Jahresrückblick

12. Dezember 2013 23:18; Akt: 13.12.2013 09:51 Print

Das schrieb 2013 Musikgeschichte

Von Miley Cyrus' Twerking-Einlage bis zu Lou Reeds Tod: Auch 2013 gab es im Musikbusiness Momente, die wir so schnell nicht vergessen werden.

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Musiklegende David Bowie verkündet sein Comeback und liefert nach zehn Jahren mit «The Next Day» ein fulminantes Comeback-Album. Nach dem Playback-Skandal bei Barack Obamas Amtseinführung stand für Beyoncé bei ihrem Super-Bowl-Gig einiges auf dem Spiel. Sie meisterte die Halbzeitshow allerdings perfekt. Ex-Oasis-Mastermind Noel Gallagher schloss im März Frieden mit seinem Langzeit-Rivalen Damon Albarn (Blur). Im Rahmen eines Benefizkonzerts standen die beiden zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. Daft Punk lieferten mit «Get Lucky» eine der wichtigsten Singles des Jahres. Auch Pharrell Williams, der den Gesangspart übernahm, war 2013 so präsent wie lange nicht mehr. Justin Bieber war im letzten Jahr nicht besonders brav. Spätestens ab dem Sommer jagte ein Skandal den nächsten: Biebs bespuckte seine Fans, pinkelte in Eimer, wurde zum Graffiti-Schmierer und auch Prostituierten ist der ehemalige Teenie-Star nicht mehr abgeneigt. Dafür gelang Pete Doherty 2013 eine Kehrtwende: Statt mit Drogeneskapaden sorgte der Ex von Kate Moss endlich wieder mit Musik für Schlagzeilen. «Sequel To The Prequel», das erste Babyshambles-Album seit acht Jahren, liess Kritiker verstummen. In den letzten 15 Jahren gehörten sie zur Schweizer Musiklandschaft: Lunik. Im Juli verkündete die Band um Jaël Malli ihr Aus. Über kaum eine andere Künstlerin wurde 2013 mehr geschrieben als über Miley Cyrus. Seit ihrer VMA-Performance mit Robin Thicke ist das Wort «Twerking» in aller Munde. Kurz darauf wurde es sogar ins Oxford Dictionary aufgenommen. Patrick Morrissey, ehemaliger Frontmann von The Smiths, steht in seiner Autobiographie zu seinen homosexuellen Neigungen. Er spricht erstmals über seine Liebesbeziehung zu einem anderen Mann. Mit Lou Reed verstarb im am 27. Oktober eine Musiklegende. Sowohl mit seiner Band The Velvet Underground als auch als Solokünstler prägte er die alternative Musikszene seit den Sechzigerjahren. Es hätte ihr Jahr werden sollen. Nachdem ihre Single «Work B**ch» noch hatte hoffen lassen, verkaufte sich Britney Spears' neues Album «Britney Jean» eher schlecht als recht. Eine Schweizerin hatte 2013 umso mehr zu lachen: Schlagerschätzchen Beatrice Egli landete 2013 gleich mit zwei Alben in den Top 40. Na dann - guten Rutsch.

Fehler gesehen?

Oft ist man sich gar nicht bewusst, dass laufend Musikgeschichte geschrieben wird. In den letzten zwölf Monaten sind Sachen passiert, von denen auch die nächste musikinteressierte Generation noch lesen wird. Die wichtigsten Momente auf einen Blick.

Januar 2013: David Bowies Comeback
An seinem 66. Geburtstag verkündete David Bowie, nach zehn Jahren wieder ein neues Studioalbum zu veröffentlichen. «The Next Day» wurde von Kritikern in den Himmel gelobt. So schrieb etwa das Musikmagazin NME: «Statt Bowie neu zu erfinden, nimmt das Album seine Vergangenheit in sich auf und entwickelt sich weiter.» «The Next Day» erreichte sowohl in England, als auch bei uns die Spitze der Charts.


David Bowie - The Stars (Are Out Tonight) on MUZU.TV.
David Bowies Comeback-Single «The Stars Are Out Tonight».

Februar 2013: Beyoncés Super-Bowl-Gig
Ein Konzert in der Halbzeitshow des Super Bowls ist auch für Popgiganten eine grosse Sache. Bei Barack Obamas Amtseinführung kurz zuvor hatte sie einen kleinen Skandal ausgelöst, da sie Playback sang. Beim Super Bowl wurde eine Liveshow gefordert. Umso befreiter wirkte Beyoncé, als der Auftritt ohne Patzer überstanden war und die Footballfans ihr zujubelten. Nur der Rummel um unvorteilhafte Fotos mit verzogenem Gesicht hinterliess einen etwas schalen Nachgeschmack.


Beyoncé performt in der Halbzeitshow des Super Bowls. (Quelle: Youtube.com/Beyoncé Beyhive Argentina)

März 2013: Oasis und Blur beenden Rivalität
In den Neunzigerjahren waren sie die beiden grossen Namen des Brit-Pops. Oasis und Blur wurden zu Rivalen. Im März feierten die Streithähne dann endlich eine Art Friedenszeremonie: Oasis-Genie Noel Gallagher stand gemeinsam mit Blur-Frontmann Damon Albarn auf der Bühne. Liam Gallagher, der andere der beiden Oasis-Brüder, trotzte weiterhin und kritisierte den gemeinsamen Auftritt.


Mitglieder von Oasis und Blur teilen die Bühne – vor 20 Jahren noch unvorstellbar. (Quelle: Youtube.com/Alistair Burns)

April 2013: «Get Lucky» stürmt die Dancefloors
Die maskierten Franzosen von Daft Punk melden sich mit einem Paukenschlag zurück. Ihr «Get Lucky» ist ein Sommerhit, wie er im Buche steht. Kein Album verkaufte sich 2013 schneller als Daft Punks «Random Access Memories», jedenfalls bis One Direction ihr neuestes Werk veröffentlichten. Auch Pharrell Williams profitierte von «Get Lucky», spielte auch bei Robin Thickes «Blurred Lines» eine wichtige Rolle und war 2013 so präsent wie lange nicht mehr.


Daft Punk feat. Pharrell Williams - Get Lucky (Audio) on MUZU.TV.
«Get Lucky» gehört zu den wichtigsten Songs 2013.

Mai 2013: Justin Biebers Absturz beginnt
Nachdem sich Verspätungen bei Justin-Bieber-Konzerten im Frühjahr häuften, machten bald auch erste Drogengerüchte die Runde. Spätestens mit der Geschichte um sein Äffchen Mally verändert sich die öffentliche Wahrnehmung des Teenie-Stars. In den folgenden Monaten bespuckte er Fans, pinkelte in Eimer, beleidigte Anne Frank und – der vorläufige Höhepunkt: Eine Prostituierte filmte ihn nach dem Sex. Von Biebs werden wir bestimmt auch 2014 noch hören.


Das Video von Justin und seiner Prostituierten ging um die Welt. Es ist der vorläufige Höhepunkt der Negativschlagzeilen über ihn. (Quelle: Youtube.com/Filipe Harlow)

Juni 2013: Pete Doherty macht mal wieder Musik
Nachdem Pete Doherty jahrelang vor allem wegen Drogeneskapaden in den Schlagzeilen landete, wurde die Ankündigung eines neuen Babyshambles-Albums mit Skepsis aufgenommen. «Ich will nicht, dass das halbpatzig wird», sagte Doherty im Vorfeld. Bei der Veröffentlichung von «Sequel To The Prequel» zeigten sich dann aber auch seine Kritiker überrascht. Das erste Babyshambles-Album seit acht Jahren klinge erwachsener und leidenschaftlicher als zuvor, schrieb etwa der britische «Guardian».


Babyshambles - Nothing Comes To Nothing on MUZU.TV.
Die Comeback-Single der Babyshambles: «Nothing Comes To Nothing».

Juli 2013: Lunik lösen sich auf
Mit Lunik gab im Sommer eine der erfolgreichsten Bands der Schweiz ihre Trennung bekannt. Nach 15 gemeinsamen Jahren hatten Frontfrau Jaël Malli und ihre Bandkollegen das Gefühl, es sei «alles gesagt». Mit «Encore» veröffentlichten Lunik noch ein letztes Album, bevor sich ihre Wege trennten.


Lunik - People Hurt People on MUZU.TV.
Sie hielten sich 15 Jahre lang an der Spitze der Schweizer Musikszene: Lunik.

August 2013: Miley macht Twerking populär
Auch wenn es Musik-Nerds ungern zugeben: Miley Cyrus gehört aktuell zu den einflussreichsten Künstlerinnen der Popkultur. Ihr Auftritt an den MTV VMAs polarisierte und nach der fragwürdigen Performance war das Wort «Twerking» in aller Munde. Kurz darauf wurde es sogar ins Oxford Dictionary aufgenommen. Miley selbst hangelte sich von Skandal zu Skandal und zählte 2013 zu den am meisten gegoogelten Personen.


Miley Cyrus performt zusammen mit Robin Thicke bei den MTV VMAs. (Quelle: Youtube/Geoffrey Royce Rojas)

September 2013: Morrisseys Coming Out
Über die angebliche Homosexualität von The-Smiths-Frontmann Patrick Morrissey wurde schon seit den Achtzigern spekuliert. In seiner Autobiographie beschrieb der Sänger erstmals seine Beziehung zu einem Mann namens Jake Walters. «Das erste Mal in meinem Leben wird das ewige ‹Ich› zu einem ‹Wir›», heisst es in Morrisseys Autobiographie.


Gilt seit den Achtigerjahren als Ikone: Morrissey, Frontmann von The Smiths. (Quelle: Youtube.com/hackum1)

Oktober 2013: «Velvet Underground»-Gründer Lou Reed stirbt
Am 27. Oktober starb Lou Reed an den Folgen einer Lebertransplantation. Laut seiner Witwe ist der «Velvet Underground»-Frontmann und erfolgreiche Solokünstler in der Natur während des Tai Chi gestorben. Sowohl mit seiner Band The Velvet Underground als auch als Solokünstler prägte er die alternative Musikszene seit den Sechzigerjahren.


Mit Songs wie «Perfect Day» berührte Lou Reed Millionen Menschen. (Quelle: Youtube.com/TaCleaoh)

November 2013: Britneys Album floppt
Nachdem sich schon Lady Gagas «Artpop» schlechter als erwartet verkaufte, entpuppt sich auch das Comeback-Album von Britney Spears als Flop. Auch in der Schweiz schaffte es «Britney Jean» nur mit Mühe und Not in die Top Ten. «Tanz-Britney» ist ein Auslaufmodel und hat es schwierig, beim jungen Zielpublikum zu bestehen. Immerhin: Mit ihrer Vegas-Show und dem Jury-Job bei «X-Factor» sollte Spears finanziell versorgt sein.


Britney Spears - Work B**ch on MUZU.TV.
Während die Single «Work B**ch» noch gut ankam, blieb Britney Spears' Album liegen.

Dezember 2013: Beatrice Egli setzt sich in den Charts fest
Seit ihrem Sieg bei «Deutschland sucht den Superstar» ist Beatrice Egli nicht mehr aus der Hitparade wegzudenken. Ihr Debütalbum «Glücksgefühle» ist das nach Chartplatzierungen erfolgreichste Album einer Schweizer Künstlerin. Als mit «Pure Lebensfreude» ihr zweites Werk erscheint, ist Egli mit zwei Alben gleichzeitig in den Top 40 vertreten.


Beatrice Egli - Verrückt nach Dir on MUZU.TV.
Mit Songs wie «Verrückt Nach Dir» sang sich Beatrice Egli in die Herzen von Herr und Frau Schweizer.

(nei)