Kinostarts der Woche

06. August 2019 10:12; Akt: 06.08.2019 10:12 Print

Von Lederjacken und Playmobil-Helden

von Mohan Mani - Am Mittwoch startet «Playmobil – Der Film» im Kino. Und ab Donnerstag erhellt Quentin Dupieux Groteske «Le daim» die Leinwand.

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Georges (Jean Dujardin) wähnt sich in «Le daim» am Ziel seiner Träume, als er für 7'500 Euro eine Hirschleder-Jacke erwirbt und als Draufgabe noch eine alten Camcorder erhält. Beide Gegenstände haben es in sich: Während sich Georges dank seiner Filmkamera zum Regisseur berufen fühlt und bei der Bar-Kellnerin Denise (Adèle Haenel) offene Türen einrennt, ergreift die Lederjacke immer mehr Besitz von ihm. Das Kleidungsstück möchte ein Unikat sein … und macht Georges nach und nach zum Mörder.

Midlife-Crisis-Mörder

Wie bitte? – So verrückt sich die Inhaltsbeschreibung von Quentin Dupieux’ jüngster Regiearbeit auch anhört, so verwegen, aber auch kurzweilig ist der ganze Film. Die Handlung erinnert an den skurrilen Filmtrip «Rubber» um einen amoklaufenden Autoreifen, mit dem Dupieux im Jahre 2010 den internationalen Durchbruch schaffte. Hier wie dort sind übersinnliche Kräfte im Spiel, um eine ganze Mordserie in Gang zu setzen. Und immer wieder erstaunt, mit welch’ simplen Stilmitteln Dupieux ein Höchstmass an Spannung erzielt. Dass er seine Kriminalstory in nur 77 Minuten zu erzählen vermag, macht «Le daim» im Gegensatz zu vielen überlangen Kinoproduktionen zusätzlich attraktiv. Zudem macht es grossen Spass, den «The Artist»-Star Jean Dujardin mal ganz anders zu erleben: Statt purem Sex-Appeal sind ihm diesmal die Midlife-Crisis, aber auch das Morden ins Gesicht geschrieben.

Schon ab Mittwoch im Kino: «Playmobil – Der Film»

Als ihr jüngerer Bruder Charlie in das animierte Playmobil-Universum entschwindet, begibt sich Marla auf das Abenteuer ihres Lebens, um ihn wieder nach Hause zu bringen. – So simpel die Ausgangsidee des ersten «Playmobil»-Kinofilms auch ist, sie macht von Anfang bis Schluss Spass. Ähnlich unterhaltsam wie die Lego-Movies lädt der Walt-Disney-erprobte Regisseur Lino DiSalvo zur kunterbunten Reise durch die verschiedensten Filmgenres für Buben (Western, Ritterfilm), Mädchen (Feen-Zauber) und alle anderen (James-Bond-Parodie). Die Lacher funktionieren auch in der deutschen Synchronfassung, wobei man um den Spion-Schmalzdackel Rex Dasher glatt eine eigene Filmserie lancieren könnte.