«Habemus papam»

07. Dezember 2011 19:55; Akt: 07.12.2011 19:58 Print

Wenn der Papst ausbüxt

Nanni Moretti blickt hinter die Kulissen des Vatikans – bis hinein in den geheimsten Ort überhaupt: das Konklave.

Trailer zum Film «Habemus papam».
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Die Kirchenglocken läuten, weisser Rauch steigt in den Himmel, und Abertausende auf dem Platz vor dem Petersdom in Rom harren in froher Erwartung. Aber Kardinal Melville (Michel Piccoli) ist panisch: Man hat ihn zum Papst gewählt. Was soll er bloss tun? Er kann sich der Welt nicht zeigen – und tut es auch nicht. Schnell ist die ganze Welt in Sorge, während der Vatikan verzweifelt nach Lösungen sucht. Wie der Papst selbst auch, nur eben auf seine Art: Er läuft davon.

Berühmt-berüchtigt für seine Gesellschaftskritik, beleuchtet der Regisseur Nanni Moretti («Caro diario») diesmal die katholische Kirche. «Habemus papam» ist ein sanfter und ironischer Film darüber, dass man Angst und Zweifel haben und sie zeigen darf. Mit einem grossartig sanften Michel Piccoli, dessen Kardinal Melville ebenso viel Verletzlichkeit wie Würde ausstrahlt, zeigt Moretti das Oberhaupt der katholischen Kirche von einer ungewohnten, menschlichen Seite. Sozusagen «The King’s Speech» auf Italienisch.

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