Konzert: ZH, Mittwoch, 5.12.

01. November 2007 23:00; Akt: 01.11.2007 22:00 Print

Bela: «Frauen wollen Männer bekehren»

Heute erscheint das neue Ärzte-Album «Jazz ist anders». 20 Minuten sprach mit Schlagzeuger Bela B.

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«Jazz ist anders» klingt sehr brav. Das Schlimmste, was darauf besungen wird, ist ein Mord aus Liebe.
Bela B.: Es ist ja nicht unser Ziel, ständig Straftatbestände zu erfüllen! Wir wollen Texte schreiben, die wir lieben. Abgesehen davon können wir kaum mehr provozieren. So sehr sind wir inzwischen zum allgemeinen Kulturgut geworden.

Ich behaupte, für die Fans ist eure Musik sowieso Nebensache. Denen könntet ihr irgendwas vorsetzen.
Das ist schon klar. Aber das tun wir ja nicht! Okay, wir könnten vielleicht zwei Jahre oder so Mist bauen, aber dann hätte auch der letzte Fan begriffen, dass es jetzt vorbei ist.

Ein paar Songs drehen sich um Vergänglichkeit. Trauern auch die Ärzte manchmal der Jugend nach?
Nein! Von früher zu erzählen, finde ich langweilig. Aber wir reflektieren natürlich unser Umfeld, und da ist Vergänglichkeit ein Thema. Viele Leute, die ich kenne, sind auf der Strecke geblieben...

...oder sie sind spiessig und machen auf traute Zweisamkeit, wie es der Song «Deine Freundin» beschreibt?
Oder das. Darin gehts um Frauen, die deinen Kumpel klauen wollen. Ich will jetzt nicht gemein sein. Aber es sind schon eher die Frauen, die ihre Männer bekehren wollen – und nicht umgekehrt.

Ansichtssache. Aber apropos Frau: Gibt es eine in deinem Leben?
Privat.

Dann halt was anderes: Warum schreibt eigentlich Farin Urlaub immer doppelt so viele Songs wie du?
Weil er Gitarrist ist, was das Songwriting erleichtert, und ich Schlagzeuger. Aber immerhin: Früher hatte ich jeweils so drei eigene Songs auf einem Album, jetzt sind es schon mal sechs.

Claudia Schlup