Menschen auf den Mond niedergelassen. Aber die eigentlichen Entscheidungsträger hausen als Vril-Echsenweden im Erdinnern, in das ein Expeditionstrupp um die Mechanikerin Obi (Lara Rossi), den Piloten Sasha und en Kämpfer Malcolm vordringen will. – So konfus wie dieser Handlungsbeschrieb ist der ganze Film. Die «Iron Sky»-Macher hatten dank Förderungsgeldern und Crowdfunding ein grösseres Budget als bei Teil 1, aber die Dinosauriere, Raumschiffe und Szenerien wirken noch immer bewusst trashig. Lara Rossi erweist sich als Powerfrau, Udo Kier gefällt in einer Doppelrolle und auch sonst gibt’s genügend B- und C-Movie-Futter, um Fans bei Laune zu halten.

Deutsche Kinokomödie: «Die Goldfische»

Ein Auto-Crash reisst den Karrieremenschen Oliver (Tom Schilling) vom Leben auf der Überholspur direkt in den Rollstuhl. Als der Querschnittsgelähmte in der Reha sein Schwarzgeld in einem Zürcher Bankschliessfach zu verlieren droht, sponsert er für seine Behinderten-WG (herrlich: Birgit Minichmayr, Axel Stein) samt Pflegepersonal (Jella Haase, Kida Khodr Ramadan) einen Trip in die Schweiz, um die Kohle diskret nach Deutschland zu schmuggeln. – Dem Regiedebütanten Alireza Golafshan gelingt mit «Die Goldfische» eine Komödie, die mit zunehmender Laufzeit immer chaotischer und amüsanter wird. Die Zürich-Szenen sind rasant inszeniert. Und zuletzt schaut man gar darüber hinweg, dass der deutsche Skyline-Park ein CH-Pendant doubelt.

Mehr Kino-Infos am Donnerstag in der «20 Minuten»-Printausgabe.