28. April 2005 04:57; Akt: 27.04.2005 21:20 Print

Bildschön

Aussehen wie ein Starlet: Dafür muss man nicht unbedingt unters Messer. Auch durch ein professionelles Foto-Shooting kann das eigene Ego nachhaltig aufgepeppt werden.

Fehler gesehen?

«Was hat sie, was ich nicht habe?», fragen sich Millionen von Frauen, wenn sie die neusten Hollywood-Stars auf dem Cover ihrer Lieblingsillustrierten erblicken. Die Antwort ist ganz einfach: «Ein bisschen Glück.» Vor allem aber: «Ein fähiges Styling-Team. Und einen guten Fotografen». Trotzdem ist der mediale Beauty-Terror dem eigenen Ego nicht immer zuträglich. Grund genug, diesen Missstand zu beheben, sagen sich findige Köpfe, und auch Mädchen und Frauen von nebenan kurzfristig zur Diva zu stylen.

Einer dieser Verschönerer ist der Luzerner Fotograf Peter Hofstetter (46). Seit drei Jahren knipst er nicht mehr nur herkömmliche Bewerbungsfotos, sondern setzt Frauen auch sonst gekonnt in Szene. «Die Inszenierung ist alles», weiss der Fotograf, der mehrere Jahre in den USA gearbeitet hat. Also schnappt er sich seine Models schon mal und knipst sie in der edlen Lounge des Luzerner Design-Hotels Montana oder setzt sie ans pittoreske Seeufer, um den Glamour-Shots den richtigen Touch zu verleihen. «Ich beobachte viele Leute, die sich nicht als fotogen empfinden», sagt er. «Stylt man sie professionell und rückt sie ins richtige Licht, so ändert sich diese Meinung oft sehr schnell.» Ob man sich im Stil von Greta Garbo oder doch lieber als Gwen Stefani sehen möchte: Möglich ist alles. «Vor allem sehr junge Frauen lassen sich unheimlich gern kurzfristig stylen», erzählt Hofstetter.

Wichtig ist dabei aber nicht nur die richtige Perspektive und das schmeichelndste Licht, sondern auch ein passendes Make-up. Darum kümmert sich unter anderem die Aargauerin Doris Antenen (31). «Mit einem professionellen Make-up holt man wahnsinnig viel aus einer Person heraus», ist sie überzeugt – mehr, als man nachträglich per Photoshop wegretouchieren kann. Eine ganze Stunde nimmt sie sich deshalb Zeit, um der Kundschaft einen makellosen Teint, ausdrucksstarke Augen oder volle Lippen zu bescheren. «Viele Leute erkennen sich oft gar nicht wieder», erklärt die Stylistin. Natürlich hat eine solche Session ihren Preis: Um die 600 Franken muss hinblättern, wer sich in einer mehrstündigen Beauty-Session mit 250 Bildern als Cover-Girl versuchen möchte. Eine Investition, die sich fürs eigene Ego durchaus lohnen kann. «Perfekte Schönheit ist eine Illusion», sagt Hofstetter. «Und diese Illusion dürfen wir nicht allein Hollywood überlassen.»


Claudia Schlup


Was Profis raten

Fürs Make-up:
- Unbedingt ein Make-up wählen, das denselben Ton hat wie die Haut.
- Die Partie unter den Augen mit einem Concealer etwas aufhellen. Das wirkt frischer.
- Eher matte Farben (z.B. für den Lidschatten) verwenden.
- Lieber Lippenstift als Gloss auftragen — er sorgt für stärkere Konturen.

Fürs Foto:
- Leute mit Doppelkinn keinesfalls von unten ablichten.
- Runde Gesichter in einer Dreiviertel-Perspektive knipsen.
- Kein grelles Licht verwenden. Das akzentuiert bloss die Falten.
- Nicht bereits auf dem ersten Foto ein perfektes Lachen hinkriegen wollen. Dies bedingt fast in jedem Fall eine Aufwärmphase.