06. August 2007 21:49; Akt: 09.08.2007 16:11 Print

Von Aal bis Zackenbarsch: Angeln erlebt Renaissance

Angeln galt lange als Hobby für Landeier. Dieses Klischee gehört jedoch der Vergangenheit an. Immer mehr Städter entdecken im Sommer das Fischen als meditativen Zeitvertreib.

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Anstatt in die Badi zieht es junge Männer ans Ufer eines Sees, wo sie die Rute auswerfen und warten, bis ein Hecht anbeisst. Daniel Luther, Chefredaktor der Fischerzeitung «Petri Heil», sagt: «Wenn coole Jungs Würmer baden, wollen es ihnen andere gleichtun.» Anders als bei männlichen Hobbys wie Fussball oder Gamen gehe es beim Angeln nicht ums Biertrinken, sondern um das Naturerlebnis und um die Erholung.

«Fischen entspannt», bezeugt Klaus Kühne aus Baden. Am liebsten angelt der 28-Jährige in der Nacht. Denn dann sei er sich am nächsten, könne am besten abschalten. Einmal jedoch versank der Architekt so sehr in Gedanken, da verwechselte ihn eine Eule prompt mit einem Baumstrunk.

Warum Fischer so leicht die Welt um sich vergessen können, weiss Experte Luther: «Wer Fische fängt, hat einen Grund, einfach mal zwei Stunden am Ufer zu stehen und das Wasser zu beobachten.» Diesen Vorzug schätzen auch jene britischen Hobbyangler, die in einer Studie angaben, lieber eine Forelle aus dem Fluss zu ziehen als mit der Ehefrau ins Bett zu gehen.

Isabella Gyr