Konzert in Wien

15. September 2019 21:19; Akt: 16.09.2019 09:37 Print

Grönemeyer-Rede gegen rechts löst Kritik aus

Der Musiker Herbert Grönemeyer bezieht immer mal wieder politisch Stellung. Nach einer Rede an einem Konzert in Wien wird auf Twitter heftig debattiert.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Video, das für den Kritik-Sturm auf Twitter sorgt, entstand bei einem Konzert in Wien am vergangenen Donnerstag. Es zeigt, wie Herbert Grönemeyer mit kräftiger Stimme sagt: «Ich kannte das nur vom Hörensagen, in Zeiten zu leben, die so zerbrechlich, so brüchig sind», äussert er sich zu den Tausenden Fans lautstark.

Wenn Politiker schwächelten, und das sei, so glaube er, in Österreich nicht anders als in Deutschland, dann läge es an «uns, zu diktieren», wie eine Gesellschaft auszusehen habe. «Und wer versucht, so eine Situation der Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platz», fährt er fort und fordert dazu auf, «keinen Millimeter nach rechts» zu rücken.

«Furchterregende und üble Hassrede»

Daraufhin wurde am Stil der Rede von Grönemeyer Kritik laut. Sie würde beispielsweise an Joseph Goebbels erinnern. Dieser war ein enger Vertrauter von Adolf Hitler und damals Reichspropagandaleiter.

Beatrix von Storch, die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion (Alternative für Deutschland), twitterte: «Das ist die furchterregendste, übelste, totalitärste Hassrede, die ich je gehört habe» und sprach weiter vom neuen Terror von links.

Aber Kritik kam nicht nur von rechts. Der Autor und Dramaturg Bernd Stegemann schrieb, dass ihm der Tonfall Grönemeyers Angst mache. Es klinge wie eine Rede von 1945.

Doch der 63-jährige Musiker erhielt auch Unterstützung. Diese kam unter anderem von Aussenminister Heiko Maas. Es liegt an uns, für eine freie Gesellschaft zu sorgen, schrieb Maas und bedankte sich bei Grönemeyer.


(20 Minuten)