«Art and The City»

27. Juni 2012 08:14; Akt: 27.06.2012 10:27 Print

Bitte verschont uns mit eurer Kunst!

Im Zürich-West stolpert man derzeit alle paar Meter über ein Kunstwerk. Das eine gefällt, das andere ärgert. Kennen auch Sie ein Werk im öffentlichen Raum, das in die zweite Kategorie fällt?

Bildstrecke im Grossformat »
An «Ahead Only» von Bettina Pousttchi an der Limmatstrasse liesse sich gut ein Fahrrad anketten. Die Sessel des chinesischen Künstlers Ai Weiweis laden auf dem Paradeplatz zum Verweilen ein. Es ist eines von fünf Kunstwerken, welche nicht im Kreis 5 stehen. Ebenfalls ausgelagert ist Jürgen Dreschers «House of Carpets» («Teppichhaus»). Auch es steht abseits von Zürich-West. Und zwar in einem Innenhof an der Bahnhofstrasse. Eine Hommage an den Werkplatz und ans Handwerk des kubanischen Künstler-Duos Los Carpinteros (Die Schreiner). «Catedrales», so der Titel ihrer Skulpturengruppe aus Backstein beim Escherwyssplatz, zeigt fünf monumentalisierte Akkuschrauber-Aufsätze. Ein Tram der Linie 9 wurde von Beat Zoderer in ein «Suprematistisches Tram» verwandelt. Die dazu verwendeten Farben entsprechen denjenigen, die die VBZ für ihre Fahrzeuge verwendet. Oscar Tuazons «A Lamp» steht vor dem Prime Tower. An der Maschinenstrasse stehen Paul McCarthys fünf Meter grosse Statuen Apple Tree Boy und ... ... Apple Tree Girl. Referenzen an eine Ökonomie im Zeichen der Schwerindustrie, die den Zürcher Kreis 5 über ein Jahrhundert lang prägte, sind im Werk von Frank Stella. «De Schouw» steht auf einem grossen Sockel im Garten eines Einfamilienhauses an der Hardturmstrasse. Die «Tankstelle» von Michael Meier und Christoph Franz steht an der Max-Högger-Strasse. Fred Sandback, «Untitled», Foyer Schiffbau. Das ist «Elisa» von Arcangelo Sassolino. Auf einem Platz an der Pfingstweidstrasse kratzt sie kreischend martialische Zeichen in den Asphalt. Ein Windspiel, zusammengesetzt aus hunderten von Windspielen ist Mojo von Franziska Furter. Es hängt unter einem Viaduktbogen. An der Josefstrasse bei der Hardbrücke steht Alex Hanimanns ... ... Vanessa. Der Künstler Martin Creed versichert uns vom Migros-Hochhaus herunter, dass alles o.k. sein wird. (Everything is going to be alright).

Zum Thema
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Für das Projekt «Art And The City» wurden Kunstschaffende und Galerien aus 16 Ländern angefragt, ob sie im Sommer 2012 temporäre Kunstwerke im öffentlichen Raum präsentieren möchten. Da 43 Künstler und Künstlergruppen zugesagt haben, wundert es wenig, dass es derzeit in Zürich-West, bekannt auch als Kreis 5, vor Kunst nur so wimmelt.

Bis zum 23. September laden einige Werke dazu ein, das Fahrrad daran anzuketten, andere – wie Ai Weiweis Sessel auf dem Paradeplatz – sich darauf auszuruhen (siehe Bildstrecke oben). Und dann gibt es halt auch noch die Werke, deren Anblick so unerfreulich ist, dass man sich nur darüber ärgern kann, dass sie einem den Weg versperren.

Das hässlichste Kunstwerk der Schweiz

Aber dieses Phänomen ist ja leider nicht nur auf Zürich beschränkt und – wie Mani Matter schon besang – ist Kunst auch gäng ein Risiko. Denn gefallen tut sie nie allen. Bestimmt gibt es auch da, wo Sie wohnen, Kunst, die diesen Namen nur ganz knapp verdient hat.

Trotzdem würden wir die Skulptur, den Kreisel oder die Wandmalerei natürlich sehr gerne sehen. Je mehr Fotos Sie uns mailen, desto besser – denn wir werden die Schöpfungen im Duell gegen einander antreten lassen und so das hässlichste Kunstwerk der Schweiz ermitteln. Bitte vergessen Sie nicht anzugeben, wo Sie das Bild aufgenommen haben.

(lue)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Also, hopphopp, schickt uns die Bilder auf community@20minuten.ch! – Susanne Lüthi

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • keine künstlerin am 27.06.2012 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    müll

    je hässlicher und sinnloser desto mehr kunst... das ist heute kunst. man muss gar nix können einfach irgendwo was doofes hinstellen, oder irgendwas hinstellen, dann ist es kunst...

  • Emil S. am 27.06.2012 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja klar

    in Freiburg ist an der Eisenbahnbrücke so ein Schrottbalken aus Eisen, den man dort Kunst nennt. 20 Minuten hat vor einigen Jahren darüber berichtet. Die SBB hatte sich erlaubt, die hässlichen Eisenbalken mittels Handlauf wenigstens ein kleines bisschen sicherer zu machen. Dies wurde von Politikern (man hat ja sonst nichts zu tun) vehement kritisiert und es musste rückgängig gemacht werden. Die abgrundtief hässliche "Kunst" ist dort bis heute ein öffentliches Ärgernis und eine sehr hohe Gefahr für Passanten.

  • Mahu am 04.07.2012 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Pornographische Kunst auf Schulhof

    Hahaha das oben in der Mitte ist echt das Schlimmste ... jeden Tag musste ich es ansehen wenn ich in der Schule war.. es ist auf dem Schulhof des Schulhaus Wydenhofs in Ebikon und ist auf gewisse art sehr Pornographisch....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rafi am 05.07.2012 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Bashing

    Kunst ist wie eine Fremdsprache, die man zuerst verstehen lernen muss. Es gibt keine hässliche Kunst, nur solche welche vom Betrachter nicht verstanden wird. Traurig, dass man aus etwas das einem das Leben verschönern soll nur negativ angegangen wird. Anstelle des hässlichsten Kunstwerks wäre es viel interessanter das schönste Kunstwerk zu suchen. Damit würde man dann auch einen Künstler unterstützen, der Anerkennung in der Gesellschaft verdient hat.

  • Marcos am 05.07.2012 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Olten und Glattbrugg

    Ich weiss nicht was da Kunst sein soll an den Verkehrs-Kreiseln in Glattbrugg ZH und Olten SO. Für mich sieht es eher aus wie rostige Alteisen entsorgung.

  • Blake am 05.07.2012 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    In Glarus

    Bin selber im Kt. Glarus wohnhaft und finde den Kreisel mit den Stahlfiguren sehr schön, da es eine Tradition des Kantons darstellet, eben die Landesgemeinde. Die es nur noch im Appenzell und bei uns gibt.

  • Feld Weibel am 04.07.2012 22:47 Report Diesen Beitrag melden

    Die Bedrohung

    das Ding in der Kaserne Auenfeld in Frauenfelt nennt man soviel mir ist sogard "Die Bedrohung". Warum wohl? Obwohl Ingenieurtechnisch ists noch interessant, wohlbemerkt "-technisch"!

  • Mahu am 04.07.2012 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Pornographische Kunst auf Schulhof

    Hahaha das oben in der Mitte ist echt das Schlimmste ... jeden Tag musste ich es ansehen wenn ich in der Schule war.. es ist auf dem Schulhof des Schulhaus Wydenhofs in Ebikon und ist auf gewisse art sehr Pornographisch....