Kuno Lauener

18. März 2012 11:08; Akt: 18.03.2012 11:20 Print

«Vielleicht mache ich eine Kinderplatte»

von Marlies Seifert - Die wilden Zeiten sind vorbei: Mit 20 Minuten Online sinniert der frischgebackene Vater und Züri-West-Frontmann Kuno Lauener über gute Kinderlieder und sein neues Hobby, die Gartenarbeit.

Das neue Video von Züri West: Göteborg. (Quelle: Youtube)
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Das neue Album von Züri West heisst «Göteborg». Hast du einen speziellen Bezug zu der Stadt?
Kuno Lauener: Meine Freundin ist Halbschwedin und ihre Mutter kommt aus Göteborg. Wir hatten lange keinen Namen für das Album. Irgendwann fanden wir, dass Göteborg ganz passend wäre, weil der Name einerseits sehr klangvoll ist und die Stadt andererseits für viele Schweizer ein weisser Fleck auf der Landkarte ist.

Im Titelsong beschreibst du, wie du deine Freundin und deine Tochter vom Flughafen abholst. Für deine Verhältnisse gibst du damit viel Persönliches preis...
Eigentlich hatte ich ja nie etwas zu diesem Thema gesagt. In den Zeitungen wurde aber schon darüber berichtet, dass ich Vater geworden bin. Also dachte ich mir: Jetzt baust du diesen einen Satz in diesen Song ein – und dann ist aber gut. So eine neue Lebenssituation beeinflusst alles. Ein Kind zu bekommen ist eine sehr zentrale Angelegenheit, und das gehört jetzt zu meinem Leben wie die Musik. Also war es für mich ein stimmiges Szenario, das Thema in einem Lied zu erwähnen.

Im Dezember ist Lucy zur Welt gekommen. Mutter ist deine 15 Jahre jüngere Freundin Kristina. Wie ist es, so spät noch Papa zu werden?

Ich bin schwer verliebt in die Kleine. Erst konnte ich mir meine neue Rolle gar nicht richtig vorstellen, aber dann wächst du in die neue Aufgabe rein. Ich denke, ich mache mich gar nicht so schlecht.

Wechselst du die Windeln schon in Rekordzeit?
Ach, das nehme ich eher gemütlich. (lacht)

Wie hat das Vatersein dein Songwriting beeinflusst?
Ich wusste, wir bekommen während der Produktionszeit fürs neue Album ein Kind. Da macht man sich natürlich viele Gedanken, die aber in dem Moment noch eher theoretischer Art sind. Man sieht ja noch keine Person vor sich. Natürlich kommen da auch Emotionen auf und manchmal war es deshalb auch schwierig, mit dem Kopf bei der Sache zu bleiben. Es ist sicherlich eine sehr anregende Situation, aber ich möchte nicht sagen, dass jetzt ein neuer Mensch bin und in Zukunft ganz andere Songs schreiben werde. Aber es wird sich zeigen, wie sich das Vatersein auf meine Arbeit auswirken wird.

Erste Ansätze hört man aber schon in Liedern wie «Bugguwau» oder «50 Wörter». Die Songs haben beinahe Kinderliedcharakter...
Ja, stimmt schon. Das sind Songs, die sind entstanden, nachdem ich wusste, dass ich Vater werde. Seit ich Musik mache, empfinde ich es als besonderes Kompliment, wenn Kinder an einem unserer Lieder Freude hatten. Sie sind im Stand, ganz andere Zusammenhänge zu sehen. Mani Matter war der Grossmeister darin, Songs zu schreiben, die von einem intellektuellen Ansatz her viel hergeben und auch auf ganz kindliche, wörtliche Weise verstanden werden können. Das ist eine Klasse für sich. Wenn ich mal so gut werden sollte, mache ich ein Kinderplatte.

Die ersten Versuche klingen schon sehr gut.

Meine Band macht sehr atmosphärische Musik, und das kommt meiner Art zu texten sehr entgegen. Da muss ich nicht immer explizit werden. Man kann eine ungefähre Stimmung beschreiben und die Musik übernimmt den Rest. Ich weiss nicht, ob ich mich einfach mit der Klampfe hinhocken und die gleiche Stimmung erzeugen könnte. Aber vielleicht gelingt mir das ja irgendwann.

Zwischen dem jetzigen und dem letzten Studioalbum lag eine längere Pause. Was machst du in so einer Phase?

Wir sind während der Zeit in ein altes Haus umgezogen, haben lange umgebaut und renoviert. Es gibt immer etwas zu tun. Ich bin aber jeweils froh, wenn ich nach einer Tour nicht gleich mit Musik weitermachen muss. Allerdings ist sie stets im Hinterkopf. Deswegen täte mir vielleicht ein Nebenjob mal ganz gut. Aber jetzt bin ich ja familiär ziemlich eingespannt. Und wenn mal nichts geht, grabe ich den Garten um oder schneide die Rosen. Ach Gott, das klingt jetzt extrem rentnermässig.

Von Rente kann keine Rede sein. Ihr geht ja bald auf Tour.
Und darauf freuen wir uns sehr! Das ist der Teil an unserem Job, für den man sich ins Füdli tritt. Ob vor 200 oder 20’000 Leuten – man will immer alles geben.

Mit einem kleinen Kind daheim werden die Aftershow-Partys wohl eher ausbleiben...
Das ist schon etwas, was einen eher Heim zieht. Schon auf der letzten Tour habe ich jedoch lieber im Hotel ein Buch gelesen, als auf eine Party zu gehen. Es ab und zu krachen zu lassen, ist ok. Aber das Bad in der Menge lasse ich heutzutage meistens aus.

Dein Ruf als Sexsymbol hält sich trotzdem hartnäckig.
Mich freuts. Das ist ja nicht das dümmste Image der Welt. Ich werte es als Kompliment, und trage es wie ein Parfüm.

Züri West sind ja schon Ewigkeiten dabei. Wie lebt es sich als lebende Legende?

Prekär wird’s erst, wenn irgendwo ein Denkmal steht. Dann fühlt man sich mit einem Bein unter dem Boden – oder im Museum. Solange wir immer noch neue Scheiben machen und Spass dabei haben, mache ich mir aber keinen Kopf darüber, ob man mit über 50 noch auf Tour gehen sollte.

Am Samstag hast du deinen 51. Geburtstag gefeiert. Wie gehst du um mit dem Älterwerden?

Da gibt es schon gewisse Massnahmen, die man treffen kann. In meinem Badezimmer leuchten zum Beispiel anstatt 100-Watt-Birnen nur noch 30-Watt-Birnen (lacht). Es gibt sicherlich Besseres, als zu sehen, dass zum Beispiel die Haar jetzt wirklich ausfallen. Aber es gehört dazu. Ich nehme es, wies kommt und fühle mich gar nicht so schlecht. Jetzt wo ich Vater bin, muss ich ja sowieso mindestens achtzig werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tg@any.net am 18.03.2012 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Kuno....

    Geile Siech!

  • Rodney McKay am 21.03.2012 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Ideen

    Hatte er auch schon eigene Ideen oder kupfert er nur ab?

  • Kunita Lurking am 18.03.2012 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ich war mal Fan....

    "Vielleicht mache ich eine Kinderplatte" - bitte nöd!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rodney McKay am 21.03.2012 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Ideen

    Hatte er auch schon eigene Ideen oder kupfert er nur ab?

  • tg@any.net am 18.03.2012 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Kuno....

    Geile Siech!

  • Kunita Lurking am 18.03.2012 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ich war mal Fan....

    "Vielleicht mache ich eine Kinderplatte" - bitte nöd!