Ken wird 50

10. März 2011 13:23; Akt: 10.03.2011 13:39 Print

Der Mann an Barbies Seite hat Geburtstag

Ken Carson entstammt einer fehlerfreien Welt ohne Hüftspeck und Doppelkinn. Doch an Barbie kam er nie ran. Nun wird er 50 - und hip. Er twittert und hat eine eigene Soap.

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Die Geburtsstätte Barbies liegt eigentlich in Europa: Ende der 1950er-Jahre zeichnete der Karikaturist Einhard Beuthien die Figur «Lilli» für die Bild-Zeitung, die bald als Puppe auf den Markt gebracht wurde. Ruth Handler, die Mitgründerin der Firma Mattel, entdeckte Lilli 1958 bei einem Europaurlaub in einem Schaufenster in Luzern und kaufte gleich mehrere Bild-Lillis. Nach deren Vorbild schuf Handler ihre eigene Ankleidepuppe und taufte sie nach dem Spitznamen ihrer Tochter Barbara auf den Namen «Barbie». Barbie erblickte am 9. März 1959 das Licht der Welt und war der Bild-Lilli wie aus dem Gesicht geschnitten. 1964 kaufte Mattel die Rechte an der Puppe. Daraufhin musste die Produktion der Bild-Lilli in Deutschland eingestellt werden. 1961 trifft Barbie ihren Freund «Ken». Benannt nach dem Sohn von Ruth und Elliot Handler, hat Ken braune Haare und trägt seine eigenen modischen Kollektionen. Die beiden sind von diesem Jahr an unzertrennlich. Zu Barbie und Ken gesellen sich bald noch die Freundin «Midge» (1963) ... ... und Barbies Schwester «Skipper» (1965). Das sollen nicht die einzigen Freunde bleiben. 1968 findet Barbie eine neue Freundin: Die Afro-Amerikanerin «Christie», die erste Vertreterin in Mattels Puppensortiment, die eine andere ethnische Gruppe repräsentiert. Ihr folgen später noch viele weitere Freundinnen. So wie «Theresa» (ebenfalls 1968) und «Kira» (1990), Barbies lateinamerikanische und asiatische Freundinnen. Mit ihren 50 Jahren hat die ewig Junggebliebene schon viele Rollen gespielt. Vom 80er-Jahre-Rockstar... zur leicht bekleideten Dame, Astronautin... zur verschleierten Muslimin, ... ja sogar als Marilyn Monroe war sie zu erwerben: Barbie schlüpft in jede Rolle... und vertritt verschiedene Kulturen und Hautfarben. So zum Beispiel auch als Kayla. 1997 findet «Becky» ihren Platz in der Puppenwelt. Das besondere an ihr; sie sitzt im Rollstuhl. 1997 erschien die Jubliäums-Barbie im prachtvollen Kleid zu Ehren von 1 Milliarde verkauften Barbies seit 1959. Im Designer-Outfit feiert Barbie am 9. März 1999 ihren 40. Geburtstag. Auch das Kleid der Milleniums-Barbie war ein Hingucker. 2004: Barbie im Versace-Kleid an ihrem 45. Geburtstag. Barbie im Wandel der Zeit: Modisch immer auf dem Laufenden in den 50er, 60er, 70er, 80er und 90er-Jahren. Die faltenfreie 50jährige ist immer modisch topaktuell gekleidet. Bekannte Modeschöpfer wie Versace, Badgley Mischka und Kate Spade kreierten für jeden Anlass das perfekte Kleid. Auch Ken veränderte sich mit den Jahren und entwickelte Styling und Frisur weiter. 2005 gab Mattel die Trennung von Barbie und Ken bekannt. 43 Jahre waren Barbie wohl genug. Ihr Neuer heisst Blaine, links, und ist ein australischer Boogie-Boarder. Nach der Trennung hat Ken sein Styling verändert um Barbie zurückzugewinnen. Links der alte Ken im Sunny-Boy Look und rechts der neue wilde Rocker-Ken in Lederjacke und Jeans. 2007: Barbie und Ken sind nach 2 langen Jahren endlich wieder vereint. 2008 kam die teuerste Barbie der Welt auf den Markt. Sie kostet eine Million mexikanische Pesos, was 94'8000 US Dollar entspricht, und trägt 318 echte Diamanten. Sie besitzt natürlich auch Haustiere. Hier abgebildet mit Hund «Tanner» und Zubehör. Und zu all den Haustieren, Freunden und vielen Hobbies und Berufen von Barbie gibt es jede Menge Zubehör zu kaufen. So nimmt der Spielspass wohl nie ein ende. Barbie feiert aber nicht nur als Puppe grosse Erfolge, sie wird auch zum Filmstar. 2001 spielt sie die Hauptrolle in ihrem ersten vollständig computeranimierten Film «Barbie in Der Nussknacker». Es folgen noch weitere Filme wie «Barbie in Schwanensee» (2003) «Barbie in Die Prinzessin und das Dorfmädchen» (2004) «Barbie und der geheimnisvolle Pegasus» (2005) und «Barbie in Die 12 tanzenden Prinzessinnen» (2006). Ruth Handler, die mit der Einführung der Barbie-Puppe die Spielwarenindustrie auf Dauer geprägt und verändert hat. Am 27. April 2002 verstarb die Unternehmerin im Alter von 85 Jahren in Los Angeles, Kalifornien.

Barbie feierte ihren 50. Geburtstag schon zwei Jahre vor ihrem Toy Boy.

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Sein Körper ist wie aus hautfarbenem Marmor gemeisselt, sein Lächeln wärmt Herzen. Kann also Ken, der Langzeitgefährte der Modepuppe Barbie, zum 50. Geburtstag am Freitag sorglos in die Zukunft blicken?

Nicht ganz. Kens Konturen sind immer noch makellos, doch die Puppe ist in die Jahre gekommen. Der alternde Plastik-Beau kommt heute ein wenig steif daher. Sein Hersteller Mattel hat in den USA eine Kampagne gestartet, um Ken wieder so richtig cool zu machen.

Der ungelenke Alte

Am 11. März 1961 hatte Ken sein Debüt als Begleiter von Barbie, die zwei Jahre zuvor ihren Siegeszug in die Mädchenzimmer der Welt angetreten hatte. Barbie sollte nicht als alte Jungfer enden, deshalb stellte ihr Mattel-Gründerin Ruth Handler einen Traummann an die Seite.

Der erste Ken trug ein rot-weiss gestreiftes Hemd, rote Schwimm-Shorts und Sandalen. Er hatte zunächst noch keine beweglichen Gelenke. Um die Sittenwächter nicht zu erschrecken, fand sich in Kens Intimzone nur die Andeutung einer sanft gerundeten Beule.

Im Schatten von Barbie

Über die Jahrzehnte hat sich Ken, der nach Ruth Handlers Sohn benannt ist, weiterentwickelt. Es gab ihn mit gleich neun verschiedenen Haarfarben. Er übte mehr als 40 Berufe aus - jeweils mit dem passenden Outfit zum Anziehen, ob als Astronaut, Sportler oder Arzt.

Doch der Sunnyboy vermochte nie ganz aus dem Schatten der Power-Frau Barbie zu treten. Er war immer nur das hübsche Anhängsel, der nette Kerl, der gerne kocht und ein ungewöhnlich gutes Gespür für Mode hat.

Der US-Branchenanalyst Needham vermutet, dass Ken weniger als zehn Prozent der Barbie-Umsätze ausmacht. Deren jährliche Verkaufszahlen schätzen Analysten auf 1,2 Milliarden Dollar - deutlich unter früheren Höchstmarken.

Twitter und Reality-Soap

Mattel lässt Ken zum 50. Geburtstag in die Offensive gehen: Er twittert und hat eine Facebook-Seite, was ihm neue Fans bringen soll. Und in den USA läuft mit Erfolg eine Reality-Serie mit dem Titel «Genuine Ken», in der acht Teilnehmer mit Ken-ähnlicher Anatomie um den Titel «Great American Boyfriend» konkurrieren.

Sie messen ihre Kräfte in Disziplinen wie Kochen oder Wohnungs-Deko. Die Sendung soll Frauen der Altersgruppe bis Mitte 30 ansprechen.

Wieder ein Paar

Die in die Jahre gekommene Marke soll sich ein neues Publikum erschliessen und wieder Spass machen, sagte Mattel-Vizepräsidentin Stephanie Cota der «Los Angeles Times». Freilich nicht so viel Spass, dass Kens blütenweisses Image befleckt würde.

«Wir halten uns von Dingen fern, die zu offensichtlich sexuell sind», sagte Cota über die Reality-Serie. Dasselbe gelte auch für Alkohol.

Aber warum sollte sich Ken obszönen Ausschweifungen hingeben, wo doch im Privatleben seit kurzem wieder alles im Lot ist? Im Jahr 2004 hatte Mattel mit der Nachricht schockiert, dass Barbie und Ken nach 43 Jahren kein Paar mehr seien. Gründe waren nicht genannt worden.

Streit? Ein Seitensprung? Auch gab es neue Spekulationen über Kens sexuelle Orientierung, wie sie bei einem derart modebewussten Super-Softie wohl unvermeidlich sind. Am Valentinstag im vergangenen Monat aber gab Mattel bekannt, dass Barbie und Ken wieder ein Paar seien. Das Unternehmen feiert die beiden Neuverliebten auf einer eigenen Webseite.

(ap)