Nachruf

21. Mai 2012 01:10; Akt: 21.05.2012 08:30 Print

Bee-Gees-Sänger Robin Gibb gestorben

Der Bee-Gees-Sänger Robin Gibb ist tot. Nach Angaben seiner Familie starb der 62-Jährige am Sonntag nach einem langen Kampf gegen eine Krebserkrankung.

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Robin Gibb im Mai 2011 an einem Konzert in Warschau. (Bild: Keystone/Jacek Turczyk)

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Der lange Kampf gegen den Krebs hatte Robin Gibb gezeichnet. Doch der Mann mit einer der intensivsten Stimmen der Popgeschichte schien rechtzeitig zur Veröffentlichung seines mit Sohn Robin-John komponierten «Titanic Requiems» den vom Darm auf die Leber übergegriffenen Krebs zurückgedrängt zu haben. So zuversichtlich äusserte sich der Musiker noch im März. Aber sein Körper war doch zu geschwächt, die tückische Krankheit nicht mehr zu besiegen. Am Sonntag starb Gibb im Alter von 62 Jahren.

Mit den Brüdern Maurice und Barry bildete Robin Gibb die Bee Gees – eine Popgruppe, deren kommerzieller Erfolg sich mit dem der Beatles messen kann. 200 Millionen Platten verkauften die Bee Gees in fünf Jahrzehnten, hatten seit den 60er Jahren längst zu Evergreens gewordene Hits wie «Massachusetts», «I've Gotta Get A Message To You», «Lonely Days», «How Can You Mend A Broken Heart», «How Deep Is Your Love», «Stayin' Alive», «You Win Again» und «For Whom The Bell Tolls». Den perfekten Harmoniegesang des Trios prägte Robins Stimme, klar wie eine Trompete oder in einem unglaublichen Falsett wie bei den Disco-Hits der 70er Jahre.

Ein Requiem zum Schluss

«Robins himmlische Stimme war Markenzeichen und entscheidender Bestandteil des Sounds der Bee Gees», heisst es in einer Biografie Gibbs, die in elf Kapiteln auf seiner offiziellen Webseite steht. Sie sind überschrieben mit Titeln wie «Geburt der Brillanz», «Erster Ruhm», «Geschichte schreiben» und – zuletzt – «Alles was wir haben ist jetzt».

Ein Requiem zum Untergang der «Titanic» vor 100 Jahren wurde zum letzten Werk Gibbs. Eines der Lieder daraus, «Don't Cry Alone» – «Weine nicht allein» – sang er selbst. Es sollte das letzte Lied werden, das von ihm gesungen wurde.

«Der Preis für all den Ruhm und Reichtum?»

Vater und Sohn schrieben das klassische Requiem zusammen, die Arbeit daran gab Gibb wohl während der Krebstherapie Mut und Kraft. Er wollte nach eigenen Angaben auf seiner Webseite noch mehr klassische Musik komponieren, noch in diesem Jahr aber auch wieder mit seinem 65-jährigen Bruder Barry Popmusik schreiben. Sein Zwillingsbruder Maurice starb 2003 nach einer Darmoperation. Der jüngste Bruder Andy, der allerdings nie zu den Bee Gees gehörte, starb 1988 an einer Herzmuskelentzündung. Er wurde nur 30 Jahre alt.

«Manchmal frage ich mich, ob die Tragödien, die meine Familie erlitt, eine Art karmischer Preis für all den Ruhm und Reichtum sind, den die Bee Gees gehabt haben», sagte der am 22. Dezember 1949 auf der Isle of Man als drittes von fünf Kindern geborene Gibb in einem seiner letzten Interviews der britischen Zeitung «The Sun».

Der Kampf gegen den Krebs begann im August 2010, Gibb brach bei einem Konzert in Belgien zusammen, wurde durch eine Notoperation gerettet. Weitere Operationen und Chemotherapien folgten.

Die Toten spenden den Lebenden Trost

Die Bee Gees waren erfolgreich, aber sie galten auch – im Gegensatz zu Beatles und Rolling Stones – als rein kommerziell. Ihre Schmusenummern von «Massachusetts» über «Words» bis «You Win Again» kennt zwar jeder, viele haben sie aber als Schnulzen abgetan. Die Bee Gees standen für harmonische Perfektion, und selbstbewusst lässt Gibb ein Kapitel seiner Online-Biografie mit «Unsterblichkeit» überschreiben – es geht da um die Jahre 1997 bis 2002.

Dass seine einzigartige Karriere mit einem Requiem endet – Gibb hatte andere Pläne. Von seinem Klassikdebüt wünschte er sich, dass es ernst genommen wird. «Es ist ein ernstes Thema und keine Rock-Oper, es gibt keine Backbeats», sagte er in einem auf seiner Webseite veröffentlichten Interview über das «Titanic-Requiem». Die Lieder «Daybreak» und «Don't Cry Alone» dafür schrieb er unmittelbar nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus. «Ich fing an Keyboards zu spielen und der Song passierte einfach… Das Lied (‹Don't Cry Alone›) ähnelt 'Daybreak' sehr: Der Geist, der gegangen ist, tröstet den, der lebt.»

Robin Gibb ist tot, aber seine Musik wird weiter vielen Menschen den Trost spenden, von dem er in seinem letzten Werk sprach.

Robin Gibb bei Thomas Gottschalk Frühling 2010:

(Video: youtube/EleonorePrinz)

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maruin am 21.05.2012 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Musikgenie musst gehen

    Sehr traurig, aber auch eine Erlösung für Robin. Die Musik die ich sehr gerne höre und zu der ich als Teenie gerne tanzte wird nie vergessen sein.

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  • Kim Ngoc Huynh-Ma am 21.05.2012 03:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein herzliches Beileid !!!

    Wünsche alle Familienangehörigen viel Kraft und Gottessegen !

  • der Mechaniker am 21.05.2012 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    mir bitte nicht böse sein

    Michael Jackson tot, Amy Winehouse tot, Robin Gibb tot, Whitney Housten tot, Donna Summer tot, Steve Lee tot, im Himmel muss es jetzt ja ab gehen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • der Mechaniker am 21.05.2012 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    mir bitte nicht böse sein

    Michael Jackson tot, Amy Winehouse tot, Robin Gibb tot, Whitney Housten tot, Donna Summer tot, Steve Lee tot, im Himmel muss es jetzt ja ab gehen?

  • Reto Mario Scherer am 21.05.2012 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Ruhe in Frieden. Danke für die schönen Momenten.

  • Ein Grosser Fan am 21.05.2012 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abschied

    Ich bin bestürz und traurig, ich war mit meiner Mutter 1991 am Konzert in Zürich und am letzten Europa Konzert im alten Wembley Stadion und es war einmalig! Die Musik bleibt! Danke Robin und Ruhe in Frieden. We don't say Goodby

  • Claudia am 21.05.2012 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzliches Beileid für die Family 

    Robin Gibb war der beste. es macht mich sehr,sehr traurig. Leider konnte ich die Band nie Live sehen.

  • Nadja am 21.05.2012 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute Robin

    Der Tod ist nicht das Ende, nur ein Übergang. Danke für die Musik