Sound, Stimme und viel Sex

16. März 2011 22:51; Akt: 17.03.2011 14:42 Print

«Femme Fatale»: Britney Spears erfindet sich neu

von Niklaus Riegg - Nächste Woche erscheint das neue Album von Britney Spears. 20 Minuten hat «Femme Fatale» schon gehört und weiss: Britney zelebriert aggressiv ihre Sexualität – und schämt sich für ihre Stimme.

Britney Spears - Hold It Against Me.
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Der Sex: «Femme Fatale» ist im Grunde ein Konzeptalbum. Das Thema: Britneys Sexualität. Textlich greift Spears auf die eine oder andere billige Floskel zurück (von «You know what I want right now» bis «You can be my thug tonight»). Was zu Beginn der Platte vielleicht noch ein Knistern auslöst, wirkt nach zwölf Songs nur noch anstrengend.

Der Sound: «Femme Fatale» gehört auf den Dancefloor. Wie schon bei «Blackout» versucht Spears die aktuellen Club-Strömungen aufzunehmen. So klingt ein Grossteil des perfekt produzierten Albums nach Swedish House Mafia und French House. Weiter beinhaltet die CD Einflüsse aus Eurodance, ein wenig Black Eyed Peas und sogar Dubstep. Alle zwölf Tracks funktionieren im Club – es gibt keine einzige klassische Britney-Ballade. Dieses hohe Tempo ist in ­Albumlänge ziemlich anstrengend.

Die Stimme: Beim Anhören des neuen Albums könnte man meinen, Britney schäme sich für ihre Stimme. Während ihr nasaler Gesang bis anhin das Erkennungsmerkmal ihrer Hits war, ist er auf dem neuen Album eigentlich nur noch im Song «Gasoline» zu hören. Sonst wird er durch Filter verfälscht oder durch Autotune verzerrt. Als Effekt zwischendurch wäre das erfrischend. Doch während 45 Minuten ist es – Sie ahnen es – sehr anstrengend.