Weihnachtsbräuche

03. Dezember 2008 16:46; Akt: 03.12.2008 17:23 Print

Süsser die Bräuche nie klingen

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Franz von Assisi soll 1223 die erste Weihnachtskrippe mit echten Tieren und Menschen gestaltet haben. Die eigentlichen Krippen entstanden später, als man die Geburtsstätte Jesu verehren wollte, ohne den weiten Weg zu unternehmen. Es entstanden Nachbildungen der Geburtsszene in Kirchen, und die Verehrung nahm ihren Lauf. Durch das Aufstellen von Krippen versuchte man den Glauben zu stärken. Hauskrippen waren ein Privileg der Oberschicht. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts förderten vielfältige Reproduktionsmöglichkeiten die Verbreitung von Krippen in allen Häusern. Ab 1850 konnte man farbig lithografierte, exakt ausgestanzte Lebkuchenbilder produzieren. Die Zuckerbäcker erhielten dadurch die Möglichkeit, ihre Lebkuchen mit weihnächtlichen Motiven zu dekorieren. Lebkuchen wurden schon im Mittelalter mit Honig gesüsst hergestellt. Solange Zucker noch ein Luxusgut war, verwendete man sie als Christbaumschmuck. Das Jesuskind und das Christkind sind nicht identisch. Das Christkind geht auf die Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert zurück. Diese weibliche Engelsgestalt begleitete bei Umzugsbräuchen Maria und Josef. Je nach Region und Land bringt das Christkind oder der Weihnachtsmann den Kindern die Weihnachtsgeschenke. Der geschmückte Christbaum entstand im 18. Jahrhunderts. Der Legende nach konnten sich Thüringer Glasbläser 1847 keine echten Äpfel und Nüsse für an den Baum leisten und haben darum solche aus Glas hergestellt. Heilige Drei Könige: Im Matthäus-Evangelium sind morgenländische Magier an der Krippe erwähnt. Wie daraus die drei Könige wurden, ist unklar, denn Caspar, Melchior und Balthasar sind erst seit dem 8. Jahrhundert als Namen bekannt. Am Dreikönigstag gehen die , als die drei Könige verkleidet, von Haus zu Haus und segnen es. Die dabei mit Kreide an die Wand geschriebenen Buchstaben C+M+B stehen entweder für die Namen der Könige oder für Christus Mansionem Benedicat (Christus möge dieses Haus segnen). Der Geiggel ist eine einzigartige Figur im Gefolge des Stanser Samichlais. Der Geiggel stellt mit seiner fröhlichen Art einen Gegensatz zum angsteinflössenden Schmutzli dar.

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491: Kirchenkrippe aus Giswil, Mitte 19. Jh.
523: Krippe
517: Krippe
Der Legende nach hat Franz von Assisi 1223 die erste Weihnachtskrippe mit richtigen Tieren und Menschen gestaltet. Die eigentliche Krippenbewegung entstand später. Pilger wollten die Geburtsstätte Jesu verehren, ohne den weiten Weg nach Palästina zu unternehmen. Es entstanden Nachbildungen der Geburtsszene in Kirchen, und die Verehrung des Christkinds, der Hirten und Könige nahm seinen Lauf. Die Gegenreformation begünstigte die alpenländische Krippentradition. Vor allem Jesuiten und Kapuziner versuchten durch neue Andachtsformen, wie das Aufstellen von Krippen, den Glauben der Bevölkerung zu stärken. Im Zuge der Aufklärung im 18. Jahrhundert wurden die Krippen oft aus den Kirchen verbannt und in private Häuser verlegt. Hauskrippen waren jedoch ein Privileg der Oberschicht. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts förderten vielfältige Reproduktionsmöglichkeiten in Gips, Papiermaché und Papierdruck die Verbreitung von Krippendarstellungen in allen Häusern. Das Weihnachtsfest erfuhr dadurch eine weitere Aufwertung.

648: Utensilien der Sternsinger, 20.Jh. und Bild der heiligen Dreikönige, gemalt von José de Nève.
Heilige Dreikönige:
Im Matthäus-Evangelium sind morgenländische Magier als Besucher an der Krippe erwähnt. Wie daraus die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, wurden ist unklar, die Namen sind erst seit dem 8. Jahrhundert überliefert. Um die drei Könige ranken sich viele Legenden. Bereits seit dem 13. Jahrhundert sind am 6. Januar Bräuche bekannt, bei denen es um die Wahl eines Königs ging.
Sternsinger:
Am Dreikönigstag gehen die Sternsinger, als Dreikönige verkleidet, von Haus zu Haus und segnen diese mit den drei Kreidebuchstaben C+M+B. Für die drei Buchstaben gibt es zwei Interpretationen: Caspar+Melchior+Balthasar oder Christus Mansionem Benedictat (Christus segnet dieses Haus). In Stans ging der alte Brauch verloren und wurde erst in den 1980er Jahren wiederbelebt.

630: Wachsjesuskind, 19. Jh. und alter Weihnachtsschmuck, ca. 1930er Jahre
Wachsjesuskind:
Das Jesuskind und das Christkind sind nicht identische Figuren. Das Christkind geht auf die Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert zurück. Diese weibliche Engelsgestalt begleitete bei Umzugsbräuchen Maria und Josef und wurde dadurch allgemein bekannt. Je nach Region und Land bringt das Christkind oder der Weihnachtsmann den Kindern die Weihnachtsgeschenke.
Baumschmuck:
Der geschmückte Christbaum entstand in den bürgerlichen Familien des 18. Jahrhunderts. Der Legende nach konnten sich Thüringer Glasbläser 1847 keine echten Äpfel und Nüsse leisten, die üblicherweise an den Baum gehängt wurden und haben darum solche aus Glas hergestellt.

527: Lebkuchbildli, ca. 1920er Jahren
Lebkuchenbilder
Lebkuchen ist ein typisches Weihnachtsgebäck. Dank neuer Drucktechnik war es ab 1850 möglich, farbig lithografierte und exakt ausgestanzte Lebkuchenbilder zu produzieren. Die Zuckerbäcker erhielten dadurch die Möglichkeit, ihre Lebkuchen mit weihnächtlichen Motiven zu dekorieren. Lebkuchen wurden auch schon im Mittelalter hergestellt, da er mit Honig gesüsst war. Zucker war lange Zeit ein Luxusgut. Erst Anfang 19. Jh. konnte sich auch die breite Bevölkerung Zucker leisten und Zuckergebäcke waren kein Luxusgut mehr. Vorerst als Schmuck am Christbaum wurden die Chräpfli später zum Verzehr in der Adventszeit beliebt. Ab 1836 wurden in Stans in der Apotheke und Kolonialwarenhandlung von Dr. Alois Christen selbstgebackene Chräpfli verkauft. Regionale Lieblinge waren und sind heute noch Muskatzinggli, Deschwanderli und verschiedenes Änisgebäck.

576 Neues Foto:
Geigelschopf
Kopfbedeckung des Geigels.
Der Geiggel ist eine einzigartige Figur im Gefolge des Stanser Samichlais. Laut Nidwaldner Kalender hat die narrenhafte Figur bereits um 1850 existiert. Der Geiggel stellt mit seiner fröhlichen Art einen Gegensatz zum angsteinflössenden Schmutzli dar.Tänzelnd und mit lautem Geröll zieht der Geiggel durch die Stanser Gassen und sammelt Geld. In den1960er Jahren wurde der Stanser Samichlaisbrauch neu belebt. Damals, 1968, war auch das erste Mal eine Frau als Geiggel mit dabei.