James Hetfield

17. April 2012 18:37; Akt: 17.04.2012 18:37 Print

«Justin Bieber ist mein Held»

von Catharina Steiner - Am 30. Mai werden Metallica am Sonisphere Festival in Yverdon abrocken. Frontmann James Hetfield hat 20 Minuten Online verraten, was bei der Band läuft.

Zu gut, um vergessen zu werden: Metallica mit «Enter Sandman» aus ihrem legendären «Black Album».- Quelle: YouTube
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James Hetfield, ihr werdet am Sonisphere Festival spielen. Freut ihr euch auf die Schweizer Fans?
Ja sehr. Vor allem aufs Touren selbst, es ist ja schon einer Weile her. Metallica lieben es, live zu spielen. Wir wollen auf Achse gehen und das «Black Album» feiern. Und der Line-Up für den Schweizer Gig ist grossartig. Slayer, Motörhead und dann noch ein paar lokale Bands.

Eluveitie zum Beispiel.
Ja, ich hab ein paar ihrer Sachen gehört. Es ist interessant zu sehen, dass viele Metal Bands heute an ihre nationalen Wurzeln anknüpfen. Ich finde das cool. Eine Band wie Eluveitie hat einen gewissen Folk-Feel, aber trotzdem eine brutale Seite.

Was bedeutet Ihnen das «Black Album» persönlich?
Die ganze Scheibe komplett zu spielen wurde noch nie gemacht. Klar haben wir viele dieser Songs live gespielt, wir waren damit schliesslich drei Jahre auf Tour. Anfang der 90er Jahre war der Höhepunkt des Heavy Metals, und wir bringen das zurück. Hoffentlich wollen das viele Leute hören.

Wie ist die Stimmung in der Band?
Sehr gut. Dass wir eben 30 Jahre Metallica gefeiert haben, hat natürlich dazu beigetragen. Wir sind sehr dankbar, dass wir immer noch zusammen sind und die Krise von vor zehn Jahren überstanden haben.

Was habt ihr aus der schwierigen Zeit gelernt?
Unsere Egos zurück zu nehmen. Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Es gibt ein paar Leute, die wollen neue Metallica Songs hören. Wenn wir manchmal einen Tiefpunkt haben, erinnern wir uns an die Fans. Aber das passiert sehr selten. Denn es fliesst in unseren Venen: Wenn wir keine Musik machen, sind wir scheintot.

Es heisst, ihr plant einen 3D Konzertfilm.
Ja, wir werden eine 3D Live-Show filmen, aber es wird auch eine Handlung geben.

Warum wolltet ihr das machen? So was macht doch sonst eher Justin Bieber?
Justin Bieber ist unser Held! (lacht).

Unter unseren Lesern gibt es viele Bieber-Fans.
Fans? Das muss man wohl eher als einen Kult bezeichnen. Aber im Ernst. Der Film wird mehr wie Pink Floyds «The Wall». Er wird intensiver als ein blosser Konzertfilm. Wir haben viele Ideen. Wir wollten einfach etwas machen, das wir noch nie gemacht haben!

Habt ihr die künstlerische Kontrolle über den Film?
Absolut. Einen Film zu finanzieren, über den du die totale künstlerische Kontrolle hast, ist nicht einfach. Die Filmindustrie ist noch mal ein ganz anderes Level.

Inwiefern?
Na ja was Geld anbelangt, und auch den Bullshit. Man denkt das Musikgeschäft sei verrückt, aber das Filmgeschäft schlägt das um Längen.

Hoffentlich kommt der Film an. Ein anderes Experiment, eure Zusammenarbeit mit Lou Reed zum Beispiel, hat nicht bei allen Fans für Freude gesorgt.
Viele Leute haben es gehasst, ja. Manche wollten uns sogar umbringen. Das war eine sehr interessante Erfahrung für uns.

Wie war das, mit dem Tod bedroht zu werden?
Es war grossartig! Wenn du mitkriegst, wie viel Leidenschaft Menschen in Musik stecken, egal ob sie sie lieben oder hassen, das ist unglaublich. Sie hören wenigstens zu. Ich finde es tut auch gut, manchmal gehasst zu werden.

Solch eine Reaktion zeigt, wie viel Macht Sie haben.
Man muss das mit Humor nehmen. Viele Menschen verwenden viel Zeit und Energie darauf der Welt zu zeigen, wie sehr sie uns hassen. Wissen Sie, heutzutage hat jeder eine Meinung, vor allem in Amerika. Und die können sie verbalisieren, indem sie sich hinter einem Laptop und einem falschen Namen verstecken und es online stellen.

Sie haben 2008 gesagt, dass Metallica versucht so unpolitisch wie möglich zu sein. Ist das noch immer so?
Sobald man anfängt über Politik oder Religion zu reden, vor allem als Band, ist es so, als würde man in die Schlacht ziehen. Du wirst dir automatisch Feinde schaffen – das brauchen wir nicht. Von denen haben wir schon genug da draussen.

Was müsste passieren, damit Metallica politisch wird?
Ich bin Vater. Wenn etwas meine Familie betreffen würde, wäre das ein Grund.

A propos Vater. Sie haben drei Kinder. Wie bringen Sie Rockstar und Familienleben unter einen Hut?
Im Moment ist es recht einfach. Ich wohne nur ein paar Minuten von unserem Band-Headquarter entfernt und wir touren nur ein paar Wochen am Stück. Bei den Sommer-Gigs haben die Kinder schulfrei, wir können sie mitbringen.

Metallica bringen ihre Kinder mit auf Tour?
Absolut. Ihre Pässe sind voller als es meine jemals waren. Ich finde, sie können sich glücklich schätzen.

Wie finden die Kinder diesen Lifestyle?
Ok, oft sind sie genervt. Es ist lustig, sie sind ja in dieser Welt aufgewachsen, sehen die Bühne und die Fans. Es ist Teil ihres Alltags. Aber wenn Taylor Swift in die Stadt kommt und sie backstage dürfen, flippen sie total aus. ‹Oh mein Gott, ich bin backstage, ich glaubs nicht!› Und ich so: ‹Hey Leute, ihr wart euer ganzes Leben hinter der Bühne!› Und dann die Kinder: ‹Ja, aber Daddy, das ist gute Musik!› Das ist schon sehr lustig für mich.

Gehen Sie mit Ihren Kindern auf ein Konzert von Taylor Swift oder Justin Bieber?
Ja klar!

Nein oder?
Doch, absolut. Ich liebe die Tatsache, dass meine Kinder Musik lieben. Egal welche.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Homo Sapiens am 17.04.2012 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Sympathisch

    Ich muss sagen, Herr Hetfield ist nicht nur ein grossartiger Musiker (by any standards), sondern scheint auch ein sehr sympathischer Mensch und liebevoller Vater zu sein. Ist schon lustig, dass manche Eltern besorgt waren, als ihre Kinder der frühen Musik von Metallica gefröhnt haben.

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  • Bernt am 17.04.2012 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Metallica rockt

    Metallica sind ein wichtiger Meilenstein in der Musikgeschichte. Schade ist nur, dass es ihnen musikalisch nicht mehr gelingt, an die Qualität ihrer 80er und frühen bis mittleren 90er Platten ranzukommen. Mit ein Grund dürfte sein, dass Lars Ulrich es verpasst hat seinem Schlagzeugspiel einen zeitgemässen Touch zu verpassen.

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  • Kluges Kind am 18.04.2012 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    PLAYTIME spielen endlich in der Schweiz!

    ...ich freue mich schon wie ein kleines Kind auf die Band PLAYTIME am Sonisphere!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Debby Noser am 18.04.2012 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hass gege JB

    Wieso hasst ihr Justin Bieber?! Ich als Belieber hab so ein Gefühl!! bitte lass Justin in frieden ... Danke!

  • Kluges Kind am 18.04.2012 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    PLAYTIME spielen endlich in der Schweiz!

    ...ich freue mich schon wie ein kleines Kind auf die Band PLAYTIME am Sonisphere!

  • Dani G am 17.04.2012 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Metal rules!

    Geile & sympatische Band, auch wenn kommerz!

    • Headbanger am 18.04.2012 10:02 Report Diesen Beitrag melden

      Metallica und Kommerz....haha

      Na ja, da spricht jemand der absolut keine Ahnung hat von kommerzieller Musik und Musik die sich einfach seit 30 Jahren unproblematisch verkauft!!! Verfolge die Metal Szene seit nun gut 35 Jahre und abgsehen von ein paar wenige Bands wie z.B. Kiss, Iron Maiden die sich ohne Kommerz nicht mehr über Wasser halten können....sind Metallica, Sepultura, Motörhead, Megadeth etc nie von ihrem ürsprünglichem Weg abgekommen. Das Gegenteil ist der Fall, kommen Sie mehr und mehr zu ihren Anfängen zurück...so wie es James Hetfield im Interview gesagt hat.

    • Jamc am 18.04.2012 10:52 Report Diesen Beitrag melden

      Kommerz ?

      wohl kaum ... "Fight Fire With Fire" ist nicht annähernd kommerziell würde ich mal meinen ... Metallica rulez :))

    • Arrai am 20.04.2012 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      Kommerz!

      Wiebitte? Metallica und nicht kommerziell? Das ist ja wohl der größte Witz überhaupt. Wenn eine Band es nötig hat Werbung an Bushaltestellen und im TV für ihr Album zu machen sind sie sehr wohl kommerziell. Man kann eigentlich pauschal sagen das alles ab "And Justice for all..." nur noch da war um Geld zu verdienen. Iron Maiden hingegen haben hier in Deutschland nie auf Mittel wie Werbung an Bushaltestellen oder im TV zurückgegriffen.

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  • Homo Sapiens am 17.04.2012 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Sympathisch

    Ich muss sagen, Herr Hetfield ist nicht nur ein grossartiger Musiker (by any standards), sondern scheint auch ein sehr sympathischer Mensch und liebevoller Vater zu sein. Ist schon lustig, dass manche Eltern besorgt waren, als ihre Kinder der frühen Musik von Metallica gefröhnt haben.

    • Marco M am 18.04.2012 11:04 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig! :)

      James Hetfield ist mir immer sympatisch gewesen und wird es für mich auch immer sein. :)

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  • Monique Fischer am 17.04.2012 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    letztepaar fragen..

    das ist ja mal ein tolles statement zu beruf und familie!