Gestern top – heute flop

18. Oktober 2015 10:07; Akt: 18.10.2015 10:07 Print

Fashion-Labels sind flüchtig wie Gas

Was gestern noch das absolute Must-have war, kann heute wieder schaurig aus der Mode sein. Das Einzige, was dann noch helfen kann, ist ein Promi.

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Die Mode Von Magda Butrym ist gerade voll im Trend. Dafür gesorgt hat unter anderen Kim Kardashian in einem handgemachten Lederrock der jungen Designerin aus Polen. Oder die Fashion-Bloggerin Leandra Medine an der New York Fashion Week. Auch das Topmodel Jourdan Dunn machte das Label bekannt. Magda Butrym sollte sich freuen. Die Halbwertszeit von Modemarken ist äusserst kurz. Was heute im Trend ist, kann morgen schon wieder völlig vorbei sein. Wie zum Beispiel ... ... Buffalo-Plateau-Schuhe, aka der Graus der 90er-Jahre. Schreikrämpfe lösen heute auch die flauschigen Anzüge von Juicy Couture aus. Oder erinnern Sie sich an die Mode von Miss Sixty? Niemand würde sich wohl heute noch in eine solche Jeans werfen. Beim Gedanken an die Baggy-Pants von Fubu, stellen sich jedem Fashionisto die Nackenhaare auf. Der mittlerweile verstorbene Modedesigner Christian Audigier hat mit seiner Marke Ed Hardy ein Vermögen gemacht, aber auch eine Modesünde geschaffen. Auch das Model scheint der T-Shirt-Print etwas zu bedrücken. Jeder Surferboy musste in den 90er-Jahren einen Pullover von Chiemsee im Schrank haben. Heute dienen die meisten der teuren Stücke als Putzlumpen. Ein echter Homeboy kam ohne Schuhe von L.A. Gear nicht aus. Blöd nur, dass man sie bei Bandenkämpfen oft abgeben musste. Ja, das passierte auch in der Schweiz. Heute kennt kaum jemand mehr die stylische Marke. Bei Hip-Hoppern ebenso beliebt war Helly Hansen. Heutzutage sieht man die Marke aus Norwegen höchstens noch bei Seglern oder Bauarbeitern. Sie sind ja warm und wahnsinnig flauschig. Doch niemand, der etwas von Mode versteht, würde heute noch Ugg Boots anziehen. Der Coolste auf dem Pausenhof zeigte sich in einer Bomberjacke von Chevignon. Die Teile waren unsäglich teuer, heute findet man sie manchmal noch im Brockenhaus für ein paar Franken. Die Werbekampagnen von United Colors of Benetton waren legendär und kurbelten die Verkäufe an. Heute liegt die italienische Marke im Wachkoma. Das Model (3. v.l.) musste wohl nach dem Shooting in den Wiederholungskurs «Aufgestellt gucken Teil zwei».

Fehler gesehen?

Es ist eine einfache Rechnung. Stars fungieren oft als Vorbilder – besonders in Stilfragen. Wenn sie einen Designer auf dem roten Teppich, beim romantischen Abendessen, beim Sport oder beim Familienausflug zeigen, dann verbreiten sich die Bilder mit dem Outfit in die ganze Welt. Sie werden in den sozialen Medien geteilt und nicht wenige Fans probieren daraufhin ihren Style zu kopieren.

Eine solche Präsenz im Netz verhilft Designern zu einem ungeahnten Schub. Jüngstes Beispiel für ein solches Phänomen ist die polnische Designerin Magda Butrym. Outfits der jungen Modeschöpferin wurden zum ersten Mal vor knapp einem Jahr an Kim Kardashian gesichtet – der Start für eine kometenhafte Karriere im Netz und an der Kaufhauskasse. Auch Supermodel Jourdan Dunn kleidet sich gerne in Outfits von Magda Butrym und das letzte Zeichen für die Hipness der Marke setzte die Fashion-Bloggerin Leandra Medine.

Wie gewonnen, so zerronnen

Aber trotz des aktuellen Hypes sollte sich Magda Butrym vorsehen und sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass der Hype um ein Label rasend schnell vorbei sein kann.

Erinnern sie sich zum Beispiel noch an die Jeans von Fubu? Jeder, der etwas auf sich hielt, trug in den 90ern diese Baggy-Pants in absurder Übergrösse. Oder was ist mit Ed Hardy? Die wild bedruckten Shirts von Christian Audigier waren vor kurzem noch der letzte Schrei. Heute würde sogar ein Caritas-Container die Designerstücke wieder ausspucken.

Welche Marken sonst noch einen fulminanten Niedergang hinlegten, sehen Sie in der Bildstrecke. Wer sich traut, darf ausserdem seine eigene Modesünde im Kommentarfeld beichten

(lme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • iulii am 18.10.2015 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bootsss

    also die Boots haben noch viele dieses jahr an..

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  • Carolinska am 18.10.2015 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Fashion-Labels sind flüchtig wie gas

    Finde das ständige Lästern unnötig. Jedes Jahrzehnt hatte seine Trends und war super. Lasst doch endlich die Vergangenheit ruhen.

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  • Caterina S. am 18.10.2015 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Aber....

    Hä? Muss/Sollte ich jetzt meine teuren Ugg-Boots wegwerfen? :O Schlussendlich darf doch jeder das tragen, was er will. Wohl fühlen muss man sich! :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schaut hin am 18.10.2015 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit HH liegt Ihr völlig daneben

    Helly Hansen war nie eine Modemarke und hat stabile Zahlen, sie verkaufen Arbeits- und Überlebensbekleidung und sind mit Outdoor- und Freizeitbekleidung und nicht zuletzt auch durch die überragende Qualität ihrer Produkte in der Masse bekannt geworden.

  • Olaf am 18.10.2015 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut....

    ... freue mich, wenn ich diesen Winter keine schönen Frauen mehr in so ULTRA-hässlichen Uggs sehen muss. "Ugg" kommt bestimmt von ugly, der Name ist Programm...

  • Mc Gyver am 18.10.2015 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch wahr ...

    Jeder der Modetrends nachrennt ist selber schuld. Und da das Zeugs eh nur kurz getragen und dann weggeworfen wird - weil nicht mehr Mode - sollte es mit einer Strafsteuer belegt werden.

  • Löggito am 18.10.2015 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flop

    Also die Boots wahren für mich immer schon ein Flop :D

  • Rabauke am 18.10.2015 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ugg Boots

    Ugg Boots sind aus der Mode? Ich finde diese Stiefel im Winter bei Frauen sehr sexy.