Fairer Deal

28. April 2010 15:56; Akt: 28.04.2010 16:45 Print

Banksy wird ungewollt zum Dieb

Über Nacht wurde eine No-Name-Band um 200 000 Pfund und einer Erfahrung reicher - dank einem Versehen des britischen Street-Art-Künstlers Banksy.

(Video: APTN Video / Schnitt: 20 Minuten Online Marion Bangerter)
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Der britische Street-Art-Künstler Banksy stellte im Februar an der Berlinale sein Doku-Feature «Exit Through the Gift Shop» vor. Leider fiel ihm erst nach einigen Wochen auf, dass der Filmtitel bereits vergeben war. Doch nicht etwa kein Regisseur hatte dieselbe Idee wie er, sondern eine Cover-Band aus dem Londoner Stadtteil Ealing Brentford.

«Er behauptete, er sei Bansky»

«Vier Monate lang bekamen wir Mails von einem Menschen, der behauptete, er sei Banksy. Wir wussten jedoch nicht, ob die Mails auch wirklich echt waren», sagte dazu der 41-jährige Simon Duncan. Der Web-Entwickler und Schlagzeuger gründete vor vier Jahren mit ein paar Freunden eine Cover-Band. Nach anfänglicher Konfusion stellte er fest, dass es sich wirklich um den weltberühmten Graffiti-Künstler handelte, der dem Quintett einen Deal vorschlug: Wenn sie ihren Gruppennamen ändern, würde Banksy ihnen als Dank ein Gemälde schenken.

«Nach zwei Sekunden sagten wir zu», berichtete Duncan und änderte den Bandnamen von «Exit Through the Gift Shop» in «Brace Yourself». Der geheimnissvolle Brite hielt sein Wort und schickte ihnen ein paar Wochen später per Kurier das versprochene Bild. Kaum war das Kunstobjekt angekommen, liessen die Musiker das gute Stück schätzen - und staunten nicht schlecht, als man ihnen sagte, das Bild sei 200'000 Pfund (rund 331'000 Franken) wert. Da nicht nur der Wert des Gemäldes gross ist, sondern auch seine Ausmasse, entschieden sich die Bandmitglieder das Bild vorübergehend im Auktionshaus «Christie’s» zu lagern.

Immerhin behalten die Fünf das grosszügige Geschenk nicht für sich allein: In Zukunft soll es in einer Galerie hängen und allen Kunstfans zugängig sein.

(mba)