Schweizer Label

04. Juli 2014 05:54; Akt: 04.07.2014 07:40 Print

«XXXXS entspricht nicht natürlichen Massen»

von Lorena Sauter / Katinka Templeton - Triple Size Zero ist das neue Size Zero, findet das US-Label Abercrombie & Fitch. Bei den Schweizer Modefirmen stösst der neuste Trend auf Ablehnung.

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Size Zero war gestern – jetzt kommt Triple Size Zero. Dieser Meinung ist zumindest das umstrittene US-Modelabel Abercrombie & Fitch und lanciert die neue Grösse, die einer XXXXS entspricht. Doch wie sieht es in der Schweiz aus? Müssen sich die weiblichen Kundinnen auch bald mit dem neusten Trend konfrontieren?

«Etwas Kleineres als XS wird es bei uns nicht geben. Unser Label richtet sich nicht wirklich an Teenager oder junge Mädchen, die kleinen Grössen werden daher gar nicht benötigt», sagt Eliane Diethelm, Designerin und Mitinhaberin von Little Black Dress, gegenüber 20 Minuten. Der Wahn in Richtung Size Zero sei bedenklich. Ihre Meinung teilt auch Pascal Weber von Chicorée: «Die Grösse XXXXS entspricht nicht den natürlichen Körpermassen und gibt dem Magerwahn bedauerlicherweise weitere Aufmerksamkeit.» Chicorée hält weiterhin an seinem bewährten Grössensortiment fest.

«Passt zur diskriminierenden Politik dieses Landes»

Eine Umfrage von 20 Minuten hat ergeben, dass ganze 82 Prozent der Leser finden, die Grösse sei «absolut absurd und fördert den Magerwahn». Lediglich 18 Prozent sind der Meinung, dass ja diejenigen die Kleider kaufen können, die rein passen. Leserin Emelie kommentiert: «Ich finde es furchtbar, wie Frauen durch solche Kleidergrössen angespornt werden, sich abzumagern. Dass heutzutage mager als Ideal bei Frauen angesehen wird, ist doch schon tragisch genug, und dass solche bekannte Marken wie Abercrombie dies noch auf die Spitze treiben, finde ich unverschämt.» Auch Hermann Weilenmann schreibt: «Hungertod-Grösse?»

Dass A & F mit der Einführung von Triple Size Zero offenbar an ihren potenziellen Kundinnen vorbeischiesst, überrascht Diethelm nicht: «Die Marke hat sich schon mit anderen Aussagen ins Aus geschossen und diese neue Massnahme passt zur diskriminierenden Politik dieses Ladens.»