Releases der Woche

18. September 2018 20:31; Akt: 18.09.2018 20:31 Print

Für Jungle hat sich der Liebeskummer gelohnt

Die Briten ertränken ihren Trennungsschmerz in der Sonne von L.A., Gorillaz lassen ihre Avatare performen und Zugezogen Maskulin kommen nach Zürich – die Musik-News der Woche.

Schon blöd: Da nehmen Jungle in Kalifornien ihr zweites Album auf und plötzlich ist die Liebste weg. (Quelle: Youtube/4evajungle)
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Album der Woche: Jungle – «For Ever»

Plötzlicher Fame hat wahrscheinlich schon manche Beziehung auf dem Gewissen, vielleicht auch die der zwei Jungle-Frontmänner Tom McFarland und Josh Lloyd-Watson. 2014 starteten die Londoner mit ihrem Neo-Soul-Pop durch – während der Produktion des Nachfolgers «For Ever» gingen nun ihre Beziehungen in die Brüche. «Es klingt wie ein postapokalyptisches Radio, das Trennungssongs spielt», sagt die Band.

Während das Debüt noch im Schlafzimmer auf dem Laptop produziert worden war, siedelten McFarland und Lloyd-Watson für den Zweitling nach L.A. über. In der kalifornischen Sonne entstanden die ersten Entwürfe der neuen Songs, was das sommerliche Feeling erklärt. Die Lyrics stecken allerdings voller tiefer Melancholie. In der Single «House in L.A.» besingen Jungle sowohl «Limonade mit Eis» als auch «Regen in den Augen».


Da nützt das schönste Haus in L.A. nix: Jungle sind traurig. (Quelle: Youtube/4evajungle)

Der Kontrast zeigt sich auch schön in «Beat 54 (All Good Now)», das lüpfige Funk-Bässe mit bittersüssen 50s-Streichern kombiniert. «Die Tränen fallen nach innen», singen die gebrochenen Herzen, «jetzt ist alles gut.»

Im Gegensatz zum Debüt fehlen zwar tanzbare Partykracher wie der Hit «Busy Earnin’» grösstenteils (Ausnahme: «Heavy California» – aber auch nur mit viel Goodwill), dafür bietet «For Ever» um einiges mehr Tiefgang und eine abwechslungsreichere Produktion.

Es ist nie schön, wenn eine Liebe in die Brüche geht. Jungle sind aber ein weiterer Beweis dafür, dass ein solches Tief auch künstlerische Inspiration liefern kann.

Video der Woche: Gorillaz – «Tranz»

Die Comic-Avatare von Damon Albarn und seinen Gorillaz stellen in ihren Videos allen möglichen Unfug an – sei es nun Rollerbladen mit Jack Black oder U-Boot-Fahren. So wirklich performt haben sie allerdings noch nie.

Im Clip zu «Tranz» stehen die Figuren nun zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne, wie eine richtige Band in der guten, alten Zeit eben. Die Shows der menschlichen Gorillaz sind schon ein Erlebnis (ausser Damon Albarn ist, wie am diesjährigen Gurten, mal wieder traurig, weil seine Lieblings-Tschütteler verloren haben) – animiert fallen sie aber noch trippiger aus.


Immun gegen Fussball-Frust: Albarn schickt die animierten Figürchen auf die Bühne. (Quelle: Youtube/Gorillaz)

Konzerttipp: Die Antwort auf einfältigen Gangster-Rap
Zugezogen Maskulin; Mittwoch, 26. September; Exil, Zürich.

«Alle gegen Alle», fordern Zogezogen Maskulin mit ihrem neuen Album. Das Berliner Rap-Duo versteht sich, ähnlich wie K.I.Z, als Antwort auf den von dümmlichen Machos definierten Gangster-Rap. Hier vermischt sich satirisches Gepose mit Gesellschaftskritik auf hohem Niveau. In Zeiten rechter Mobs auf Deutschlands Strassen setzen Zugezogen Maskulin ein wichtiges Statement gegen Konsumsucht, Oberflächlichkeit und politische Lethargie.

In die gleiche Kerbe schlägt das Zürcher Duo Göldin & Bit-Tuner, das bei der Zürcher Show den Support macht – und hoffnungslose Alltagsbeobachtungen einer verlorenen Generation liefert.

Wir verlosen 2 x 2 Tickets für die Show!
Schicke zur Teilnahme ein Mail an konzerte@20minuten.ch


Nix für schwache Nerven: Das aktuelle Video von Zugezogen Maskulin. (Quelle: Youtube / Zugezogen Maskulin)

(nei)

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