Openair Frauenfeld

07. Mai 2014 11:14; Akt: 04.06.2014 16:17 Print

Festival-Gäste wohnen in VIP-Villa oder in «Favelas»

von Yves Schott - Das Openair Frauenfeld geht neue Wege: Die Besucher können sich in diesem Jahr ihre eigene, einfache Unterkunft zusammenbauen. Oder für 40'000 Franken im Luxus schwelgen.

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Pharrell Williams, Macklemore und Outkast gehören zu den Programm-Highlights am Openair Frauenfeld vom 10. bis 12. Juli. Eine zusätzliche Attraktion erwartet die Festival-Gänger dieses Jahr abseits der Bühne: Wer nicht auf dem harten oder möglicherweise schlammigen Zeltboden schlafen will, kann sich vier Nächte lang in einer Luxus-Villa einmieten.

Die Residenz bietet Platz für acht Personen, verfügt über einen eigenen Jacuzzi, Outdoor Lounge und Grill. Hinzu kommen WLAN, ein begehbarer Kühlschrank, der hauseigene Butler – sogar ein Helikopter-Landeplatz gehört zum VIP-Package dazu. Das feudale Leben hat seinen Preis: Knapp 40'000 Franken kostet der gediegene Spass im sogenannten Mansion.

Das Loft gibt es für 1500 Franken

Wer glaubt, dieses Angebot sei viel zu teuer, um einen Abnehmer zu finden, der irrt. «Wir haben bereits einen Interessenten», sagt Frauenfeld-Medienchef Joachim Bodmer zu 20 Minuten. Den Heli muss der potenzielle Käufer allerdings selber organisieren. Sollten noch mehrere Angebote eingehen, könnten die Veranstalter sogar eine zweite Villa hinstellen.

Diejenigen, die nicht ganz so exquisit wohnen wollen, haben die Option, eine Loft oder ein VIP-Tent zu beziehen. Das Loft ist ähnlich ausgerüstet wie ein Hotelzimmer, der Preis beläuft sich auf total 1500 Franken. Das VIP-Tent ist eine Art Deluxe-Zelt mit Camping-Sessel, Internet-Zugang und Stromanschluss. Kostenpunkt: 1100 Franken. In all den genannten Angeboten ist ein Drei-Tages-Eintritt bereits miteinberechnet.

«Wir wollen eine richtige Stadt errichten»

Eine spezielle, wenn auch etwas weniger bequeme Attraktion ist folgende: Openair-Fans haben die Möglichkeit, eine einfache Behausung zu bauen, Favela genannt. Aus Holz, Kunststoff und Plastikplanen zimmern sie sich – mit Unterstützung von Profis – ihr eigenes Dach über dem Kopf. Dieser Spass ist für 200 Franken zu kriegen – exklusive Festival-Ticket.

Mit diesen Angeboten wolle man neue Wege beschreiten, erklärt Mediensprecher Joachim Bodmer. «Unser Ziel ist es, in Zukunft am Festival eine richtige Stadt zu errichten. Und wir wollen uns dank mehr Komfort von anderen Events abheben. Finanziell profitieren wir von den Neuerungen nicht.»

Favela ist für die Veranstalter keine negative Bezeichnung

Mit der Bezeichnung Favela, womit normalerweise die Armensiedlungen in brasilianischen Grossstädten gemeint sind, hat Bodmer keine Probleme: «Zunächst dachten wir über den Ausdruck Township nach. Das wäre negativ behaftet gewesen. Favelas hingegen werden ja mittlerweile von der Landesregierung unterstützt.»

Daneben ist es nach wie vor möglich, wie bis anhin auf dem Gelände sein Zelt aufzuschlagen. Die Eintrittspreise sind im Gegensatz zum Vorjahr leicht angestiegen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jo Hann am 07.05.2014 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Festival-feeling wo?

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  • Heinz reuter am 07.05.2014 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Uuaat???

    Toll. und die baumaterialien? Werden die wieder gebraucht, oder wird es nach dem festival zusaetzlich 30 tonnen abfall geben? das fuer ein paar tage? Wie dekadent kann es eigentlich noch werden? Festival? Eher ein prestival fuer zahlende.

  • Tim Allen am 07.05.2014 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Tool Time

    Als ich das erste mal auf nem Openair war, durfte man noch so viel Getränke mitnehmen wie man will, offene Feuer machen, diverse Baumaterialien selbst mitschleppen womit man sich dann sein eigenes Reich zusammenzimmern durfte. Das war noch geil.... Heute muss man 200.- zahlen damit man ein vorbereitetes Häuschen aufbauen darf, wobei sogar noch Profis dabei helfen. Was zum ?? Wo bleibt der Spass und die Kreativität...ist ja wie IKEA Möbel aufzustellen.... Ach die guten alten Zeiten...dabei bin ich erst 23...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Viktoria F. am 08.05.2014 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Super Idee!

    Also ich verstehe gar nicht, wieso darüber so hitzig diskutiert wird! Der Zeltplatz muss ja nicht der "Festival City" weichen, sondern ist ein zusätzliches Angebot! Und die Festival-Besucher, die statt 200.- Franken, 750.- zahlen und dafür 4 Übernachtungen in einem "Hotelzimmer" mit jenen Extras erhalten (circa 140.- pro Nacht), die kann man doch machen lassen... Also ich finde es ein super Angebot, vor allem für die Leute, welche keine grossen Fans von Schlammschlachten sind...

  • 2morrowworld am 08.05.2014 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Liebes OAFF..

    ihr seit nicht Tomorrowland! & Zudem solltet ihr lieber das OpenAir Feeling unterstützen. Also sicher kein WLAN! Die Leute sollten Sachen selber mitbringen können.. und keine IKEA 15 m2 "Fertig-Wohnung" anbieten.. Schade...

  • Ll am 08.05.2014 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tomorrowland

    Genau die gleichen häuser und zelte gibts am tomorrowland in belgien.

  • Mich ael am 07.05.2014 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Insider

    Ich habe gehört dass das Mansion erfolgreich an eine Sondersetting-Firma vermietet wurde. Während die Veranstalter mit den ,,Favelas" versuchen die steuerzahlende Schicht anzusprechen.

  • Lia XY am 07.05.2014 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Keine neue Idee

    Das OAFF hat sich aber seeehr stark vom "Tomorrow Land" inspirieren lassen:)