Anna Rossinelli

12. Februar 2019 20:59; Akt: 12.02.2019 20:59 Print

«Social Media bedeuten für mich Stress»

Anna Rossinelli zeigt auf ihrem Nummer-eins-Album «White Garden» neue Seiten von sich. Wir haben die Sängerin im Quick Talk ausgequetscht.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um das neue Album «White Garden» zu hören? Und was ist die krasseste Story dahinter? Anna Rossinelli verrät es im Interview. (Video: 20 Minuten)
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Anna, was würdest du machen, wenn du keine Musikerin wärst?
Kindergärtnerin.

Umfrage
Hast du das neue Album von Anna Rossinelli schon gehört?

Was gefällt dir an der Schweizer Musikszene?
Ich finde es schön, dass alle so vernetzt sind. Man lernt alle kennen und pflegt einen freundschaftlichen Umgang. Die Swiss Music Awards sind so ein Ort, wo alle mal zusammenkommen.

Und was nervt dich?
Wir machen uns immer so klein. Ich habe das Gefühl, dass man als Schweizer Musiker von den Schweizern gleich mehr gehasst wird. Irgendwie sind wir nicht so stolz auf unsere Musik. In anderen Ländern, etwa in England, werden die eigenen Künstler auch mehr zelebriert.

«Wir machen uns immer so klein. Das nervt»

Was bedeutet Schönheit für dich?
Schönheit hat für mich mit innerer Zufriedenheit zu tun – etwas mit Lachen, Herzlichkeit, Fröhlichkeit und Lebenslust.

Wärst du lieber woanders als in der Schweiz geboren?
Ich fände es schon cool, wenn ich in einem englischsprachigen Land aufgewachsen wäre – rein musikalisch gesehen. Weil ich auf Englisch singe und in der Schweiz gewisse Leute überhaupt nicht verstehen, wovon meine Songs eigentlich handeln. Aber grundsätzlich bin ich glücklich und dankbar, in der Schweiz zu sein.

Stresst dich das Älterwerden?
Stressen nicht, da ich nicht mehr 20 sein möchte. Ich finde es super, 31 zu sein. Es ist aber schräg, im Spiegel die Veränderungen zu sehen – wie das erste graue Haar.

Was entspannt dich?
Die Badewanne. Das Wasser muss schön heiss sein, nicht wie im Videoclip.


Der Clip zu «Hold Your Head Up», den Anna gerade angesprochen hat. (Quelle: Youtube/Anna Rossinelli)

Wie gehst du mit Kritik um?
Ich kann besser mit Kritik umgehen, wenn sie mir jemand direkt ins Gesicht sagt. Lese ich etwas, was überhaupt nicht so ist, kann mich das schon verletzen.

«Für meine Projekte suche ich gezielt nach Frauen»

Im Gegensatz zu Männern sind Frauen in der Musikbranche …?
… weniger vorhanden und präsent. Auch hinter den Kulissen, bei der Licht- oder Tontechnik, arbeiten oft nur Männer. Ich persönlich wünsche mir, in Zukunft mit mehr Frauen zusammenzuarbeiten. Für meine eigenen Projekte suche ich auch gezielt nach Frauen.

Wann ist es nützlich, prominent zu sein?
Auf der Post muss ich manchmal meine ID nicht zeigen.

Was sind deine nächsten Ferienziele?
Mein Freund und ich wollen sehr gern nach Tokio. Ich liebe es, wenn alles anders ist als zu Hause. Wann wir genau fliegen, wissen wir noch nicht. Ich hoffe aber, dass es noch in diesem Jahr sein wird.

Was macht dich traurig oder wütend?
Mangelnde Akzeptanz, wie beim Thema Flüchtlinge. Alle haben immer das Gefühl, sie bekämen weniger, nur weil jemand anderes etwas bekommt. Eben der Neid. Vor allem die Schweiz ist von diesem Gefühl geprägt und geplagt. Wir müssen versuchen, uns zu unterstützen.

Wie kann man dich kulinarisch verwöhnen?
Ich liebe italienisches Essen – Pizza Margherita, Spaghetti Bolognese. Ich brauche kein Rindsfilet, um glücklich zu sein. Ich mag die einfache Küche lieber.

Was würdest du dir für den Eurovision Song Contest 2019 wünschen?
Ich habe eigentlich nichts mehr mit dem ESC zu tun. Aber wünschen würde ich mir, dass wieder alles live gespielt wird. Es geht schliesslich um Musik, und aktuell singen nur die Sänger live.

«Ich finde es toll, mein Leben mit den Leuten zu teilen»

Was bedeuten Social Media für dich?
Ein Stressgefühl und Druck. Ich finde es schon toll, mein Leben mit den Leuten zu teilen. Und auch Instagram gefällt mir, weil ein Foto oft mehr aussagt als 1000 Worte. Allerdings bin ich nicht der Typ, der alles dokumentiert. Meist habe ich das Gefühl, es sei zu wenig wichtig, um es mit der Welt zu teilen.

Wo hast du das letzte Mal ein Lied von dir gehört?
Erst vor ungefähr zwei Wochen in einem Laden, wo ich ein Geschenk für einen Freund gekauft habe.

(kao)