Geschlechter-Gleichgewicht

15. Mai 2019 11:20; Akt: 15.05.2019 11:25 Print

Das Lauter Festival erfüllt die Frauenquote

Die Keychange-Initiative fordert, dass auf Festivalbühnen ein Geschlechtergleichgewicht herrschen soll. Das Zürcher Lauter Festival zieht mit.

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Streicht man alle männlichen Headliner auf einem Festival-Line-up, bleibt oft nicht viel übrig. Weibliche Acts sind oftmals geradezu eine Seltenheit. Der Gender-Gap auf Festivals ist massiv – damit soll bald Schluss sein.

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Ist es dir wichtig, dass an Festivals auch Frauen auf der Bühne stehen?

Die britische Musikförderungsplattform PRS Foundation hat 2017 die Keychange-Initiative lanciert. Das Ziel: Bis 2022 sollen möglichst viele Festivals ein 50:50-Verhältnis an männlichen und weiblichen Acts erreichen – dabei zählt es bereits, wenn mindestens eine Frau Teil der Band ist. Über 150 Festivals weltweit haben das Versprechen bislang unterschrieben.

Schweizer Festivals sind auch dabei

Neben dem B-Sides Festival in Kriens macht auch das Lauter Festival in Zürich bei Keychange mit – dort wurde der gewünschte Frauenanteil bereits dieses Jahr erreicht. Lauter-Mitveranstalter Raphael Weidmann: «Von den 30 Acts am Lauter haben 17 einen Frauenanteil.»

Laut Weidmann hat man bereits in den letzten Jahren auf den Frauenanteil geachtet: «Wir finden das wichtig. Ein Festival kann nur dann richtig gut werden, wenn auch genug Frauen Teil davon sind.»

«Es müssen mehr Frauen auf die Bühne»

Nichtsdestotrotz ist Keychange laut Weidmann notwendig, weil das Ziel noch lange nicht erreicht ist: «Das Ziel wäre, den Mädchen zu zeigen, dass sie genauso auf der Bühne stehen können wie die Jungs. Alte Argumente wie ‹Jungs können das besser› sollten nicht mehr zählen.»

Dafür braucht es Vorbilder. «Es müssen mehr Frauen auf die Bühne, damit es gängiger wird», so Raphael Weidmann. Das Argument, es gebe zu wenige weibliche Acts, die man buchen könne, akzeptiert er nicht: «Man muss suchen und zuhören – es gibt viele tolle Musikerinnen.»

«Frauen aufs Line-up zu kriegen, ist kein Problem»

Tatjana Rüegsegger aus dem Lauter-Bookingteam stimmt ihm zu. Besonders bei kleinen Festivals, wo nicht die ganz grossen Acts auf dem Poster stehen müssen, sei es kein Problem, genug Frauen auf das Line-up zu bekommen. «Wer sagt, das sei schwierig, der hat nicht gut geschaut», so die Bookerin.

Nichtsdestotrotz sei es ihr wichtig, nicht nach Geschlecht zu buchen: «Es geht immer um Qualität. Ich möchte nicht, dass jemand das Gefühl hat, nur aufgrund des Genders gebucht zu werden.»

Wie soll die Zukunft aussehen? Tatjana Rüegsegger hat eine klare Vorstellung: «Ich würde mir wünschen, dass mehr Girls ein Instrument lernen und denken: ‹Geil, ich kann das auch.› Nur so kann später auf den Bühnen hoffentlich Ausgeglichenheit herrschen.»

Das Lauter Festival findet vom 17. bis 19. Mai in der Gessnerallee in Zürich statt. Welche 17 Acts beim Line-up für den Frauenanteil sorgen, siehst du oben in der Bildstrecke.

(afa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • RuediMcSackschweiss am 15.05.2019 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Schwangerw Männer

    :"es geht um qualität" Nein eben nicht, sonnst würde es diese "Initiative" nicht geben. Ich missbillige diese entwicklung sehr und wünste mir, ich wäre noch in den 80er gross geworden. Frauenquote da, Frauenquete dort. Nur im Bergwerk, im Militär, auf der Baustelle ect. wollen diese "Feministinnen" keine Frauenquote. Einfach nur heuchlerisch. Ich bin auch dafür, das Frauen für die gleiche Arbeit gleichermassen entlohnt werden wie männer und behandelt. aber nicht solange ich als Mann nur das Opfer bin.

  • Marco Wanner am 15.05.2019 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Man sollte nicht einfach aus Prinzip weibliche Acts einbringen, dass man eine 50:50 Quote erreicht.. Viel wichtiger ist dabei, dass begehrte Acts auftreten und wenn es halt nicht so viele weibliche gibt, dann muss man diese Lücke halt eben füllen.

  • BäduR am 15.05.2019 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwort des Jahres

    Kann dieses Wort Frauenquote nicht mehr lesen und schon recht nicht mehr hören. Einfach nur noch lächerlich!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Salomon am 15.05.2019 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Wegen einer solchen Quote gibts doch nicht ein besseres Festival, es geht um Musik. Muss man jetzt Schrott hören wegen den Gender-Gänsen! Wer genau verbietet denn den Frauen Bands zu gründen?

  • Philoswiss am 15.05.2019 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schade...

    Jetzt wurden talentierten Künstlern den Auftritt verweigert weil sie zufähligerweise keine Frauen sind. Und soll das heissen, dass weibliche Künstler es nicht selber schaffen sich eine Auftritt zu sichern? Können Frauen nur dank Quoten Erfolg haben? Solche Initiativen nenne ich "Sexismus der tiefen Erwartung".

  • Sexismus Pur am 15.05.2019 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Suchen Bassistin

    Ja wir suchen noch einen Bassisten, und haben eigentlich den Idealen gefunden. Passt perfekt zu uns und ist auch super am Bass. Aber wir müssen weitersuchen, weil er keine Frau ist und wir sonst nicht eingeladen werden.

  • Word am 15.05.2019 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sexismus Pur

    Überall wo irgendwelche Frauenquoten eingeführt werden, wo man aufgrund des Geschlechts benachteiligt wird, ist es SEXISMUS. Wenn sich zum Beispiel 100 Männer und 20 Frauen für einen Job bewerben, und man nimmt nur 2 oder 3, und man ist verpflichtet auch mindestens eine Frau einzustellen, ist es SEXISMUS. Ausser eine Frau ist in der Tat besser als die Männer. Aber dann würde man sie aufgrund der LEISTUNG, und nicht dem fehlenden Schnäbeli nehmen.

  • Giftiger am 15.05.2019 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnäbi

    Ob Schnäbi oder nicht ist natürlich schon zentral überall. Qualität, Leistung, Gesamtmenge der Männer oder Frauen egal. Am Schluss einfach Fifty-Fifty nehmen, auch wenn sich 10x mehr Männer bewerben und 10x mehr Männer das Endprodukt konsumieren. Scheiterts, liegts wieder an der "männlichen Giftigkeit".