Kinostarts der Woche

09. Oktober 2019 17:33; Akt: 10.10.2019 08:02 Print

Von gesellschaftlichen Aussenseitern

von Mohan Mani - Die beiden gefühlsstarken Kinofilme «Dem Horizont so nah» und «Joker» kämpfen ab Donnerstag um die Gunst des Publikums.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Happy Birthday, Jessica (Luna Wedler): Zum 18. Geburi hat die junge Frau 1999 in der Bestseller-Verfilmung «Dem Horizont so nah» die besten Zukunftsaussichten. Nie aber hätte sie gedacht, dass sie ausgerechnet vor der Tür ihre grosse Liebe kennenlernen würde. Doch dem Höhenflug folgt ein bitteres Erwachen. Denn Danny (Jannik Schürmann) ist nicht nur gutaussehend, charmant und selbstbewusst, sondern verbirgt ein dunkles Geheimnis. Die gemeinsame Zukunft, von der Jessica träumt, wird immer unwahrscheinlicher. Doch Jessica glaubt an Danny, an ihre Liebe und ist bereit, dafür zu kämpfen.

Mehr Feingefühl, bitte

Heutzutage weiss jedermann, dass man mit einer HIV-Erkrankung nicht gezwungenermassen sterben muss. Dies war aber nicht immer so. Just in dieser Zeit spielt dieses Jugendmelodrama, das die Autorin Jessica Koch basierend auf persönlichen Erfahrungen im Jahre 2016 als E-Book veröffentlichte, das innert kürzester Zeit durch die Decke ging. In der aktuellen Verfilmung spielen die Schweizerin Luna Wedler («Das schönste Mädchen der Welt») und «Charité»-Star Jannik Schümann die Hauptrollen – ein Traumpaar zum Mitfiebern. Weniger gelungen ist da schon die formelhafte Inszenierung durch den «Benjamin Blümchen»- und «Abschussfahrt»-Macher Tim Trachte. Da und dort wäre etwas mehr Feingefühl à la «The Fault in Our Stars» nötig gewesen. Um so mehr gilt die Aufmerksamkeit der Hauptdarstellerin Luna Wedler, deren Herzschmerz durchaus zu Tränen rührt.

Ebenfalls ab Donnerstag im Kino: «Joker»

Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) ist ein frustriertes Muttersöhnchen, das den Anschluss an die Gesellschaft verpasst, böser und böser wird. Ja, der Gelegenheitsclown wird über kurz oder lang zum späteren «Batman»-Bösewicht Joker. Aber hinter dem Charakter steht mehr. Aufgewachsen ohne Vater, hat Arthur eine zerbrechliche Mutter, zweifellos seine beste Freundin, die ihm den Kosenamen Happy gab. Dieser Spitzname brachte in Arthur ein Lächeln hervor, das allen Schmerz dahinter zu verbergen weiss.

Düstere Handschrift

Nur schon die Mitwirkung von Robert De Niro in der Rolle eines TV-Talkers weckt Erinnerungen an Seventies-Klassiker wie «Taxi Driver» oder «The King of Comedy». Dem «The Hangover»-Regisseur Todd Phillips gelingt es jedoch immer wieder, eigene Akzente zu setzen und dieser DC-Comic-Verfilmung eine eigene, wenn auch sehr düstere Handschrift zu verpassen. Mit der spektakulären, ironischen und heldenhaften Marvel-Konkurrenz hat das nichts zu tun. Gut so.

Mehr Kino-Infos in der «20 Minuten»-Printausgabe vom Donnerstag oder via Instagram: «YoutubeCinemani»