Katy Perry

23. Juli 2014 06:20; Akt: 23.07.2014 09:53 Print

«Ich fühle mich ständig unsicher»

von Marlies Seifert - Der US-Popstar spricht im Exklusivinterview mit 20 Minuten über das Älterwerden, Hillary Clinton – und Fondue.

Katy Perry im Interview mit 20 Minuten.
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Katy Perry, du hast illustre Unterstützer: Hillary Clinton hat sich auf Twitter als Fan geoutet.
Na ja, sie konnte wohl fast nicht anders: Ich habe ihr vorgeschlagen, dass ich ihr einen Kampagnen-Song schreiben würde, wenn sie für die Präsidentschaft kandidieren sollte.

Du wünschst dir eine US-Präsidentin?
Es wäre sicher eine spannende Veränderung. Unabhängig von ihrem Geschlecht ist sie sehr qualifiziert. Sie hat einen unglaublichen Verstand. Zudem hat sie als Aussenministerin und als Präsidentengattin viel Erfahrung gesammelt. Wir werden sehen, was passiert. Ich beobachte das Ganze.

Gibt es Tage, an denen sich Katy Perry klein und unbedeutend fühlt?
Ich fühle mich ständig unsicher. Das fängt schon damit an, dass ich mich immer noch frage, ob ich auch ohne Schminke gut aussehe. Ich bin eine junge Frau, die mit ihrem Körper hadert und gute und schlechte Tage hat. Ich mache ständig Bullshit durch, wie alle anderen auch. Schmerz und Leid treffen auch mich.

Wann warst du das letzte Mal traurig?
Wahrscheinlich diese Woche. Manchmal bin ich sehr gestresst. Ich trage viel Verantwortung und es gibt vieles, das ich nicht tun kann, was für andere selbstverständlich ist. Aber das ist der Preis, den ich zahle. Und bis jetzt geht die Rechnung für mich auf.

In «By the Grace of God» verarbeitest du die Trennung von Russell Brand. Was geht dir durch den Kopf, wenn du den Song singst?
Ich versuche, jemandem Hoffnung zu geben und ihn dazu zu motivieren, so wie ich einen Fuss vor den anderen zu setzen. Das Publikum gibt mir enorm viel Kraft. Auf der Bühne fühle ich mich richtig mächtig.

Während deiner letzten Tour ging deine Ehe in die Brüche. Wie hast du es geschafft, trotzdem auf der Bühne zu stehen?
Ich versuche es so gut wie möglich zu trennen. Die Leute haben auch eine gute Show verdient, wenn ich einen schlechten Tag habe und es privat nicht so läuft. Ausserdem musste ich lernen, dass ich manchmal halt den Chef spielen und mich durchsetzen muss.

Wie stehst du eine neunmonatige Tournee durch?
Wann immer möglich lasse ich meine Familie und Freunde einfliegen. Auf Tour bin ich sehr fokussiert. Ich kann nicht so viel Party machen und Alkohol trinken, wie ich das sonst tun würde. Ausserdem ist das Meditieren für mich zu einem wichtigen Ausgleich geworden.

Du wirst im Oktober 30. Was möchtest du noch erreichen?
Ich habe noch Träume und Ziele abseits der Karriere, aber ich plane nicht zu weit voraus. Das würde mich verrückt machen. Meine Pläne dauern momentan nur bis Frühling 2015 und das beinhaltet auch meinen Besuch in Zürich. Alles Weitere liegt in Gottes Hand. Ich möchte gar nicht wissen, was ich den Rest meines Lebens noch tun werde.

Wie sieht dein Plan für Zürich aus?
Ich fahre Snowboard, allerdings habe ich es schon lange nicht mehr gemacht. Je älter man wird, desto mehr hat man Angst davor, sich die Knochen zu brechen. Also werde ich wohl einfach wieder Sachen in Käse tunken. Fondue!

Am 1. März 2015 macht Katy Perry mit ihrer «Prismatic World Tour» Halt im Zürcher Hallenstadion.