Blue Balls Face Shura

29. April 2016 10:35; Akt: 29.04.2016 11:36 Print

«Wenn ich nervös bin, muss ich immer pinkeln»

von Schimun Krausz - Die 23-jährige Shura ist das diesjährige Gesicht des Blue-Balls-Festivals – ein Name, der die Londoner Musikerin schmunzeln lässt.

Die Engländerin Shura, das Blue Balls Face 2016, im Interview mit 20 Minuten. Dazu gibt es auf Gitarren reduzierte Live-Versionen ihrer zarten R&B-Synthpop-Songs. (Video: Camille Kündig / Schimun Krausz)
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«Ich habe den Namen gelesen und fand nur so: Hallooo! Da muss ich unbedingt mitmachen, das ist so lustig!», erzählt die Londonerin Shura (23) über die Anfrage, ob sie das Gesicht des diesjährigen Blue Balls Festival sein wolle. Wer in ihrer englischen Heimat nämlich an «Blue Balls» leidet, ist schon so lange nicht mehr zum Schuss gekommen, dass seine Hoden («Balls» bedeutet «Eier» oder «Nüsse») deswegen tierisch schmerzen.

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«Schlussendlich muss man aber stolz sein auf solche unfreiwillig komischen Dinge», findet sie, «mein Name beispielsweise bedeutet ‹Pisse› auf albanisch.» Das war freilich nicht die Absicht ihrer Eltern; denn Shura ist im Russischen die Verniedlichungsform von Aleksandra, wie die Tochter einer russischen Schauspielerin und eines englischen Filmemachers bürgerlich heisst.

Sie sieht sich als «Amateur»

Dass sie mittlerweile bezahlt wird, um an Festivals aufzutreten, für die sie früher zahlen musste, um hinzugehen, findet die Synthpop-Musikerin grossartig: «Klar, ein paar Stündchen müssen meine Band und ich dabei schon arbeiten, aber das macht ja Spass.» Selbst wenn nicht alles klappt, was sehr oft vorkomme.


(Quelle: Youtube/ShuraVEVO)

«Ich vergeige immer etwas», sagt sie, «kürzlich habe ich mich an einem Konzert in London auf die Bretter gelegt. Ich habe ein Gitarrensolo gespielt und bin dabei auf den Rücken gefallen, wie eine Schildkröte.» Passend dazu trägt sie beim Interview im Luzerner Hotel Schweizerhof eine Mütze mit der Aufschrift «Amateur», was keineswegs ein Understatement sei: «Ich habe immer noch keine Ahnung, was ich hier genau mache. Die Mütze passt darum zum Bild, das ich von mir selbst habe.»

Was lange währt

Dabei hat Shura bereits einiges erreicht: Ihr erster ins Netz gestellte Song «Touch» hat seit März 2014 bald 26 Millionen Youtube-Klicks gesammelt, die BBC packte sie letztes Jahr auf ihre «Sound Of 2015»-Liste mit den grössten Nachwuchs-Hoffnungen und einen Plattenvertrag mit Polydor Records (Universal Music) hat sie ebenfalls in der Tasche; am 8. Juli erscheint das Debütalbum «Nothing's Real».


(Quelle: Youtube/ShuraVEVO)

«Als ich sah, wie positiv die Leute auf ‹Touch› reagierten, merkte ich: Oh, scheisse, ich muss also ein Album schreiben», erzählt sie. Weil dieses Lied damals bereits so gut produziert war, hätten ihre neu gewonnenen Fans erwartet, dass sie noch mehr fertiges Material hat und etwa sechs Monate später die ganze Platte folgt. Doch es dauerte länger, viel länger. «Ich bin keine produktive Songschreiberin», gibt sie als Grund dafür an, «ich schreibe vielleicht 15 Stücke pro Jahr, und zehn davon sind gut.»

Nervöse Blase

Album Nummer eins ist mittlerweile im Kasten und kommt in zweieinhalb Monaten raus, darum hat Shura nun wieder Zeit für Festival-Auftritte wie am Blue Balls. Das Beste daran: «Die Toiletten der Künstler sind ein bisschen komfortabler als die auf dem Gelände – das macht einen grossen Unterschied bei der Festival-Erfahrung. Und ich muss die ganze Zeit pinkeln! Vor allem, wenn ich nervös bin – bevor ich auf die Bühne gehe, muss ich jeweils etwa fünfmal aufs Klo.»

Welche anderen Künstler sich am diesjährigen Blue Balls (22. bis 30. Juli) ebenfalls über die sauberen Toiletten des Luzerner KKL freuen dürfen, steht auf der Festival-Website, wo es ab sofort auch Tickets für alle Shows zu kaufen gibt. Shura selbst bestreitet den Eröffnungsabend am 22. Juli und tritt vor Air auf, «eine meiner liebsten Bands».

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Eidgenosse am 29.04.2016 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prominentes Problem

    Ist das gleiche Phänomen wie bei unsere Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Eidgenosse am 29.04.2016 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prominentes Problem

    Ist das gleiche Phänomen wie bei unsere Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

    • Lara am 29.04.2016 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Eidgenosse

      Für die Betroffenen einer Reizblase ist ihre Krankheit sehr unangenehm und einschränkend. Beileibe kein Witz.

    • Josef F. am 29.04.2016 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lara

      Ich denke Der Eidgenosse hat es ebenfalls nicht als Witz verstanden. Wer macht sich schon über Politik lustig?

    • Peter Muster am 30.04.2016 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Eidgenosse

      Genau mein Gedanke! Wollte ich gerade kommentieren ;)

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