Blue Balls Festival

18. Juli 2014 11:24; Akt: 18.07.2014 11:24 Print

Die Perlen am Luzerner Seebecken

Von afrikanisch-angehauchtem Electro-Pop, über nostalgischen Soul, bis hin zu rotzigem Punkrock: Das Blue Balls ist ein Festival für leidenschaftliche Musikentdecker.

Der Titelsong von Valerie Junes aktuellem Album: «Pushin' Against a Stone». Am Freitag präsentiert sie das Werk live am Blue Balls Festival. (Quelle: Youtube.com / Valerie June)
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«Wir sind ein Feinschmecker-Festival», sagt Festival-Direktor Urs Leierer zu 20 Minuten und behält damit Recht: Ab 18. Juli tummeln sich in Luzern nicht nur Stars wie Rita Ora oder James Blunt, sondern auch kleinere Namen, die entdeckt werden wollen.

Am Eröffnungsabend im KKL übernimmt diese Rolle Valerie June: Die Multiinstrumentalistin hat zwar schon drei Alben auf eigene Faust veröffentlicht, der Sprung nach ganz oben blieb ihr bisher allerdings verwehrt. Ihr neues Werk «Pushin' Against a Stone» hat Valerie June mit Black-Keys-Mastermind Dan Auerbach geschrieben und produziert. Es ist ihr erstes mit einem Plattenlabel im Rücken, und die Symbiose aus Blues und Folk dürfte am Blue Balls einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Sleaford Mods
Was Sleaford-Mods-Frontmann Jason Williamson auf der Bühne macht, kann man nur bedingt als singen bezeichnen. In breitem britischen Working-Class-Akzent spucken Sleaford Mods ihre Wut über alles und jeden aus. Und während Williamson auf der Bühne rumhampelt wie ein zorniger Duracell-Hase, steht sein Produzent regungslos daneben und lässt die minimalistischen Beats für sich wirken. So wütend klang Electropunk schon lange nicht mehr – nicht nur wegen des exzessiven Einsatzes des F-Wortes.


Sleaford Mods: Samstag, 19. Juli im Pavillon. (Quelle: Youtube.com / Simon Parfrement)

Hudson Taylor
Die Songs des irischen Folk-Duos klingen, als könnte man sie auch Mumford & Sons verkaufen. Der Fokus liegt auf den Gitarren und den Stimmen von Hudson Taylor, trotzdem geizen sie nicht mit Pomp und Trara. Ihre Debüt-EP «Cinematic Lifestyle» ist Pop mit Elementen aus dem irischen Folk, auf Stadion getrimmt.


Hudson Taylor: Mittwoch, 23. Juli im Pavillon (Quelle: Youtube.com / HudsonTaylorVEVO)

Pablo Nouvelle
Aus seiner Heimat Bern ist Fabio Friedli alias Pablo Nouvelle, mittlerweile herausgewachsen. Der britische Guardian schrieb über ihn, er bringe «den Soul zurück in die Zukunft». Pablo Nouvelle arbeitet oft mit Samples aus alten Songs und kombiniert sie mit moderneren Stilmitteln aus dem Hip-Hop- und Chillout-Bereich. Nebenbei produziert Fabio Friedli Filme, welche seiner Musik noch eine weitere, ganze eigene Tiefe verleihen.


Pablo Nouvelle: Donnerstag, 24. Juli im Schweizerhof . (Quelle: Youtube.com / Pablo Nouvelle)

Oy
Auf den ersten Blick hört man dem Duo nicht an, dass es in der Schweiz gestartet ist. Sängerin Joy Frempong, geboren in Ghana, flicht in die elektronischen Beats afrikanische Klänge ein. In ihren Songs erzählt Oy oft Geschichten mit nur wenigen Zeilen, die dann geloopt und aufgebaut werden. Schlagzeuger Marcel Blatti, der auf der Bühne jeweils Kostüme aus der afrikanischen Kultur trägt, hält das Ganze zusammen.


Oy: Freitag, 25, Juli im Pavillon. (Quelle: Youtube.com / CrammedDiscs)

(nei)