Gary Barlow

03. Dezember 2008 00:01; Akt: 02.12.2008 20:02 Print

«Ich war sehr eifersüchtig auf Robbie»

von Bernhard Brechbühl - Interview unter dem Ärmelkanal: 20 Minuten traf den Take-That-Sänger Gary Barlow (37) im Zug von London nach Paris.

Fehler gesehen?

Kein mulmiges Gefühl im Tunnel unter dem Meer?
Gary Barlow: Oh, der Zug fährt so schnell. Ich habe gar nicht bemerkt, dass wir schon unter den Ärmelkanal gefahren sind.

Warum lanciert ihr euer neues Album in Paris und nicht zu Hause in London?
Unsere Plattenfirma Universal wollte das so. Aber wir als Familienväter sind glücklich, mal von zu Hause weg zu sein. Das ist wie Ferien.

Eure neue Platte heisst «The Circus», jene von Britney Spears «Circus». Wer hats wem nachgemacht?
Wir haben erst vor sechs Wochen erfahren, wie Britneys Scheibe heisst. Ganz ehrlich. Da war es natürlich zu spät, unseren Albumtitel zu ändern.

Kritiker sagen, ihr hättet auf dem neuen Album keinen so tollen Song wie eure Comeback-Single «Patience».
Ich lese keine Musikkritiken. Ich habe ein gutes Gefühl mit «The Circus». Mich interessiert nur, was unsere Fans denken.

Hattet ihr grosse Zweifel, als ihr vor zwei Jahren euer Comeback wagtet?
Wir hatten sehr grosse Zweifel und befürchteten, dass man uns als verzweifelte Männer abstempelt, die unbedingt wieder Popstars sein wollen.

Man nennt euch immer noch Boygroup.
Ich finde es sehr schmeichelhaft in meinem Alter noch als Junge bezeichnet zu werden. Dabei habe ich ja selber schon Kinder.

Was macht ihr anders als zu Boyband-Zeiten?
Wir tanzen nicht mehr so viel. Unsere neuen Songs sind keine Disco-Tracks wie früher zum Beispiel «Relight my Fire».

Wie haben sich eure Fans verändert?
Die Fans von früher sind auch schon bald 40 Jahre alt. Aber wir haben auch viele neue, junge Anhänger.

Wird es Take That eigentlich noch geben, wenn deine Kinder erwachsen sind?
Ich könnte mir schon vorstellen noch viele Jahre weiterzumachen, sofern unser Publikum so lange an uns interessiert ist.

Reden wir über deinen Ex-Bandkumpel Robbie Williams: Als du ihn dieses Jahr in L.A. besuchtest, hat er dir seine neuen Songs vorgespielt. Wird er wieder richtig erfolgreich?
Robbie kann alles schaffen, sein neues Material ist sehr gut. Dass er sich zurzeit mit Ufos und Aliens beschäftigt, ist auch kein Grund zur Sorge. Er führt die Öffentlichkeit damit nur ein bisschen an der Nase herum.

Warst du eifersüchtig, dass Robbies Solokarriere so erfolgreich verlief und deine versandete?
Ja, am Anfang war ich sehr eifersüchtig auf Robbie. Aber jetzt bin ich ein paar Jahre älter und gönne jedem seinen Erfolg.

Was macht dich stolz auf deine Karriere?
Dass meine Take-That-Kollegen und ich ganz normale Leute geblieben sind und wir nicht wie andere in der Entzugsklinik gelandet sind.

Habt ihr deshalb einen Song über Amy Winehouse geschrieben?
Unser Song «How did it come to this» hat nichts mit Amy zu tun. Die Medien haben den Text einfach so interpretiert.

Man liest, Coldplay wollen als eure Vorband auftreten.
Das wäre ein echt guter Support Act, aber wir haben schon eine Vorband für unsere Tour in Grossbritannien engagiert.

Kommt ihr bald in die Schweiz?
Ich hoffe, wir können auch in der Schweiz unser neues Album promoten. Am Abend wollen wir dann in den Club Kaufleuten in Zürich, dort läuft immer so gute Musik.