Kinostarts der Woche

01. August 2019 16:49; Akt: 01.08.2019 16:49 Print

Wenn Alpha-Tiere aufeinanderprallen

von Mohan Mani - «Fast & Furious: Hobbs & Shaw» hat Null Story, aber coole Typen und noch coolere Dauer-Action.

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«Wer sind Sie? – Ich bin der Bösewicht!» sagt der farbige Uber-Terrorist Brixton (Idris Elba) gleich zu Beginn, bevor er einen Uber-Virus klaut und damit für eine Uber-Verbrecherorganisation eine Uber-Welt erschaffen will. Dummerweise funken ihm nicht nur das Supergirl Hattie (Vanessa Kirby) drein, sondern auch die beiden Super-Men Luke Hobbs (Dwayne Johnson) und Deckard Shaw (Jason Statham).

Schier endlose Ballermann-Action

Viel mehr Story gibts nicht im Spin-Off-Movie «Fast & Furious: Hobbs & Shaw», das ganz auf den Buddy-Charme der beiden männlichen Alpha-Tiere Statham/ Johnson baut. Gekämpft wird brutal, geschossen aus vollem Rohr, gefahren wie immer hyper-schnell … und geliebt so gut wie gar nicht. Die «Fast & Furious»-Neuzeit ist eine rauhe Welt, in der hochgetunte Supercars und schier endlose Ballermann-Action das Sagen haben. Der «John Wick»- und «Atomic Blonde»-Macher David Leitch inszeniert den Start zu einer neuen Helden-Kinoserie zielstrebig (Split-Screen), trocken (Penis-Witze) und knallhart (Menschen als Türöffner). Coolstes Gadget ist der Transformer-Töff des Oberbösewichts – muss man(n) gesehen haben. Und auf Grossleinwand erst Recht. Fans bleiben zudem bis ganz nach dem Titelabspann sitzen.

Ebenfalls im Kino: «Parasite»

Arm gegen Reich: Die Familie Ki-taek ist arbeitslos. Dank der Empfehlung eines Freundes gelingt es dem Sohn, eine Anstellung als privater Englischlehrer bei der wohlhabenden Familie Park zu ergattern. Doch dies ist nur der Anfang einer Verkettung von Ereignissen, aus deren Sogwirkung niemand wirklich heil herauskommen wird.

Ein schaurig schönes Vergnügen

Hat der südkoreanische Regisseur Bong Joon-ho den Klassenkampf bereits gekonnt in seinem Sci-fi-Abenteuer «Snowpiercer» verpackt, so serviert er ihn diesmal in einem Luxusappartement, das dank episch-breiter Bildsprache immer mehr eine gewichtige Nebenrolle spielt. Grossartig auch der Humor, den der Regisseur selbst in den unmöglichen Momenten aufblitzen lässt – wobei die Raketen-Spitzen gegen Nordkorea bloss die Spitzen des Comedy-Eisbergs sind. Ein schaurig schönes Vergnügen für Menschen, die selbst in den quersten Momenten noch schmunzeln können.