Baumschmuck

19. Dezember 2011 23:00; Akt: 19.12.2011 20:59 Print

Kugeln, Kitsch und Frösche

von Nina Ladina Kurz - Johann Wanner weiss, was es für einen schönen Weihnachtsbaum braucht: Zeit und Geduld. Baumschmeisser hingegen sind unerwünscht.

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Das Weihnachtshaus von Johann Wanner, Spalenberg 14, Basel: «Wir putzen zweimal täglich unsere Fensterscheiben. So nah bestaunen die Kinder die Dekoration von aussen», so Wanner.

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«Es gibt verschiedene Arten von Baumschmückern. Die Ungeduldigsten sind die Baumschmeisser. Die werfen über Mittag eine Lichterkette über den Baum und das war es», erzählt Johann Wanner (72). Der Basler Weihnachtsunternehmer kann diese Art von Ruck-zuck-Dekoration nicht verstehen. Seit über 50 Jahren dreht sich bei ihm alles um Weihnachtsschmuck. «Ich bin der Couturier des Weihnachtsbaums», so Wanner – statt Frauen schmücke er Bäume. Und dafür nimmt er sich Zeit – das ganze Jahr hindurch.

Farblich seien in diesem Jahr die Traditionsfarben Silber und Gold angesagt. Auch in Kombination miteinander oder mit den Mode-Trendfarben Lila und Flieder. Bei den Formen ist erlaubt, was gefällt: «Es müssen nicht immer die gleichen Kugeln sein. Wir verkaufen brüllende ­Gorillas, bunte Paradiesvögel und Frösche», so der kreative Ladeninhaber. Die Frösche seien vor allem bei jungen Mädchen beliebt: «Auch heute noch wünschen sie sich einen Prinzen zu Weihnachten – vielleicht klappt es mit einem Kuss», schmunzelt Wanner.

Bis ein solch bunter Baum steht, braucht es vor allem eines: Zeit. «Die Menschen nehmen sich zu wenig Zeit. Dabei sollte man das Schmücken zelebrieren. Für Jung und Alt ist es der Abschluss eines alten und der Anfang eines neuen Jahres», so Wanner. So gehöre es auch dazu, nach Vollendung die Arbeit zu bestaunen und wenn nötig einzelne Kugeln zu versetzen. Wanner weiss: «Ein wundervoll geschmückter Baum bleibt ein Leben lang in Erinnerung – und das ist für mich der Sinn dahinter.»

www.johannwanner.ch