Slash

30. März 2010 23:25; Akt: 30.03.2010 20:08 Print

«Von Drogen und Bier lasse ich die Finger»

von Bernhard Brechbühl - Er ist ein Gitarrengott: Slash, der Ex-Guns-N'-Roses-Star. 20 Minuten sprach mit ihm über seine neue Platte, seine Drogenabstinenz – und über Axl Rose.

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Slash, auf deinem Album singen Ikonen der Rockmusik wie Iggy Pop und Ozzy Osbourne. Wie konntest du sie zum Mitmachen überreden?
Slash: Ich pflegte mit diesen grossartigen Musikern über Jahre hinweg gute Beziehungen. Nur deshalb haben sie mitgemacht. Mit Ozzy zum Beispiel haben wir bei ihm zu Hause am Song gearbeitet. Und da realisierte ich plötzlich: Das ist genau die Stimme, die ich als Jugendlicher so bewunderte!

Du hast einst für Michael Jackson Gitarre gespielt. Wolltest du ihn auch auf dem Album haben?
Ich dachte darüber nach, aber er war so beschäftigt mit den Vorbereitungen für seine O2-Show. Da liess ich ihn in Ruhe. Sein Tod hat mich sehr getroffen. Er war eine fantastische Person und ein Riesentalent.

Auch Popsänger wie Fergie von den Black Eyed Peas sind auf deiner Platte zu hören. Bis du ein Pop-Fan?
Eigentlich kann ich mir Popmusik nicht allzu lange anhören, aber in der Szene gibts doch ein paar sehr begabte Menschen. Fergies Stimme hat mich wirklich weggeblasen. Ich finde es allerdings sehr schade, dass in den Charts kaum noch Rocksongs zu finden sind.

Du giltst als einer der besten Gitarristen der Welt. Wieso bist du so gut?
Bei mir ist es keine Frage der Technik. Meine Fingerfertigkeiten sind gar nicht so gut. Die Leute mögen meinen Sound, weil er von Herzen kommt.

Du bist auch eine Figur im Konsolen-Game «Guitar Hero III». Spielst du es auch selbst?
Früher mochte ich das Game gern. Jetzt habe ich aber aufgehört. Meine eigene Figur zu spielen, ist mir echt zu schräg.

Welches ist das beste Gitarrenriff, das du je geschrieben hast? «Sweet Child O’ Mine»?
Nein, ich konnte dieses Gitarrenintro früher nicht ausstehen. Ich fand, es klingt schwul. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. «Paradise City» gefiel mir immer viel besser.

Bedauerst du, die Guns N’ Roses Ende der 90er-Jahre verlassen zu haben?
Ich bedauere gar nichts.

Wie findest du das aktuelle Gunners-Album «Chinese Democracy»?
Es klingt sehr nach Axl.

Das ist alles?
Ja, seit ich die Band verliess, habe ich nicht mehr mit Axl gesprochen. Mehr sage ich nicht dazu.

Trägst du immer noch ständig deinen berühmten Zylinder?
Ja, so kann ich mich verstecken. Ich bin nämlich eher introvertiert.

Früher zelebriertest du das Prinzip Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Wie sieht es heute damit aus?
Ich habe viel Sex – mit meiner Frau. Von Drogen lasse ich seit vier Jahren die Finger. Ich konsumierte früher wirklich viel davon und es ging mir miserabel. Auch mit Alkohol hab ich aufgehört.

Du trinkst nicht mal mehr gelegentlich ein Bier?
Das würde nicht funktionieren, sonst würde ich wieder auf den Geschmack kommen. Ich lebe echt ganz nüchtern.

Du bist jetzt also ein ganz anständiger Familienvater?
Ja, meine Söhne Cash und London sind jetzt 5 und 7 Jahre alt. Wir führen alle zusammen in Los Angeles ein richtiges Familienleben.