14. Mai 2006 22:35; Akt: 14.05.2006 19:39 Print

Bela B.: «Cash war eine coole Sau»

Vom Stehdrummer zum Vorzeige-Gitarristen. Ärzte-Schlagzeuger Bela B. zeigt auf seinem gelungenen Solo-Debüt «Bingo!» neue Facetten.

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Bela, im Song «Gitarre runter» belehrst du die Sechssaiter-Zunft. Ist das die Rache des Schlagzeugers?

Bela B.: Nein. Aber wie am Schlagzeug spielt die Show für mich auch an der Gitarre eine Rolle. Ich werde den Beweis antreten, dass es verdammt wichtig ist, wie cool man sich die Gitarre umhängt. Man darf den Sack nicht sehen.

Und was ist mit Johnny Cash? Der klemmte die Gitarre direkt unter den Arm.

Bela: Das ist jetzt aber fies. Der war ja definitiv ne coole Sau. So kriegst du einen alten Cash-Fan wie mich natürlich dran.

Mit Lee Hazlewood hast du einen anderen deiner alten Helden aufs Album eingeladen.

Bela: Ein Riesenerlebnis! Eigentlich sollte er bloss das Intro sprechen, aber er hörte den Song und wollte auch singen. Klar wollte er auch Geld dafür. Das war der Luxus, den ich mir für mein Soloalbum gerne gönnte.

Mit «Hab keine Angst» hat es ein weiteres Duett auf dem Album…

Bela: Ja, ein wunderbarer Song mit Lula. Ich war erst nicht sicher, ob der aufs Album kommt, weil der Song das ist, was man wohl von Bela erwartet.

Ein Duett à la Nick Cave und Kylie Minogue?

Bela: Nun, die einen erwarteten wohl Gothic mit Tod und vielen Vampiren, andere ein Metal-Album oder tätowierten Schweinerock mit Prollsex-Texten. Es wurde eine Rockplatte mit schmutzigen Las-Vegas-Glam-Twang-Gitarren und seelisch offenen Texten.

Oliver Joliat

Bela B.: «Bingo» (BPX/Sony BMG).

Live: 15.7., Gurtenfestival Bern, 22.9., Rohstofflager Zürich