Kinostarts der Woche

13. Februar 2019 20:15; Akt: 13.02.2019 20:15 Print

Wenn ein Teen-Cyborg die Welt entdeckt

von Mohan Mani - Ab Donnerstag kommt endlich die Manga-Verfilmung «Alita: Battle Angel» ins Kino. Ebenfalls starten «Happy Death Day 2U» und «Sweethearts».

Trailer zu «Alita: Battle Angel».
Zum Thema
Fehler gesehen?

«Alita: Battle Angel» – Robo-Frau mit Riesenaugen

«Du lebst!» sagt Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) gleich zu Filmbeginn, als er beim Durchstöbern der Müllhalde von Iron City im 26. Jahrhundert auf den Kopf eines weiblichen Cyborgs stösst. Der Tüftler gibt dem Mädchen einen Körper und tauft es auf den Namen Alita (Rosa Salazar). Diese möchte aber nicht die unschuldige Ziehtochter sein, sondern entdeckt als Teen-Rebellin mit ihrem Freund Hugo (Keean Johnson) nicht nur die Welt des 26. Jahrhunderts, sondern erfährt bald auch mehr über ihr eigenes Vorleben.

Fast 20 Jahre lang versuchte der «Titanic»- und «Avatar»-Regisseur James Cameron, den mehrteiligen Cyberpunk-Comic von Yukito Kishiro ins Kino zu hieven. Die Produktion von gleich vier «Avatar»-Fortsetzungen liess ihn den Regieposten an «Sin City»-Macher Robert Rodriguez abtreten, der das Teen-Märchen mit viel Sinn für lautstarke Actionszenen, aber auch überraschend intime Szenen serviert. Grösstes Augenmerk im wahrsten Sinn des Wortes sind die riesigen Manga-Augen der Titelheldin, welche sie auf Anhieb als Nicht-Menschen klassifizieren. Um so schöner ist es mitanzusehen, wie die Robo-Frau Alita die Welt als rebellischer Teenager erkundet und die kühl-computergenerierte No-Future-Szenerie mit fast schon menschlicher Wärme durchzieht – und dies notabene als Maschine.

«Happy Death Day 2U»

Warum nur wird die Studentin Tree Gelbman (Jessica Rothe) erneut in eine Zeitschleife verwickelt, in der sie immer und immer wieder sterben muss? – Die Antwort liefert eine wissenschaftliche Wundermaschine namens Sissy, mit der sich analog zur «Back to the Future»-Trilogie mehrere Zeit- und Raumebenen durchbrechen lassen. Fungierte dort noch ein cooler DeLorean als Zeitmaschine, so begnügt sich der Autor und Regisseur Christopher Langdon hier mit Sissy und dem simplen Reziklieren von Ideen und Szenen aus Teil Eins. Geradezu stupid ist der Versuch im Mittelteil, Zeitreisen mit pseudo-wissenschaftlicher Logik erklären zu wollen. Zuletzt geht’s dann aber wieder mit der üblichen Effekthascherei zur Sache.


«Sweethearts» von und mit Karoline Herfurth

Wegen ihrer spontanen Panikattacken wird die Bürolistin Franny (Karoline Herfurth) von ihrer Chefin zu Zwangsferien verdonnert. Ganz anders die alleinerziehende Mutter Mel (Hannah Herzsprung), die sich und ihrer Tochter mit einem Diamantenraub ein besseres Leben verschaffen möchte. In der Hitze des Gefechts wird Franny zu Mels Fluchtgeisel… – Hat man der Hauptdarstellerin und Regisseurin Kaoline Herfurth die Liebeskomödie «Sms für dich» noch problemlos abgenommen, so ist sie mit diesem Frauenpower-Movie à la «Thelma & Louise» hoffnungslos überfordert. Das Filmplakat verkauft zudem eine «himmelblaue» Liebeskomödie, die so nie stattfindet.

Mehr Kino-Infos mit Sternli-Bewertung in der «20 Minuten»-Printausgabe vom Donnerstag.