Baschi

17. Dezember 2014 08:21; Akt: 17.12.2014 09:40 Print

«So geil, dafür hätten wir einen Preis verdient»

von Lucien Esseiva - Baschi zeigt sich im Musikvideo zu seiner Single «Hashtag» als übergewichtiger, wütender Nerd. Im Interview schiesst er gegen die Schweizer Musikszene.


Baschi - Hashtag on MUZU.TV.
Baschi einmal dick und einmal dünn im Video zu seinem neuen Song «Hashtag».
Zum Thema
Fehler gesehen?

Baschi, in deinem Song «Hashtag» lässt du kein gutes Haar an den sozialen Medien. Was nervt dich so daran?
Ich habe gar nichts gegen Social Media und konnte selber schon ein paar coole Kontakte über solche Netzwerke knüpfen. Es ist nicht so, dass ich mich komplett dagegen wehre. Was ich sagen will: Wir dürfen uns nicht komplett von der virtuellen Welt einlullen lassen und unser Leben danach richten.

Der Song wirkt recht wütend. Was hat dich so auf die Palme gebracht?
Mit erhobenem Mahnfinger durch die Welt zu gehen, liegt mir nicht. Aber es ist so, dass sich einige Leute schon hinterfragen sollten, ob ihr Leben, so wie sie es leben, gut ist.

Wie sieht denn dein Umgang mit Social Media aus?
Zu oft auf Facebook und Instagram zu sein kenne ich sehr gut, besonders wenn ich tagelang im Studio bin. Ich habe mich auch dabei ertappt, dass ich plötzlich Videos schaue, die sich kein normaler Mensch anschauen würde. Dafür schäme ich mich dann ein bisschen.

Wie zwingst du dich in die reale Welt?
Wir haben hier im Studio einen Tresor, in den wir unsere Handys einschliessen. Oder gehen nach draussen und spazieren am Fluss, der gleich bei uns vorbeifliesst.

Besonders die junge Generation nutzt die sozialen Medien exzessiv. Hast du einen Tipp für einen gesunden Umgang?
Die Kiddys sollten neben ihrem virtuellen Leben unbedingt noch ein richtiges Leben führen. In einen Fussballclub eintreten oder turnen gehen.

Hast du mal überlegt, wie du deinem Kind den Umgang mit Social Media beibringen würdest?
Das ist schwer zu sagen. Aber ich wäre wohl ein toleranter Vater und würde mit meinem Kind über die Sache reden wollen, statt es strikt zu verbieten. Aber es würde bestimmt Regeln geben.

Es war zu lesen, dass du gerne das schwarze Schaf der Schweizer Musikszene bist. Wie meinst du das?
Ich bin bestimmt kein Künstler, der mit der Norm mitschwimmt. Aber ich will auch nicht krampfhaft für Skandale sorgen oder provozieren, damit ich wahrgenommen werde. Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich über mich sehr aufregen kann. Mich hat man gern oder man hasst mich. Das ist bei vielen Schweizer Künstlern anders.

Das klingt nach Kritik.
Ist es auch. Die Schweizer Musikszene ist zwar brutal aktiv, aber sie ist auch viel zu clean und zu angepasst. Viel zu wenige fallen mit krassen, geilen Aktionen auf. In Amerika spannen die Künstler zusammen und entwickeln gemeinsam coole Projekte. Das findet hier überhaupt nicht statt.

Im Video zu «Hashtag» trittst du als übergewichtiger Nerd auf. Wie passierte diese Verwandlung?
Mir wurde Schaumstoff ins Gesicht geklebt und ich musste fünf Stunden in der Maske sitzen. Ich finde das Video von Regisseur Haris Dubica so krass geil, dafür hätten wir echt einen Preis verdient.

Der Regisseur ist vor allem in Serbien bekannt.
Ja, dort ist Haris ein Regiestar und macht Videos für die grössten Musiker im Land. Mir gefällt seine Mentalität. Sowieso sind Jungs aus dem Balkan meine neuen Kollegen.

Wieso?
Diese Leute glauben noch daran, dass man mit Arbeit etwas erreichen kann. Denen geht es nicht immer nur ums Geld. Der Schweizer ist viel zu vorsichtig und will sich immer absichern. Ich arbeite viel lieber mit Freunden aus dem Balkan zusammen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • L. Umi am 17.12.2014 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Langweile

    Baschi, Stress, Bligg schiessen gegen die Musikindustrie, welche sie seit Jahren in allen Medien so promotet, als wären sie die einzeigen drei Künstler in der Schweiz. Es ist himmeltraurig. Immer diese drei Köpfe seit Jahren, ah ja ..schon vor Jahren waren sie auf der SRF Youtube Page oben als Bestandteil des kleinen Medienkuchens. Wenn sie so gut wären, dann würde sich das Ausland darum reissen, aber über der Landesgrenze interessiert das kein Schwein. Nach Stress vs. Bligg kommt die nächste Sensation Baschi vs. Bligg oder Baschi vs Stress vs Bligg vs Baschi :)

  • Bashtag am 17.12.2014 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Baschi?

    One-Hit-Wonder Baschi... Da interessiert mich der Wetterbericht vom Wallis mehr. Bin am Bodensee zuhause...

    einklappen einklappen
  • Rodney McKay am 17.12.2014 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gecasteter Retorten-Künstler

    Baschis Werk ist für mich Fahrstuhlmusik für Bünzlis. Schon beim Namen Baschi wirds mir zu bünzlig. Wenn dann noch seine Kopfwehmusik läuft, "löscht" es mir ab. Ein Sucker allerersten Grades...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Meier am 18.12.2014 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstkritik

    "In Amerika spannen die Künstler zusammen und entwickeln gemeinsam coole Projekte. Das findet hier überhaupt nicht statt." --> schon mal darüber nachgedacht das einfach niemand mit dir ein Projekt anreisen möchte weil deine Referenzen einfach zu schwach sind? ( siehe Video oben )

  • Mister X am 17.12.2014 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Song...Noch besseres Video

    Meiner Meinung nach ist der Song gelungen. Baschi hat sich entwickelt. Mit diesem Song zeigt er, dass er auch anders kann als nur rumschnülzen.(heb mi) Man merkt, dass er sich mehr mit Sprechgesang auseinandersetzt (Zum Glück). Wurde er von anderen Künstler inspiriert? Noch ein grosses Lob an Haris Dubica. Tolles Video!

  • m. k. Fan am 17.12.2014 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Baschi

    Wort des Jahres:# Und Baschi war ein Schritt voraus. Aus guten Gründen ist Baschi vorne in der CH-Musik Szene und wir unterstützen ihn dabei. Spielt in diesem Fall absolut keine Rolle, ob ein CH-Musiker im Ausland bekannt ist oder nicht. Das Musik Business ist nicht einfach.

  • Jörg Loser am 17.12.2014 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    voraus sehend

    in 10 Jahren wird der jetzt schon leicht übergewichtige Baschi genau so aussehen.

  • greymon am 17.12.2014 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    rückdigitiert

    Bashi ist bei music star von agumom zu greymon digitiert. Er hat aber anscheinend vergessen, dass dies viel kraft braucht und ist wieder zu agumon zurück digitiert der arme...