Kinostarts der Woche

06. Februar 2019 17:32; Akt: 06.02.2019 17:32 Print

Von Müttern, Töchtern und anderen Drachen

von Mohan Mani - Die Kinostarts vom Donnerstag bieten einmal mehr filmische Vielfalt pur.

Zum Thema
Fehler gesehen?

In der österreichischen Komödie «Womit haben wir das verdient?» beschliesst die 16-jährige Wienerin Nina (Chantal Zitzenbacher) aus heiterem Himmel, zum Islam zu konvertieren und nurmehr Fatima genannt zu werden: Hallo Schleier und byebye Schweinefleisch. Ihre in Trennung lebenden Eltern Wanda (Caroline Peters) und Harald (Simon Schwarz) sind mit der Situation überfordert. Insbesondere Wanda tritt seit jeher jeder Form von religiösem Fanatismus entschieden entgegen. Doch jegliche Versuche, Nina zur Vernunft zu bringen, scheitern.

Witziger Schlagabtausch der Meinungen

Im Gegensatz zu amerikanischen oder französischen Culture-Clash-Komödien gelingt es der Spielfilmdebütantin Eva Spreitzhofer, den Mutter-Tochter-Streit mit viel typisch österreichischem Dialogwitz zu servieren. Statt plumper Slapstick-Komik gibt’s einen Schlagabtausch der Meinungen, wobei sowohl «Nina» Chantal Zitzenbacher, als auch «Wanda» Caroline Peters in ihren Rollen zu darstellerischer Höchsform auflaufen.

«Drachenzähmen leicht gemacht 3»: Schönes Finale

Während andere Kinofilmserien ab der dritten Ausgabe oft nurmehr TV-Animation bieten, spendieren die «How to Train Your Dragon»-Macher ihrer dritten Runde ein wunderbar animiertes Finale. Auf der Grossleinwand des Kinos entfaltet dieses Animation-Abenteuer seine vielen Schauwerte – die vielen Drachen am Himmel sind ein glanzvolles Beispiel. Inhaltlich verzichtet dieses Finale auf grosse Spässe und erzählt statt dessen eine Gut-gegen-Böse-Story in klassischer, wenn auch vorhersehbarer Manier. Den jungen Fans aber wird’s gefallen.

Glenn Close in einer Paraderolle als «The Wife»

Joe Castleman (Jonathan Pryce) gefällt sich als einer der bedeutendsten US-Schriftsteller der Gegenwart. Mit seiner Frau Joan (Glenn Close) ist er seit fast 40 Jahren verheiratet. Als Joe für sein literarisches Oeuvre mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden soll, werden die Risse der Ehe sichtbar und eine unruhige Unzufriedenheit beginnt durch Joans stoische Fassade zu brechen. – Wie zuletzt das Keira-Knightley-Drama «Colette» zeigt auch «The Wife», wie sich Glenn Close in einer Paraderolle aus dem Schatten ihres Mannes befreit. Stark.

Ebenfalls ab Donnerstag: «The Lego Movie 2»

«The Lego Movie 2» führt den selbstironischen Filmzitate-Kurs von Teil Eins fast bis zum Abwinken fort. Erwachsene werden an den vielen Parodien von «Planet of the Apes» bis hin zu «Die Hard» ihre helle Freude haben, während Kids mit dieser Meta-Ebene um haufenweise Popkultur-Verweise überfordert sind. Dank Ohrwurm-Songs und kunterbunter Machart lohnt sich diese Fortsetzung insbesondere für Fans des Originals.

Mehr Kino-Infos am Donnerstag in der «20 Minuten»-Printausgabe.