Bio-Cotton

14. Februar 2011 19:51; Akt: 14.02.2011 19:51 Print

Grün ist hip wie nie

Hässliche Öko-Mode war gestern. Promis und Designer finden Bio-Mode ohne Schadstoffe plötzlich hip – und die Konsumenten ziehen nach.

Fehler gesehen?

Schlabbrige Unterwäsche in schmutzigen Grau- und Brauntönen, unförmige Shirts und Pullover, die auf der Haut kratzen. Dieses Image der Öko-Mode hat sich überholt. Heute ist Grün das neue Schwarz und Bio hat den Sprung auf die Laufstege geschafft. Victoria’s Secret lässt seine Models in ­Bio-Baumwoll-Lingerie aus Helvetas-Projekten über den Catwalk laufen und Giorgio Armani verwendet zunehmend Recycling-Polyester, Hanf und ökologische Baumwolle.

Tobias Meier, Leiter Fairer Handel bei Helvetas, freuts: «Bei Bio-Textilien handelt es sich um einen internationalen Trend. Vor allem C & A und H & M setzen auf Bio-Baumwolle.»

Konsumenten empfiehlt Meier auf den Hinweis «aus kontrolliert biologischem Anbau» oder «aus zertifiziertem Anbau» zu achten. Die Labels GOTS (Global Organic Textile Standart) und Max Havelaar Certified Organic seien führend bei der Kont­rolle. Denn nicht überall, wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Eine Jeans aus Bio-Baumwolle kann durchaus mit Schadstoffen weiterverarbeitet worden sein. Eine Irreführung der Konsumenten weist Meier aber von sich: «Bio-Baumwoll-Textilien sind nicht gleich umweltfreundliche Textilien. Die meisten Anbieter sind sich des Problems aber bewusst und schauen in der Produktion auf grösstmögliche Umweltverträglichkeit.»


Allen Unternehmen einen moralischen Sinneswandel zu attestieren, wäre jedoch naiv. Mit Bio-Textilien ist viel Geld zu verdienen. Aufgrund des erwarteten Wachstums von jährlich 20 bis 40 Prozent rechnet Organic Exchange im Jahr 2011 mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Dollar. Meier steht dieser Entwicklung positiv gegenüber: «Ich habe nichts dagegen, wenn ein Unternehmen sich nur aus wirtschaftlichen Überlegungen dafür engagiert. Langfristig ist es für alle nur von Nutzen.»

(nil)