Dr. Azita Daneshfar hat schon so manches Fältchen verschwinden lassen.

21. März 2011 19:06; Akt: 21.03.2011 19:27 Print

«So normal wie der Gang zum Coiffeur»

von Nina Ladina Kurz - Anti-Aging-Produkte und Beauty-Treatments – die international renommierte Schweizer Dermatologin erklärt, wohin der Trend geht.

Fehler gesehen?

Frau Daneshfar, Ihre Philosophie lautet: «Nur eine gesunde Haut ist eine schöne Haut.» Aber wie viel Pflege ist gesund?
Azita Daneshfar: Unsere Haut benötigt nicht viel Pflege, aber die richtige.

Dann kann es nie zu früh sein für Anti-Aging-Produkte?

Anti-Aging-Produkte sollten spätestens mit den ersten sichtbaren Zeichen der Hautalterung eingesetzt werden. Diese Produkte sind unter 25 nicht schädlich, allerdings auch nicht notwendig.

Welche Inhaltsstoffe sollte man bei Pflegeprodukten vermeiden?

Erdölderivate, Silikone, klassische Konservierungsmittel, Emulgatoren, Duft- und Farbstoffe.

Patientinnen von Schönheitsbehandlungen werden immer jünger. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Schönheitsbehandlungen sind salonfähig geworden. Nicht nur Prominente, Wohlhabende oder Ältere investieren in ihr Aussehen. Wenn sich dieser Trend weiter in diese Richtung entwickelt, wird der Gang zum Schönheitsarzt in einigen Jahren für viele junge Menschen genauso normal sein wie der Gang zum Coiffeur.

Ab wann würden Sie von einer Sucht sprechen?

Meiner Ansicht nach bergen Schönheitsbehandlungen kein Suchtpotenzial. Bei einigen Individuen entwickelt sich mit der Zeit eher ein verzerrtes Schönheits- und Jugendideal, das dazu führt, unaufhörlich Schönheitseingriffe durchführen zu lassen.

Wie möchten Frauen denn aussehen?
Besonders beliebt sind die Lippen von Angelina Jolie, die Wangen von Kylie Minogue und Sienna Millers Nase.

Erkennen Sie Schönheitseingriffe?
Ja, und wenn sie zu einem ästhetischen Ungleichgewicht geführt haben, sogar sehr schnell. Etwa wenn die Stirn glatt, die Augen aber verfaltet sind oder die Oberlippe glatt, die Unterlippe jedoch verfurcht ist.