14. April 2005 04:33; Akt: 14.04.2005 13:49 Print

Deutscher Chart-Betrug zieht immer weitere Kreise

In Deutschland eskaliert die Schlammschlacht um den Chart-Betrug unseres Eurovision-Acts Vanilla Ninja.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Ausschluss von sechs Produktionen von David Brandes (35) und seiner Firma Bros Music aus den deutschen Hitlisten sorgt weiter für Wirbel: So gehen die Macher bei der deutschen Media Control offenbar von einem gross angelegten Manipulationsmanöver aus.

Laut der Fachzeitschrift «Musikwoche» liegen den Charts-Ermittlern Reisepläne und detaillierte Handlungsanweisungen vor, die wohl im Rahmen von Aufkaufaktionen zum Einsatz gekommen sein sollen. Karlheinz Kögel, Geschäftsführer von Media Control Deutschland, sprach denn auch gegenüber der «Süddeutschen Zeitung» von «mafiösen Strukturen». Das Sat 1-Magazin «Akte 05» will dazu heute Abend neue Enthüllungen präsentieren.

Doch die aus den Charts verbannten Brandes-Künstler, namentlich Gracia, lassen den Betrugsvorwurf nicht auf sich sitzen und gehen in die verbale Offensive. «Ich finde es verachtenswert, wie alle auf mir herumhacken. Diesen Heuchlern würde ich am liebsten in die Fresse hauen. Jeder in der Musikbranche weiss, dass die Charts immer wieder durch gezielte CD-Käufe manipuliert werden. Jeanette Biedermann hat das auch schon gemacht. Da sind sogar die CD-Kaufbelege ihres Managers gefunden worden», sagte sie der «Bild»-Zeitung.

SF DRS hält weiterhin zu Vanilla Ninja und David Brandes. «Die Band trifft keine Schuld», sagt Pressesprecher Urs Durrer. Und: «Laut Reglement können wir unseren Eurovision-Act nicht mehr zurückziehen. Dazu ist es zu spät.» Andernfalls wäre die Schweiz gar nicht am Contest vertreten.

Ralph Hennecke