30 Jahre Schweizer Rap

12. Oktober 2012 16:31; Akt: 12.10.2012 16:31 Print

«Ich habe mich nie als Musiker betrachtet»

Der Schweizer Rap-Pionier Claude Aubert lebt mittlerweile in Amerika. 20 Minuten Online hat ihn dort aufgespürt.

Der erste kommerziell erfolgreiche Mundart-Rap-Song: «Nüt» von Claude. (Quelle YouTube/lacancomplices)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Vor dreissig Jahren schaffte es zum ersten Mal ein Song mit Sprechgesang in Mundart in die Schweizer Charts: «Nüt» von Claude. 20 Minuten Online nahm das Jubiläum zum Anlass, mit dem Urvater des Schweizer Rap ein Interview zu führen.

30 Jahre Schweizer Rap. Hast du als Pionier die Geschichte weiter verfolgt?
Claude Aubert: Nicht wirklich. Ich habe Freunde in der Schweiz, die mir ab und zu mitteilen, wenn ‹Nüt› irgendwo mal wieder von sich hören lässt. Rap hat mich damals für eine Zeitlang fasziniert, weil es neu und anders war, aber ein richtiger Fan war ich von dieser Musikform eigentlich nie. 1984 zog ich nach Amerika, und da traten andere Interessen in den Vordergrund. Heutzutage bevorzuge ich akustische Musik, am liebsten live und im kleinen Rahmen. Hauskonzerte, zum Beispiel.

Hast du in deiner damaligen Empfindung ‹Rap› gemacht?
Als ich ‹Nüt› 1980 mit meinem Spulentonband im Alleingang als Demo aufnahm, wusste ich nicht, dass man diese neue Musikform als ‹Rap› bezeichnete. ‹Nüt› war einfach eine Parodie auf ‹Rapper’s Delight›, welches ich 1979 an einer Party hörte. Das Wort ‹Rap› ist zwar bei ‹Rapper’s Delight› im Titel, aber der Zusammenhang wurde mir erst später klar.

Warst Du Teil einer Rap-Szene?
Nein. Ich verbrachte viel Zeit zu Hause mit Tonexperienten mit meinem Revox Spulentonband, aber meistens alleine, und zu einer Szene gehörte ich nie. Meine Szene war die Pfadi (lacht).

Du hast trotz des Erfolgs in den Charts nie ein Album gemacht. Was ist passiert?
Ich nahm die zweite Single ‹Wie gaht’s auf›, die zwar am Radio oft gespielt wurde, aber nicht so originell war wie ‹Nüt› und sich daher auch nicht besonders gut verkaufte. Danach war mein Vertrag mit Gold Records erfüllt. Obwohl ich Musik liebe, habe ich mich nie wirklich als Musiker betrachtet. ‹Nüt› war ja auch kein musikalischer Höhepunkt, aber es war eine originelle Idee. Der 5/4-Takt war zwar clever, aber ich war mir gar nicht bewusst, dass ich den Song in diesem ungewöhnlichen Rhytmus komponierte.

Du lebst seit Jahren in Amerika, hast du noch Kontakt zur Schweizer Musikszene?
Nein.

Machst du noch Musik? Wenn ja: Wie klingt die?
Weil mich die Leute hier in Amerika immer fragten, ob ich Jodeln könne, habe ich eines Tages beschlossen, es zu lernen. Mit Tapes und CDs habe ich mir das Jodeln selber beigebracht. Jetzt unterhalte ich meine Freunde ab und zu mal mit einem Jodellied, wie zum Beispiel ‹Min Vater isch en Appezeller›. Ich schreibe aber seit langem keine Lieder mehr.

(nik)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tumama am 12.10.2012 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apolo69

    Die schweizer machen ganz viele gute dinge aber musik ist nicht eine schweizer stärke

    einklappen einklappen
  • Rene am 12.10.2012 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    What about..?

    War nicht P27 der pionier? (ehrliche frage)

    einklappen einklappen
  • asddsasdsd am 12.10.2012 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    asdasasdasd

    ja, die ch hat auch keine musiker, nur geldgierige schmarotzer, vor allem in bern

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandy am 12.10.2012 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Also sowas musik zu nennen ist eine sünde....!

  • Röbi Schlaumeier am 12.10.2012 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein König regiert

    Erster und bester Raper der Schweiz ist und bleibt E.K.R.

  • Tumama am 12.10.2012 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apolo69

    Die schweizer machen ganz viele gute dinge aber musik ist nicht eine schweizer stärke

    • töbster am 12.10.2012 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      keine musik

      es ist auch keine musik, es ist rap.

    einklappen einklappen
  • töbster am 12.10.2012 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    claude 

    aber das ist nicht der claude der heute beats macht. so für greis, prestige oder stägehuus session? dass wäre der von breitbild. liege ich da richtig?

    • nik am 13.10.2012 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nein

      nein, das ist ein anderer.

    einklappen einklappen
  • Rene am 12.10.2012 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    What about..?

    War nicht P27 der pionier? (ehrliche frage)

    • Roman Müller am 12.10.2012 18:07 Report Diesen Beitrag melden

      doch, doch...dr Tiiger ischs

      P27 bzw. Black Tiger waren da schon eher die wahren Mundart-Rap-Pioniere. Denn Claudes "Nüt" hatte ja eigentlch keinen Text und seinen Flow kann man kaum mit echtem Rap in Verbindung bringen.

    • gusti am 12.10.2012 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      späte

      p27 war viel später.

    • musica am 12.10.2012 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      doch

      fiende ich auch.. und wenn mann seine "reime" anhört kann mann fast nicht von rap sprechen, da war das erste album von p27 um meilen besser!! sorry

    einklappen einklappen