14. April 2005 13:32; Akt: 14.04.2005 13:52 Print

Chart-Skandal: Rückzug von «Grand Prix»-Gracia gefordert

Im Skandal um mögliche Manipulationsversuche bei den Musik-Charts haben die Zweitplatzierten des deutschen Vorentscheids für den Grand Prix Siegerin Gracia zum Rückzug aufgefordert.

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«An ihrer Stelle würde ich die Teilnahme zurückziehen », sagte Marco Matias, der Gracia mit seiner Duett-Partnerin Nicole Süssmilch bei der deutschen Ausscheidung für den Eurovision Song Contest in Kiew knapp unterlegen war, im Kölner «Express». Süssmilch forderte in der «Bild»-Zeitung: «Wenn es gerecht zugehen würde, müssten wir jetzt nach Kiew fahren dürfen.»

«Fakt ist, dass - vorausgesetzt die Vorwürfe gegen David Brandes bewahrheiten sich - Gracia wohl gar nicht dabei gewesen wäre», begründete Matias die Forderung des Duos. Gracia hatte sich durch ihre Chartplatzierung für den Vorentscheid qualifiziert.

Der Bundesverband Phono und das Marktforschungsunternehmen Media Control verdächtigen den Produzenten Brandes, er habe die Hitlisten durch gezielte Plattenkäufe beeinflussen wollen. Mehrere Lieder der von ihm betreuten Interpreten Gracia, Vanilla Ninja - die für die Schweiz an den Start gehen - und Virus Incorporation wurden deshalb für drei Wochen aus den Charts ausgeschlossen.

Der für den Grand Prix verantwortliche NDR-Unterhaltungschef Jürgen Meier-Beer schloss erneut eine nachträgliche Korrektur des deutschen Vorentscheid-Ergebnisses aus. «Die internationalen Regeln erlauben es nicht, Gracia jetzt noch auszutauschen», sagte er der «Bild». Bereits zuvor hatte Meier-Beer betont, er sehe keinen Grund, am Ergebnis des Vorentscheids zu zweifeln.

(sda)